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Bauarbeiten in Zweibrücken: Schildbürgerstreich mit Pfeilen und KVP

Bauarbeiten in Zweibrücken : Schildbürgerstreich mit Pfeilen und KVP

Pfeile auf Umleitungs-Ausschilderung am Bubenhauser Kreisel führen Autofahrer leicht in die Irre. Und „KVP“ lässt sich selbst mit Google-Suche nur sehr mühevoll erklären.

Viele Fragen wirft dieses Umleitungsschild vor dem wichtigsten Kreisverkehr Zweibrückens auf, dem sogenannten Bubenhauser Kreisel. Fragen, auf die viele Autofahrer zu völlig unterschiedlichen – oft falschen – Antworten kommen können.

Wer etwa glaubt, er könne sich die Mühe sparen, die vielen per Pfeil angezeigten Abzweigungen beim Fahren durchzuzählen und einfach wie es auf dem Schild aussieht im Kreisel schnurstracks geradeaus auf die Autobahn zu fahren, landet nicht auf der A 8, sondern in der Alten Ixheimer Straße. Tatsächlich geht es erst zwei (!) Abzweigungen weiter auf die Autobahn Richtung Saarland.

Also: Besser doch genau durchzählen, um auf der A 8 zu landen! Aber auch das kann leicht schiefgehen: Die erste Abzweigung, zu der Fahrer kommen, ist die Kreisel-Tangente zur A 8 Richtung Pirmasens. Abzweigung Nummer zwei führt ebenfalls dorthin und auch auf die „alte B 10“. Abzweigung drei ist Richtung Innenstadt (Alte Ixheimer Straße), Nummer vier die hinter der Globus-Tankstelle gesperrte Gottlieb-Daimler-Straße – und Nummer fünf die A 8 Richtung Saarland. Wer so zählt, ist allerdings eine Abzweigung zu weit gefahren, hat den Kreisel einmal komplett umrundet und landet wieder in Bubenhausen.

Richtig zählt nur, wer wie die Schilder-Gestalter denkt: Die haben die Tangente auf dem Schild komplett ignoriert, weil diese noch vor der Einfahrt in den Kern des Kreisels liegt. Mysteriös bleibt, wohin der letzte Kreise-Pfeil führt, und warum der Kreisel auf dem Schild nach drei Vierteln endet.

Rätsel wirft vielen Fahrern auch die Abkürzung „KVP“ auf. Schnell anhalten und auf dem Smartphone googeln, was das wohl heißt, hilft auch nur schwer weiter. Die Suchmaschine wirft zahlreiche Seiten über KVP als „Kontinuierlicher Verbesserungsprozess“ aus – ein Begriff aus der Wirtschaft, den mancher verzweifelte Verkehrsteilnehmer hier wohl auch gerne auf dieses Schild angewendet sähe!

Erst auf der siebten Google-Suchseite kommt die zweite Begriffs-Erklärung für KVP: Kasernierte Volkspolizei. Wofür Zweibrücken immer schon zu westlich lag. Es folgen der Konrad-von-Parzham-Kindergarten in Altötting (Seite 13), die 1930 gegründete Konservative Volkspartei, der thüringische Karnevalsverein KV Poelzania und die Konrad-von-Parzham-Schule (alle S. 21) sowie die Kommunalpolitische Vereinigung der CDU Brandenburg (S. 22).

Ausdauer aber wird belohnt: Auf Such-Seite 24 zeigt Google endlich einen Treffer, der, wenn man man die Vorschau-Anzeige „B 256/L 339/L 38 Waldbröl-Boxberg Umbau zum KVP“ anklickt, auf der Seite der „Adolf Koch Bauunternehmung“ zur richtigen Lösung führt: ein KVP ist ein „Kreisverkehrsplatz“.

Womit endlich alles klar ist: beim „KVP Wilkstr./ Einöd“ handelt es sich um den sogenannten Kino-Kreisel, der zu den Fachmärkten an der Wilkstraße sowie nach Ernstweiler und dahinter Einöd führt. Ob man zu diesen Zielen gelangt, wenn man die Autobahn immer geradeaus fährt, wie das Schild nahelegt, ist eine andere Frage ...