1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Sauder: Rettungswagen brauchen nicht länger als vorgeschrieben

Sauder: Rettungswagen brauchen nicht länger als vorgeschrieben

Zweibrücken. Nach teils heftiger Debatte hat der Stadtrat (bei zwei Nein aus der FDP) am Mittwochabend dafür votiert, dass der DRK-Ortsverein in Zweibrücken eine "Ersteinsatzgruppe" bildet

Zweibrücken. Nach teils heftiger Debatte hat der Stadtrat (bei zwei Nein aus der FDP) am Mittwochabend dafür votiert, dass der DRK-Ortsverein in Zweibrücken eine "Ersteinsatzgruppe" bildet. Die ausgebildeten ehrenamtlichen Helfer sollen eine Versorgung in lebensbedrohlichen Situationen wie Herzstillstand oder bei Unfällen ermöglichen, bevor der Notarzt vor Ort ist Über die Begründung gab es gestern allerdings Irritationen. Zwar sei "der Rettungsdienst in der Südwestpfalz grundsätzlich gut ausgebaut", schreiben DRK-Ortsverein Zweibrücken und Stadtverwaltung in der dem Rat vorgelegten Richtlinie, so dass "im Normalfall" die Versorgung von Notfallpatienten durch Fachpersonal "innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfeleistungspflicht von 15 Minuten sichergestellt werden kann". Dann folgt der Satz: "Im Normalfall - wohlgemerkt. Nachts und an Wochenenden stehen in der Südwestpfalz jedoch nur eine begrenzte Anzahl an Rettungstransportwagen (RTW) einsatzbereit zur Verfügung. Bei Notfällen in der Stadt Zweibrücken und deren Ortsteilen kommt es in dieser Zeit nicht selten vor, dass der zuständige RTW bereits anderweitig im Einsatz ist und ein RTW mit längerer Anfahrtzeit eingesetzt werden muss." Dadurch vergehe "oft wertvolle Zeit, die für diese Patienten lebensentscheidend sein kann". Der für den Rettungsdienst verantwortliche DRK-Kreisgeschäftsführer Mario Sauder (Foto: pm) betonte dagegen gestern im Merkur-Gespräch: "Fakt ist: Die 15 Minuten werden wie im Gesetz vorgeschrieben in der Regel, das wird als 95 Prozent der Fälle interpretiert, eingehalten." Dies sei auch dokumentiert. Der Zweibrücker Rettungsdienst (DRK und ASB) sei sogar "sehr gut besetzt" mit vier Rettungs- und einem Notarztwagen. Auch DRK-Ortsvereinsvize Hans Prager betonte: "Für uns hat nie außer Frage gestanden, dass die vorgeschriebenen Zeiten eingehalten werden." Prager räumte aber ein: "In dem Text kommt das völlig falsch rüber. Wir wollen nur noch schneller helfen können!" Der FDP-Stadtrat und Arzt Reinhard Bock hatte die Ersteinsatzgruppe "strikt" abgelehnt: "Laien" könnten schwer korrekte Diagnosen stellen. Tatsächlich verlangt die Richtlinie "eine abgeschlossene Ausbildung zum Rettungssanitäter", Fortbildungen sowie eine dreiseitige Liste mitzuführenden Materials. lf