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Rampe vor Bubenhauser Kreisel zur Autobahn 8 in Zweibrücken

Bauarbeiten ab Juli: Hang-Aufschüttung und Sperrung der A 8-Auffahrt Zweibrücken auch vom Kreisel her erforderlich : Überflieger wird drei bis vier Monate umgebaut

Für die Einfädelspur ist eine Hang-Aufschüttung erforderlich. Während der Bauzeit wird die Autobahn-Auffahrt Zweibrücken-Mitte Richtung Saarland komplett gesperrt.

Der umstrittene Zweibrücker Überflieger wird sicherer. Dass dafür eine Einfädelspur gebaut werden muss, hatten der LBM (Landesbetrieb Mobilität) und das Autobahnamt schon Ende Juni 2019 gefordert, drei Monate nach der Eröffnung des Überfliegers. Nicht nur Vermessungsarbeiten und die üblichen Planungsschritte, sondern offensichtlich auch Kommunikationsprobleme zwischen LBM, Autobahnamt und UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) hatten einige Zeit gebraucht, um das Wie des Einfädelspur-Baus zu klären.

Jetzt aber ist die Planung da – und der hierbei hauptverantwortliche UBZ nennt auf Merkur-Nachfrage mehrere neue Details.

Stadt und UBZ hatten zunächst geglaubt, es könne ausreichen, die Einfädelspur einfach und kostengünstig durch Markierungen auf dem Asphalt kenntlich zu machen – doch die verfügbare Fläche war dem Autobahnamt Montabaur zu gering (wir berichteten). Der UBZ-Vorstandsvorsitzende Werner Boßlet erklärt nun auf Merkur-Anfrage: „Um die Einfädelspur zu errichten, ist teilweise eine Anschüttung notwendig, damit eine Einfahrbahnbreite von 3,50 Meter durchgehend erreicht wird.“ (Direkt nach der asphaltierten Fläche fällt der Hang bislang steil zur Gottlieb-Daimler-Straße hin ab.) „Die Einfädelspur wird nach Fertigstellung 150 Meter lang sein“, erläutert Boßlet.

Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) hatte Mitte Januar beim Zweibrücker Neujahrsempfang unter starkem Applaus angekündigt: „Noch dieses Jahr wird es die Einfädelspur geben.“ Dieser Zeitplan ist auch nach den jetzigen Worten Boßlets einzuhalten: Gebaut werden solle im Zeitraum Juli bis Oktober.

Weniger erfreulich für die Verkehsteilnehmer dürfte die folgende Aussage Boßlets sein: „Während dieser Bauzeit wird sowohl der Überflieger als auch die Auffahrt zur Autobahn gesperrt sein.“ Das heißt: Die Autobahn-Auffahrt Zweibrücken wird in Fahrtrichtung Saarland drei bis vier Monate überhaupt nicht mehr nutzbar sein, auch nicht vom Kreisel her kommend.

Boßlet hat auf die Merkur-Fragen aber auch noch eine gute Nachricht parat: Dank der Einfädelspur können nach Kenntnisstand des UBZ die beiden Stoppschild am Ende des Überfliegers beseitigt werden.

Dies beiden Stopp-Schilder am Ende des Überfliegers hatte der UBZ vergangenen Juli aufstellen lassen. „Wir machen das, bevor irgendwas passiert“, hatte UBZ-Chef Werner Boßlet erklärt. Ihm sei klar, so räumte damals Boßlet mit offenen Worten ein, dass diese Lösung einer traurigen Komik nicht entbehrt. „Ich habe das in ganz Deutschland noch nicht gesehen – ein ,Überflieger’ mit Stopp-Schildern am Ende . . .“

Bei dem Überflieger handelt es sich um eine Straßen-Rampe, auf der man – von der Innenstadt kommend – durchs Vermeiden der Einfahrt in den Bubenhauser Straße schneller auf die A 8 kommen soll. Vor allem war aber erklärtes Ziel, den Kreisel zu entlasten. Der „Überflieger“ wird so genannt, weil er über die Gottlieb-Daimler-Straße führt. Er zweigt wenige Meter vor dem Kreisel ab.

Die Einfädelspur war in der jahrzehntelangen Planung des Überfliegers zwar schon vorgesehen worden – sei bei der endgültigen Planung dann aber „verschütt’ gegangen“, wie es der Stadtsprecher formulierte. Aufgefallen war das weder dem für die Planung federführenden UBZ noch den Experten bei LBM und Autobahnamt, die die Pläne absegneten.

