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Sandra Schulz turnt bei VT Niederauerbach und tanzt bei Elmiras Orient

Sandra Schulz : Ihr Traum sind selbst erfundene Tänze

Als extrovertierter Wirbelwind begeistert Sandra Schulz bereits seit einigen Jahren mit ihren Bauchtanz-Auftritten. Leistungsturnen bei der VTN hilft ihr dabei, Ausdauer, Kraft und Gelenkigkeit zu stärken.

Ist dieses Mädchen gelenkig! Im roten Kostüm wirbelte Sandra Schulz bei der bislang letzten Bauchtanzschau von Elmiras Orient vor Weihnachten auf der Bühne herum, tanzte in der Hocke, lag auf dem Boden, schwang die Hüften und brachte mit ihrem Tahiti-Tanz die Festhallenbühne zum Beben. „Ich brauche Schwung und Bewegung“, weiß die energiegeladene Zehnjährige.

Die in Russland geborene Deutsch-Russin gehört seit fünf Jahren zu Elmiras Orient und hat hier eine zweite Heimat gefunden, denn nach dem Tod ihrer Mutter 2015 wächst die Halbwaise bei ihrem Vater und ihrer Großmutter auf. „Elena hat ein großes Herz und eine offene Seele“, beschreibt Großmutter Eugenia die Tanzlehrerin Elena Loch, die für ihre Enkelin zu einer wichtigen Bezugsperson wurde. Viele Sätze der extrovertierten Zehnjährigen begännen mit „Lenuschka hat gesagt“.

Das begeisterungsfähige Mädchen, das die fünfte Klasse an der Mannlich-Realschule-Plus besucht, ist bereits sehr selbstständig. So sprudeln die Sätze ebenso aus ihr heraus wie ihre Tanzbewegungen. Lässt Elmira Musik laufen, gibt es für Sandra kein Halten mehr: Sofort setzt sie die Rhythmen und Klänge in Bewegung um. Ihre Improvisationsstärke hilft der jungen Solotänzerin auch, „wenn ich mal etwas vergessen habe“.

In der Gruppe „Perlen des Orients“ fühle sich sich zwar sicherer, weil sie dann abschauen könne, wie es weiter geht, doch „da fällt ein Fehler natürlich auf“. Weshalb Sandra noch lieber solo tanzt. Gleich in ihrem ersten Jahr stand die Nachwuchstänzerin mit auf der großen Festhallenbühne. Viermal hat sie bislang bei Meisterschaften Pokale gesammelt, doch ihre Auftrittserfahrung reicht über das Tanzstudio hinaus. Animiert von ihrer Klassenlehrerin, bereicherte die junge Wattweilerin auch die Schulfeiern mit ihrer Tanzdarbietung, etwa im rot-schwarzen Kostüm mit einem spanischen Tanz.

Eine neue Erfahrung war ihr Solo-Auftritt im Herbst beim Zirkus Probst in Gelsenkirchen, von dem Elmiras Orient eingeladen worden war. Die Zweibrückerinnen fielen unter den zahlreichen Jungkünstlerinnen durch ihre Präzision, bei der selbst die Kindergruppe wie am Schnürchen gezogen tanzte, sowie ihre elegante Haltung auf.

Sandra liebt Musik, „die ruhig anfängt und dann so richtig stark und schwungvoll wird“. So wie etwa bei dem persischen Tanz, an dem sie gemeinsam mit Elena Loch noch bis kurz vor dem Auftritt gefeilt hat. Denn die Lehrerin überlässt ihren Tänzerinnen die Entscheidung, was für einen Tanz sie präsentieren möchten und lässt sie auch die Musik dafür aus verschiedenen Vorschlägen auswählen.

Für 2022 hat sich Sandra einen „Zigeunertanz“ mit viel Schwung ausgesucht. Ihr großer Traum ist es, ihre eigenen Tänze zu erfinden, mit großen Bewegungen. Sie lässt sich dabei von vielen Tänzerinnen und Tänzern im Internet inspirieren und entdeckt dabei auch viele Duos, „die richtig schön aussehen“. Sehr gerne würde Sandra einmal Polka tanzen. Sie weiß: „Das geht nur als Duo“ und bedauert, dass sich noch keine passende Tanzpartnerin für sie gefunden hat.

Sie mag auch den Trommeltanz mit seinen akzentuierten Bewegungen. Ihre Kraft und Beweglichkeit trainiert sie zusätzlich beim Leistungsturnen bei der VT Niederauerbach, gerne am Reck und mit Sprüngen. Das schult zusätzlich ihre Ausdauer, Kraft und Gelenkigkeit. Auch hier sammelt die Zehnjährige fleißig Urkunden. Außerdem spielt sie Klavier, kleine Stücke auswendig. Die dürfen auch einmal langsam sein, hauptsache fröhlich. Ihr großes Vorbild ist und bleibt Elena, denn die Lehrerin animiert ihre Schülerinnen beständig dazu, über sich selbst hinauszuwachsen. Sandra erzählt: „Sie sagt immer, ich soll das nehmen, was mir gefällt, und nicht das, was leichter ist.