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Roswitha Jeckel tritt für FWG im Wahlkreis 210 an

Kandidaten im Wahlkreis 210 : Weg von der Agrarindustrie

Zwölf Direktkandidaten treten im Wahlkreis 210 an, zu dem Zweibrücken und der Landkreis Südwestpfalz gehören. In einer Serie stellen wir die Bewerber vor. Heute: Roswitha Jeckel, Freie Wähler.

Umwelt- und Klimaschutz, das sind die beiden oberen Punkte auf der Agenda von Roswitha Jeckel, die für die Freien Wähler in den Bundestag einziehen will. Ein Verbot von Massentierhaltung und den Trend zur E-Mobilität sieht sie trotzdem durchaus kritisch. „Tier- und Umweltschutz sind schon immer meine Steckenpferde gewesen. Ich versuche immer schon, ressourcenschonend zu leben und einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen“, betont die 52-Jährige. Sie will, dass Deutschland von der Agrarindustrie wegkommt und die kleinen Bauernbetriebe gestärkt werden.

Es sei besorgniserregend, dass viele Kleinbauern dichtmachen, schließlich trage ein kleiner Bauer mehr Verantwortung für seine Tiere und die Menschen in seiner Umgebung. Um die kleinen, privaten Betriebe zu fördern, sollen die Subventionen anders strukturiert werden. Zudem fordert sie in diesem Zusammenhang einen Abbau der Bürokratie.

Während derzeit von Politikern immer wieder zu hören ist, dass die Internetverbindungen auf dem Land verbessert werden müssen, steht bei Jeckel ein anderer Aspekt im Fokus: „Bevor 5G ordentlich ausgebaut wird, soll erstmal ,National Roaming’ ausgebaut werden, damit das Handynetz gestärkt wird.“ Dabei buchen sich Mobilfunkgeräte automatisch in das Netz ein, das an dem jeweiligen Standort den besten Empfang bietet. Dies sei auch gesünder für die Nutzer, denn je schlechter das Netz ist, umso größer ist die Handystrahlung, die das Gerät aussendet, um ein Netz zu finden. Dadurch erhöhe sich die Belastung für den menschlichen Körper, erklärt Jeckel.

Auch nachhaltige Energieversorgung ist Jeckel ein großes Anliegen, doch die Nutzung etwa von Windkraft müsse sinnvoll vonstatten gehen. Die Anlagen werden abgebaut, sobald sie nicht mehr subventioniert werden, sagt sie. Um unnötigen Sondermüll – beispielsweise durch die Rotorblätter – zu vermeiden, sollten die Anlagen in Betrieb bleiben, bis sie nicht mehr funktionieren. „Außerdem geben sie eine instabile Energie ab. Das heißt, dass sie manchmal zu viel Energie produzieren, die nicht gespeichert werden kann“, mahnt sie. Das sei ein großes Problem, denn: „Wenn wir zu wenig Energie haben, kaufen wir sie aus dem Ausland dazu. Das ist auch nicht ökologisch, denn wie sie da hergestellt wird, wissen wir nicht.“

Auch was den Trend zur E-Mobilität angeht, mahnt sie zur Vorsicht. „Unsere Infrastruktur gibt das nicht her, dass alle Leute E-Auto fahren, weil das Stromnetz dafür nicht stark genug ist.“ Nur von Windkraft und Solarenergie könne der Bedarf auf lange Sicht nicht gedeckt werden, weil bereits jetzt schon mehr Energie benötigt wird. Das europäische Stromnetz sei außerdem zu fragil. „Wenn jetzt schon alle gleichzeitig Strom ziehen, kommt es zu Spitzen, die das System schnell überlasten können.“

Aus diesem Grund steht sie auch dem Atomausstieg kritisch gegenüber: „Auch dann werden wir Strom aus dem Ausland kaufen müssen.“ Dabei zieht sie eine Parallele zum Verbot von Massentierhaltung. „Die Leute wollen ja Fleisch essen, also müsste auch dieses aus dem Ausland gekauft werden, wo völlig andere Standards der Produktion zugrunde liegen“, ergänzt sie.

Im Hinblick auf die Coronapolitik spricht sie sich klar gegen eine Impfpflicht aus. Sie sieht bei den derzeitigen Regelungen die Gefahr einer Zweiklassengesellschaft, in der ungeimpfte Nachteile haben. „Wir haben eine indirekte Impfpflicht, wenn Ungeimpften der Zutritt verwehrt wird“, wirft sie der Regierung vor. „Ich finde es unverantwortlich, wie damit umgegangen wird.“ Schließlich sei der Impfstoff ein experimenteller, der notzugelassen ist. Vor allem den Corona-Impfungen von Kindern steht sie kritisch gegenüber, weil diese Gruppe ja auch meist einen leichten Verlauf habe.

Die Testpflicht sei ebenfalls problematisch, wenn die Tests für Ungeimpfte nicht kostenfrei bleiben. „Wenn ein Test dann zwei Euro kostet, ist das noch in Ordnung, aber wenn ein Test zehn Euro kostet, kann sich das nicht jeder leisten.“