Warum durch den neuen Überflieger eine neue Gefahrenstelle entstand, hatte der Merkur-Lokalreporter in einem Kommentar zwei Wochen nach der Verkehrsfreigabe so geschildert: „Kollisionen sind programmiert. Der breite Überflieger mit guter Sicht auf die Autobahn verführt zum Schnellfahren. Viele ortsunkundige Autofahrer werden, wenn sie von der höchsten Stelle des Überfliegers bergab brausen, geradeaus Richtung Autobahn schauen – und über das Vorfahrt-achten-Schild in der Senke am Ende des Überfliegers hinwegblicken. Drastisch verschärft wird die Gefahr dadurch, dass die Auffahrt vom Kreisel zur Autobahn fast parallel zum Überflieger verläuft und durch dessen Leitplanke verdeckt ist. Ob hier ein Auto heranfährt, ist also erst erst im letzten Moment und nur mit scharfem Schulterblick erkennbar. Hier muss die Verkehrsführung dringend nachgebessert werden, um schwere Unfälle zu vermeiden!“

Tatsächlich gab es bald darauf den ersten (zum Glück nur leichten) Unfall. Der LBM reagierte schnell, stufte den Neubau als „gefährlich ein“, ordnete zunächst die Stopp-Schilder an – bis LBM und Autobahnamt Ende Juni nachlegten: Um die Gefahrenquelle wirklich zu entschärfen, müsse noch eine Einfädelspur angelegt werden.

Laut Boßlet werden die Kosten für den Bau der Einfädelspur auf 220 000 bis 250 000 Euro geschätzt. Die gute Nachricht für Zweibrücken: Die Baukosten trägt (wie bereits im Januar mitgeteilt) der Bund.

Was hat der ursprüngliche Überflieger-Bau gekostet? Boßlet schreibt: „Für die Errichtung des Überfliegers sind bisher 1,6 Millionen Euro angefallen.“ Weil der Überflieger als der Autobahn zugehörig gewertet wird, trägt grundsätzlich die Baukosten der Bund, Zweibrücken nur die Planungskosten (wir berichteten).

 Die zunächst vom UBZ aufgestellten „Vorfahrt achten“-Schilder am Ende des Überfliegers waren dem LBM (Landesbetrieb Mobilität) und dem Autobahnamt zu wenig: Sie wurden im Juli 2019 durch Stoppschilder ersetzt und zudem der nachträgliche Bau der vergessenen Einfädelspur gefordert. Ein Jahr später wird diese nun wohl zu bauen begonnen.
Die zunächst vom UBZ aufgestellten „Vorfahrt achten“-Schilder am Ende des Überfliegers waren dem LBM (Landesbetrieb Mobilität) und dem Autobahnamt zu wenig: Sie wurden im Juli 2019 durch Stoppschilder ersetzt und zudem der nachträgliche Bau der vergessenen Einfädelspur gefordert. Ein Jahr später wird diese nun wohl zu bauen begonnen. Foto: Jan Althoff
 Lang und breit, für Radfahrer verboten: Allzu leicht erliegen unaufmerksame Autofahrer der optischen Täuschung, sie wären hier schon auf der Autobahn. Doch unmittelbar vor der eigentlichen Autobahn-Auffahrt kreuzt noch ein von schräg hinten kommender (nur mit radikalem Schulterdrehen einsehbarer) Straßenarm vom Bubenhauser Kreisel die Überflieger-Rampe, bevor es tatsächlich auf die A 8 geht.
Lang und breit, für Radfahrer verboten: Allzu leicht erliegen unaufmerksame Autofahrer der optischen Täuschung, sie wären hier schon auf der Autobahn. Doch unmittelbar vor der eigentlichen Autobahn-Auffahrt kreuzt noch ein von schräg hinten kommender (nur mit radikalem Schulterdrehen einsehbarer) Straßenarm vom Bubenhauser Kreisel die Überflieger-Rampe, bevor es tatsächlich auf die A 8 geht. Foto: Lutz Fröhlich

Zur Vorbereitung auf den Bau der Einfädelspur werden der Überflieger selber und die Autobahnauffahrt aus dem Bubenhauser Kreisel daneben eine Woche lang gesperrt. Termin: 2. bis 5. Juni. Die Umleitung erfolgt während der Baugrund-Untersuchungen über die Gottlieb-Daimler-Straße, Kinokreisel, Kreisel am Baumarkt, Auffahrt 31 Fahrtrichtung Neunkirchen.