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Rimschweiler feiert Kerwe trotz Corona

Rimschweiler Kerwe : Märchenstunde vor der Turnhalle

Die Rimschweiler Straußjugend hält an der Kerwetradition fest. Auch in Coronazeiten passierte einiges, was in der Kerwerede erzählt wurde.

Kein Stadtfest, keine Feste im Dorf. Alles ist ausgefallen. „Können wir da überhaupt eine Kerwerede halten?“, fragten sich die Rednerinnen und Redner Anna Hofmann, Paula Kämmer, Benny Bastian und Eric Frevel. „Ich habe eine Idee. Wir lesen einfach ein paar Märchen vor.“

Und die beiden Straußmädchen und die beiden Straußbuben lasen vom Dach der KulTuS-Halle – mit Abstand – aus einem großen Märchenbuch den über 100 Zuhörern Geschichten vor. Und wie jedes Märchen begann es mit einem „Es war einmal“, dass sich ein Rimschweiler Straußmädchen nach New York aufmachte, um dort ein Jahr als Au-pair zu verbringen. In einem Tagebuch hielt sie dann den Besuch einer Rimschweiler Gruppe fest. „Die wurden überall komisch angeguckt. Rimschweiler stechen halt heraus“, lautete das Fazit der Wahl-New Yorkerin.

Auch in Rimschweiler passierte Einiges, auch wenn die Feste, stets ein Füllhorn von Themen, ausgefallen sind. So gerieten wie bereits in den letzten Jahren zwei Straußmädchen in den Fokus der Polizei, weil sie sich einem Freizeitverein der Raser angeschlossen haben. Ein anderer Bewohner musste feststellen, dass man auch mit einem E-Roller nicht alkoholisiert fahren darf. Sonst ist der Führerschein weg.

Angelehnt an die Sendung mit der Maus klärten die vier Kerweredner auch Einiges über Corona. Zum Beispiel, wie man eine gelbe Mund-Nasen-Maske erhält. Mit Corona hatte auch der Fall eines Rimschweilers zu tun, der zwei Päckchen Hefe wollte. Nach der Melodie von Princes Hit „Purple Rain“ wurde die Geschichte vorgetragen.

Und im Urlaub passierten Geschichten, die vorgetragen werden mussten. Sei es beim Stadtbummel in Mallorca oder beim Campen bei Mauschbach. Berichtet wurde auch über Kommunikationsprobleme beim TuS Rimschweiler oder von einer mysteriösen Couch, die auf der Austraße stand und plötzlich wieder verschwand. Mysteriös. Märchenhaft. Wie die Kerwerede.

„Das war wichtig, dass wir auch in der besonderen Situation was machen“, sagte der Straußbuben-Vater Florian Faust. Und nicht nur für die rund 30 Straußmädchen und -buben. Sondern auch für den Ort, wie die Zuhörer bei der Kerwerede mit ihrem Applaus unterstrichen. Neben der Rede gehören auch die bunten Kerwesträuße zur Tradition. An der KulTuS-Halla am Gasthaus Zur Post oder am Hasenheim hängen ein weiteres Jahr die sichtbaren Zeichen einer Tradition.

Der samstägliche Umzug, der Umzug mit den Sträußen am Sonntag mit Musik oder der Kerwetanz in der KulTuS-Halle fielen dagegen aus. „Das war in dem Jahr nicht möglich“, meinten der Straßbuben-Vater und der Wirtschaftsvorstand des TuS Rimschweiler, Christian Lang, unisono. „Aber der Biergarten auf dem Parkplatz war auch ganz schön“, meinte Kerwerdner Benny Bastian. „Es ist halt was anderes.“

Die rund 250 Gäste feierten friedlich und nach den Coronaregeln die Kerwe. Dabei wurde die Rimschweiler Straußjugend von Kollegen aus Hengstbach, Hornbach, Wattweiler oder Riedelberg besucht. Heute laden die Gaststätten und der TuS zu den traditionellen Frühschoppen und zum Leberknödelessen in die Lokale beziehungsweise in die Biergärten ein.