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S-Bahn soll 1,44 Millionen kosten

S-Bahn soll 1,44 Millionen kosten

Eine S-Bahn von Zweibrücken nach Homburg würde auf rheinland-pfälzischer Seite nur über das Gebiet der Rosenstadt führen. Dennoch sollen sich auch andere westpfälzische Kommunen an den Kosten beteiligen.

Die Stadt Zweibrücken soll knapp 1,44 Millionen Euro für die Reaktivierung der Bahnstrecke nach Homburg zahlen. Das geht aus einem Finanzierungskonzept des Zweckverbandes Verkehrsverbund Rhein-Neckar (ZRN) hervor. Der Zweibrücker Stadtrat soll dem in seiner morgigen Sitzung (ab 17 Uhr im Ratssaal) zustimmen.

Von den bislang veranschlagten Projektkosten in Höhe von 31,29 Millionen Euro sollen 2,73 Millionen Euro von rheinland-pfälzischen Kommunen getragen werden (wir berichteten). Das sei bislang aber nur eine Schätzung, heißt es in der Beschlussvorlage für die morgige Sitzung. Das Finanzierungskonzept orientiert sich an dem 2004 aufgestellten Modell, das für Einrichtung der S-Bahn-Linie Kaiserslautern-Homburg angewandt wurde, wie die Beschlussvorlage ausführt: "Dies bedeutet, dass die Planungskosten nach einem Einwohnerschlüssel durch alle westpfälzischen Aufgabenträger zu tragen sind." Und was bedeutet das konkret? Von den veranschlagten Planungskosten von knapp 1,4 Millionen Euro müsste Zweibrücken aufgrund seiner Einwohnerzahl nur gut 107 000 Euro tragen, der Landkreis Südwestpfalz gut 230 000, die Städte Pirmasens und Kaiserslautern sowie die Landkreise Kaiserslautern, Donnersbergkreis und Kusel den Rest. Der kommunale Anteil an den eigentlichen Baukosten würde dagegen auf rheinland-pfälzischer Seite komplett an Zweibrücken hängen bleiben und gut 1,33 Millionen Euro betragen. Ebenso wie der Zweibrücker Rat müssen auch die anderen Kommunen dem Modell noch zustimmen. "Um eine zeitnahe Weiterführung der Planung zu ermöglichen, ist eine Beschlussfassung des ZRN im zweiten Halbjahr 2015 vorgesehen", heißt es abschließend in der Vorlage.

Doch all diese Zahlenspiele sind noch immer graue Theorie. Ob die S-Bahn zwischen Zweibrücken und Homburg tatsächlich kommen wird, ist keineswegs sicher. Das Saarland macht seine Beteiligung an dem Projekt vor allem von einer Aufstockung der Regionalisierungsmittel des Bundes für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs abhängig. Und die Verhandlungen darüber stecken weiter fest. Im Vermittlungsausschuss des Bundestags gab es zuletzt diesbezüglich keine Lösung (wir berichteten). Der Bund zahlt dieses Jahr 7,4 Milliarden - die Länder fordern aber 8,5 Milliarden und danach deutlichere Steigerungen als vom Bund vorgesehen.

Zum Thema:

Auf einen BlickWeitere Themen in der morgigen Stadtratssitzung sind die Jahresabschlüsse der Stadtwerke Zweibrücken GmbH und der Stadtwerke Zweibrücken Service GmbH sowie ein Nachtrag zum Konzessionsvertrag Linienbündel Zweibrücken-Umland, der von der Saar-Pfalz-Bus GmbH auf die Südwestmobil GmbH übertragen werden soll. Zudem geht es unter anderem um den Bebauungsplan "Canadasiedlung-Nahversorgung" sowie um die Umstellung der Sitzungsunterlagen in den Gremien auf digitale Technik. gda