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Radler müssen am Busbahnhof Zweibrücken weiter schieben

Zweibrücker Stadtrat warnt vor Gefahren – Straßenverkehrsbehörde und Polizei hätten keine Bedenken : Antrag für testweise ZOB-Öffnung für Radfahrer gescheitert

Fahrradfahrer müssen am Zweibrücker Busbahnhof auch künftig ihr Rad schieben. Die Bürgernah-Fraktion hatte für ihren vorgeschlagenen Schritttempo-Test zwar Unterstützung des Stadtvorstands – scheiterte aber im Stadtrat deutlich.

„Fahrrad fahren statt schieben“ – mit diesem Antrag wollte die Bürgernah-Fraktion ermöglichen, dass Radler am Zweibrücker ZOB (Zentraler Omnibus-Bahnhof) künftig nicht mehr absteigen müssen. Und so schneller über die Gutenbergstraße die City durchqueren können. Zunächst schien es auch gut zu laufen im Stadtrat für Fraktionschef Dirk Schneider. Die Beigeordnete Christina Rauch (CDU) stellte sich namens des (rot-schwarzen) Stadtvorstands hinter den Antrag.

Die Straßenverkehrsbehörde des Ordnungsamts hätte „keine Bedenken, das Radfahren am ZOB und sogar in der Fußgängerzone (was der Antrag nicht vorsieht, Anm. d. Red.) zu erlauben – das wird grundsätzlich als Belebung dieses Bereiches gesehen.“ Wie von Schneider vorgeschlagen, könne das Radeln per Beschilderung mit Schrittgeschwindigkeit erlaubt werden. Auch Stadtbus-Gesellschaft und Polizei hätten keine Sicherheitsbedenken. Rauch bat nur, die von Schneider vorgeschlagene Testphase von zwölf auf sechs Monate zu verkürzen. Doch mehrere Ratsmitglieder äußerten massive Sicherheitsbedenken. Zwar argumentierte Schneider, nirgendwo sonst innerorts in Zweibrücken sei eine Straße so breit wie der ZOB, da reiche der Platz für Radler allemal. Aber Ingrid Kaiser, Ulrich Schüler (beide FDP), Patrick Lang und Thomas Körner (beide FWG) warnten, insbesondere wegen der vielen Schüler sei am ZOB oft viel Gewusel, zudem schwenkten die Busse auch aus – das würde viel zu gefährlich für alle Beteiligten. Berni Düker (SPD) sprach gar von „Chaos“. Klaus Fuhrmann (SPD) betonte, selbst seine Bürgerinitiative „Pro Fahrrad“ habe eine ZOB-Öffnung fürs Radfahren „mit großer Mehrheit als viel zu gefährlich eingestuft, Unfälle wären vorprogrammiert“. Der Stadtrat lehnte den ZOB-Öffnungstest mit 25 zu 10 Stimmen ab.)

Dagegen stimmte der Rat mit 25:4 zu, dass die Verwaltung demnächst ein Fahrradabstellkonzept vorstellt. Wosnitza berichtet, am Bürgerzentrum Max 1 habe die Stadt gerade schon zehn Stellplätze geschaffen.