Rainer vom Berg : Engagement zum Wohle Zweibrückens

Rainer vom Berg hat als engagierter Ehrenamtler im Laufe seines Lebens viel für andere Menschen getan und Meilensteine in der Stadtentwicklung Zweibrückens gesetzt. Stichworte sind Opferhilfe Weißer Ring, Skater-Halfpipe auf dem Exe und Spiegelteleskop in der Volkssternwarte auf dem Kreuzberg. Kommende Woche feiert der gebürtige Essener seinen 80. Geburtstag.

Rainer vom Berg gehört zu den Menschen, die etwas bewegen wollen in ihrem Leben, die Missstände sehen und beheben und zur Verbesserung der Welt beitragen – vorzugsweise vor Ort, in ihrem Umfeld. Der Zweibrücker hat mit seinem Engagement im Laufe der Jahrzehnte deutliche Spuren hinterlassen, von denen die Stadt und ihre Menschen noch immer profitieren. „Das liegt an meinem Helfersyndrom“, erklärt der Rentner freimütig.

Bekannt wurde der gebürtige Essener, der über die Bundeswehr als Fernmeldetechniker nach Zweibrücken kam und hier blieb, unter anderem durch zwei spektakuläre Spendenaktionen. Dank seiner Fähigkeit, Menschen von sinnvollen Projekten zu überzeugen und zum Handeln zu bewegen, gelang es dem langjährigen Außendienst-Mitarbeiter und später selbstständigen Handelsvertreter, sowohl eine Skater-Halfpipe auf dem Zweibrücker Exe als auch das Fernrohr in der Volkssternwarte auf dem Kreuzberg mit Spendengeldern zu finanzieren.

Rainer vom Berg erklärt seinen Erfolg so: „Um andere Menschen mit Begeisterung anzustecken, musst du selbst für etwas brennen. Und am besten als leuchtendes Vorbild vorausgehen.“ In der Hoffnung, abseits der etablierten Parteien etwas Positives für die Stadt Zweibrücken bewegen zu können, hat sich Rainer vom Berg 18 Jahre lang in der Freien Wählergemeinschaft (FWG) stadtpolitisch engagiert. Bevorzugte Themen waren Bauvorhaben sowie soziales Miteinander.

Zu seinen größten Erfolgen gehört das Durchsetzen einer Fußgänger-Ampel zwischen der Thomas-Mann-Schule und dem jenseits der viel befahrenen Straße gelegenen Sportplatz. Mit einem Herz für die Jugend hatte er zunächst in den Sommerferien eine Mini-Halfpipe angemietet und den kleinen Exe in ein Skaterparadies verwandelt. Schließlich gelang es ihm, damals 60 000 D-Mark für den Kauf einer eigenen, großen Skater-Halfpipe bei Unternehmen, Vereinen, Parteien und Bürgern auf der Straße einzusammeln.

Und noch ein zweites Mal bat der charismatische Macher seine Mitmenschen um Hilfe. Als eines der ersten Mitglieder des Naturwissenschaftlichen Vereins (Nawi) Zweibrücken wirkte er dabei mit, die der Öffentlichkeit zugängliche Volkssternwarte auf dem Kreuzberg zu finanzieren. Allerdings durch einen Bankkredit und lediglich das heute als „R2D2“ bekannte Gebäude. Was fehlte, war ein Teleskop. „Kannst du nicht was machen?“, fragte Vereinskamerad Wolfgang Ohler.

Überzeugt von dem Ansinnen, allen Interessierten die eigene Faszination der Sternenwelt zugänglich zu machen und gestärkt durch seine positiven Erfahrungen und den Erfolg mit der Halfpipe, putzte Rainer vom Berg erneut Klinken. Diesmal für das 43 000 D-Mark teure 14 Zoll-Fernrohr, das bereits wenig später auf dem Kreuzberg installiert wurde und aus dem bei klarer Sicht an jedem Freitagabend und manchmal auch an Wochenenden der Kosmos optisch herangeholt werden kann. „Wir freuen uns über viele Interessierte“, erinnert der begeisterte Sternengucker daran, dass Gäste zu jeder Zeit willkommen seien und nicht nur zu Veranstaltungen wie der jährlichen Sternschnuppen-Nacht.

Vor 17 Jahren übernahm der mittlerweile stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Rosenfreunde und Vorstand der Oskar-Scheerer-Stiftung zudem den Vorsitz vom „Weißen Ring“ in Zweibrücken, der bundesweiten Opferhilfsorganisation. „Den Tätern hilft der Staat organisatorisch wie finanziell. Die Opfer bleiben allein auf sich gestellt“, teilt der Freidenker die Meinung von Eduard Zimmermann, der als Gründer des Weißen Rings mit seiner TV-Sendung „XY ungelöst“ das Thema vor Jahrzehnten bereits in alle Wohnzimmer trug und Menschen dafür sensibilisierte.

Über eine Zeitungsannonce wurde Rainer vom Berg auf die damalige Vakanz aufmerksam und übernahm parallel zu seiner Ausbildung im Bereich Opferhilfe bereits den Zweibrücker Ortsverein. Seitdem leitet er ein sechsköpfiges Team, das im Jahr Opfern in maximal 30 bis 40 Fällen zur Seite steht – von Diebstahl über häusliche Gewalt bis hin zur Vergewaltigung. Zweibrücken sei aber eine vergleichsweise sehr ruhige und sichere Stadt. Der kommunikative Helfer beschreibt: „Wir werden permanent geschult, unter anderem in Gesprächsführung mit den Opfern, die unter Umständen traumatisiert sein könnten.“

So lange es ihm gesundheitlich möglich ist, will der engagierte Ehrenamtler hier weiter wirken. Sein Stellvertreter Manfred Hilgert stehe als Nachfolger bereits in den Startlöchern, sei jedoch noch beruflich zu sehr eingespannt.

Am 24. Januar feiert Rainer vom Berg zusammen mit Lebensgefährtin Gabriele Klein, Tochter Anice, Schwiegersohn Erich Schwarz und Enkel Julian sowie Freunden seinen 80. Geburtstag.