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Rein in gelbe Zone, raus aus gelber Zone: Verwirrung in Zweibrücken um Corona-Einstufung

Corona in Zweibrücken : Rein in gelbe Zone, raus aus gelber Zone

Verwirrung um Gefahrenstufe für Zweibrücken: Am Donnerstagmittag galt noch „gelb“ – abends dann nicht mehr. Dennoch nimmt das Rathaus die Pandemie ernst und mahnt die Bürger, Maske und Hygiene nicht zu vernachlässigen.

Der „Warn- und Aktionsplan“ der Landesregierung hat am Donnerstag im Zweibrücker Rathaus für manch offene Frage gesorgt. Bereits am Mittwochabend galt auf Grund der Vorgaben: Weil in der Rosenstadt binnen sieben Tagen acht Neu-Infektionen gezählt worden waren (wir berichteten in unserer Donnerstagausgabe), galt: Nun befindet sich Zweibrücken in der sogenannten „Warnstufe Gelb“.

Aus diesem Grund bat die Verwaltung um 14 Uhr zu einem Pressegespräch ins Rathaus. Denn die Stufe „Gelb“ sieht vor, dass die Bürger zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen und erneut daran erinnert werden sollen, wie wichtig das Tragen der Maske und das Einhalten der Hygieneregeln ist.

Bürgermeister Christian Gauf (CDU) leitete das Gespräch, Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD), derzeit in Urlaub, nahm dennoch daran teil um sich einzubringen, ebenso die Beigeordnete Christina Rauch (CDU) und der Landtagsabgeordnete und Zweibrücker Mediziner Christoph Gensch (CDU), ferner Stadtmitarbeiterin Christine Brunner.

Um 14 Uhr galt noch: Die Stadt ist in der „gelben Zone“. Der sogenannte „Inzidenzwert“ gibt dies vor. Der berechnet sich anhand der Zahl von Erkrankungen in einer Stadt von 100 000 Einwohnern. Liegt die Zahl der Neuerkrankungen binnen sieben Tagen bei 20 bis 34, gilt die Stufe gelb, von 35 bis 49 gilt „orange“, über 50 dann „rot“ – mit dann einschneidenden Maßnahmen wie der Einschränkung des öffentlichen Lebens, strengen Kontrollen und mehr.

Um es vorweg zu nehmen: Was um 14 Uhr galt, war – erfreulicherweise – einige Stunden später nicht mehr aktuell. „Wir liegen nicht mehr in der gelben Zone“, freute sich Bürgermeister Gauf, als er abends den Merkur informierte. Tatsächlich war die Karte des Landes (einsehbar auf corona.rlp.de) an der Stelle, an der Zweibrücken eingezeichnet ist, weiß. Ein gutes Zeichen. Und die Erleichterung war Gauf anzuhören.

„Wieso wir plötzlich von gelb auf weiß zurückgegangen sind, kann ich spontan nicht sagen“, erklärte Gauf. Es sei die Frage, welche Zählweise das Land habe, ob Mainz möglicherweise Infos habe, die Zweibrücken in der Aktualität noch gar nicht vorlägen?

Zurück zum Pressegespräch um 14 Uhr: Da machten Wosnitza, Gauf, Rauch und Gensch darauf aufmerksam, wie wichtig es sei, dass die Bürger weiter Disziplin wahren und die Maske tragen, Abstand halten, Hygiene einhalten.

„Das Ordnungsamt führt Kontrollen durch. Das machen wir bereits die ganze Zeit“, sagte Rauch (siehe hierzu auch Bericht auf Seite 14). Die acht Vollzugskräfte könnten natürlich nicht überall sein. Aber sie kontrollierten stetig, jetzt, in der gelben Phase, noch intensiver. Da die Bürger aber wenig Anlass zu Kritik gäben, sei sie auch nicht besorgt, machte Rauch deutlich. Dennoch: Immer wieder der Appell: Maske! Abstand! Hygiene!

In der gelben Zone (gilt umgerechnet für Zweibrücken ab zirka 7 bis 8 Neuinfektionen) ist der Appell das Maß der Dinge. „In der nächsten Stufe ,Orange’ gilt es bereits, eine Task-Force zu bilden, ferner die Kontrollen zu verstärken“, sagte Gauf.

Die Task-Force stehe für den Fall der Fälle bereits in den Startlöchern. Ab zirka 12 Neu-Infektionen binnen der letzten sieben Tage gelte „orange“ (die Stufe „rot“ gälte ab zirka 17 bis 18 Neu-Infektionen). Bei einer relativ kleinen Stadt wie Zweibrücken ist das Hineingleiten von einer Stufe in die nächste schnell geschehen, verdeutlichte Gensch. Es sei nicht einfach, den Überblick zu behalten, sagte der Landespolitiker und Mediziner. Es sei teilweise gar ein „Verwirrspiel“, machte er deutlich.

Doch ist in diesem komplizierten Spiel derjenige am besten beraten, der konsequent auf Maske und Hygiene setzt.

Die jüngsten Neu-Erkrankungen seien vor allem auf Familienfeiern zurückzuführen, sagte Gauf. Das sei eine andere Qualität, als wenn, über die Stadt verteilt, vereinzelt Infektionen aufflammen, betonte Gensch. Eine Fieber-Ambulanz könne, im Fall der Fälle „binnen zwei bis drei Tagen“ in der Stadt installiert werden, sagte Wosnitza.

So weit muss es nicht kommen. Wenn die Bürger achtsam sind – und es bleiben.