1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Rea Garvey überzeugt in Zweibrücken

Strandkorb-Konzert : Gute Laune und gute Musik

Ex-Reamonn-Frontmann Rea Garvey und seine Band waren beim Strandkorb-Konzert offensichtlich mit Freude dabei.

Ein bisschen außer Puste, ein bisschen abstützen am Mikrofonständer, ein bisschen durchschnaufen – mit viel Humor präsentierte Rea Garvey am Donnerstagabend beim Strandkorb Open-Air auf dem Zweibrücker Flughafengelände, was die Corona-Pandemie mit ihm gemacht hat. Oder ist es doch das Alter des Vollblutmusikers, das genauso voranschreitet wie das seiner jahrelangen Fans?

Eigentlich auch egal, denn zwischen Witzeln und Durchschnaufen zeigte der irische Sänger und Wahl-Deutsche, was es heißt, wenn er mit seiner Band wieder auf der Bühne stehen darf. Die Freude war aber nicht nur im Publikum zu spüren, auch Garvey selbst wurde nicht müde, seine Freude in dem für ihn so charmanten gebrochene Deutsch zu packen: „Es ist ein wahnsinns-schönes Gefühl, euch zu sehen, auch wenn die Bühne größer und höher ist als mein Haus“ und versicherte: „Wir geben mehr als 100 Prozent, wir geben fucking alles“ – um nur einmal das F-Wort zu nennen, das an diesem Abend noch so einige Male fiel.

Musikalisch zeigte Garvey mit seiner Band eine Bandbreite an bekannten Liedern aus den letzten zwei Jahrzenten, die sowohl in der Zeit von 1998 bis 2010 als Reamon und anschließend unter seinem Solonamen entstanden sind. Da durften Stücke wie „Supergirl“, „Is it love“, „Kiss me“, „Tonight“ oder auch das aktuellste „The One“, das Rea Garvey seiner 15-jährigen Tochter widmete, nicht fehlen. Ergänzt wurden die eigenen Stücke durch ein paar Coversongs, wie es Rea Garvey im Rahmen seiner Yellow Jaket Sommer Session getan hatte, bei der er bei Youtube über die letzten Monate regelmäßig mit anderen Künstlern Songs coverte. „Bei manchen hätte man sich gewünscht, sie selbst geschrieben zu haben“, gab er grinsend zu. Aber Hauptsache, sie seien überhaupt geschrieben worden.

Das, und da plauderte Rea Garvey an diesem Abend nicht zum einzigen Mal aus dem Nähkästchen, sei ihm vor vielen Jahren, noch ganz zu Beginn seiner musikalischen Karriere bereits durch ein Erlebnis bewusst geworden, das sich ausgerechnet in Pirmasens ereignete. Erst wollte er die Clubs auschecken, „das hat nicht lang gedauert“, dann stand er schließlich in einem Club, in dem ausgerechnet sein eigener Song gespielt wurde. Allerdings nicht von ihm, denn: „Keiner hat sich für mich interessiert“, erinnerte er sich sichtlich amüsiert. Da sei ihm klar geworden, dass es nicht um die Person, sondern um das Lied an sich ginge.

Nun denn, in Zweibrücken ging es natürlich trotzdem um ihn und seine Band und genau das wollten die Zuschauer ja auch sehen und hören und wurden nicht enttäuscht.

Eine Enttäuschung gab es dann aber doch. Statt der angedrohten 150 Prozent und „fucking alles“, gingen erstmals eine Stunde und fünfzehn Minuten nach Konzertbeginn die Lichter auf der Bühne aus. Natürlich ließ sich die Band für ein paar Zugaben erweichen. Und mehr noch, die Besucher in Zweibrücken durften dann sogar Zeuge von etwas Besonderem werden: der ersten Liveperformance seines neuestes Liedes „Never Giving Up“. Vorsichthalber, so „drohte“ Garvey noch wenige Minuten zuvor, wolle er es einfach zweimal singen, damit es am Ende wenigstens einmal gut gehe.