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Rat stimmt S-Bahn-Finanzierung zu

Rat stimmt S-Bahn-Finanzierung zu

Mit knapp 1,44 Millionen Euro soll sich Zweibrücken an den Kosten für die Reaktivierung der Bahnlinie nach Homburg beteiligen. Die Stadträte sind bereit, dieses Geld auszugeben und stimmten einem entsprechenden Finanzierungskonzept zu.

Der Zweibrücker Stadtrat fordert seit Jahren die Verlängerung der S-Bahn von Homburg nach Zweibrücken . Das Gremium stellte sich auch in der Sitzung gestern Abend einstimmig hinter das Vorhaben. Auch wenn es um Geld aus der Stadtkasse ging. "Wir haben immer gewusst, dass wir Geld in die Hand nehmen müssen, wenn es an die Umsetzung geht", sagte Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD ).

Nach den Regularien des Zweckverbands Verkehrsverbund Rhein-Neckar (ZRN) beteiligen sich weitere westpfälzische Kommunen an der Finanzierung. Nach dem vorgelegten Konzept beträgt der Anteil Zweibrückens an den Planungskosten 107 000 Euro und an den Baukosten 1,332 Millionen Euro (wir berichteten). Die übrigen westpfälzischen Städte und Kreise im ZRN zahlen zusammen rund 1,289 Millionen Euro für die Planung. An den Baukosten sind sie dagegen nicht beteiligt.

"Es ist wichtig, dass wir damit ein Signal geben, dass wir zu unserer Forderung stehen", sagte Pirmann. Wobei er erwähnte, dass die Zahlen noch auf einer Schätzung beruhten. "Wer A sagt, muss auch B sagen", begründete Kurt Dettweiler (FWG) die Zustimmung. "Das ist ein Gewinn für Zweibrücken ", sagte Manfred Weber (AfD). "Mit der Zustimmung sind wir noch nicht am Ende. Auch wenn es ein kleiner ist, ist es ein wichtiger Schritt", sagte Stéphane Moulin (SPD ).

Norbert Pohlmann (Grüne) und auch Ingrid Kaiser (FDP ) fragten nach dem Stand der Dinge bei der Realisierung des Vorhabens (Pohlmann), beziehungsweise wie viel die Stadt Homburg zahlt. Nach Auskunft von Willi Conrad, zuständiger Mitarbeiter des städtischen Bauamts, sei unbekannt wie sich die Stadt Homburg an den Kosten beteiligt. Und in Sachen Regionalisierungsmitteln werde weiter verhandelt, ergänzte Pirmann. Das Saarland hatte von deren Aufstockung durch den Bund eine Zustimmung abhängig gemacht.

"Wir sollten unsere Zustimmung nicht davon abhängig machen, ob oder wie viel Homburg zahlt", sagte Christoph Gensch (CDU ). In Sachen Regionalisierungsmittel müssten zudem alle Kommunalpolitiker in ihren Parteien in Mainz und Saarbrücken Druck machen. Oberbürgermeister Pirmann sagte, dass Innenminister Roger Lewentz (SPD ) zu seinem Wort stehe, das Projekt umzusetzen. Die Stadtwerke Zweibrücken haben auch im vergangenen Jahr einen Millionengewinn erzielt. Dabei gelang es dem Unternehmen sogar, die Zahlen von 2013 deutlich zu übertreffen: 2014 betrug der Gewinn 4,79 Millionen Euro , im Jahr zuvor waren es 2,8 Millionen Euro . Das starke Ergebnis für 2014 rührt vor allem aus dem Kernbereich Strom, Gas und Wasser. Die Erlöse beim Strom erhöhten sich um rund 1,5 Millionen Euro . Beim Gas gab es allerdings um rund 2,4 Millionen Euro niedrigere Erlöse. Die gestiegene Menge beim Wasserabsatz führte zu einem Plus von 85 000 Euro . Das Hallenbad war erneut ein Verlustbringer: 2014 schrieb das Badeparadies ein Minus von 1,3 Millionen Euro - wie bereits 2013.

Die Personalaufwendungen lagen 2014 bei rund 6,7 Millionen Euro , das waren 645 000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Einschließlich Azubis arbeiteten 125 Personen für die Stadtwerke (2013 waren es 128).

Die Stadt Zweibrücken darf sich über die starken Zahlen der Stadtwerke , die Geschäftsführer Werner Brennemann gestern Abend dem Stadtrat vorlegte, freuen. Als städtische Tochter haben die Stadtwerke einen Gewinnabführungsvertrag mit dem Rathaus. Insgesamt schütten die Stadtwerke 2,44 Millionen Euro an den UBZ (wiederum eine städtische Tochter) beziehungsweise direkt an die Stadt aus. Der Anteilseigner Thüga AG in München (hält 25,1 Prozent an den Stadtwerken) bekommt 1,29 Millionen Euro . An das Finanzamt werden 241 000 Euro überwiesen. Der Stadtrat begrüßte die Erläuterungen der Stadtwerke und lobte die Unternehmensentwicklung.