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Prozess gegen Serientäter: Frau räumt alle Vorwürfe ein

Prozess gegen Serientäter: Frau räumt alle Vorwürfe ein

Überraschung am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht. Im Prozess gegen zwei mutmaßliche Serientäter gesteht die Mitangeklagte in vollem Umfang. Das Gericht steht mit der Zeugenvernehmung kurz vor dem Abschluss.

Gestern wurde der Prozess gegen zwei mutmaßliche Serientäter vor dem Landgericht Zweibrücken fortgesetzt: Beiden wird vorgeworfen, zahlreiche Autos aufgebrochen und weitere Straftaten begangen zu haben (wir berichteten).Die Sitzung begann mit einer Überraschung: Nach den Einlassungen des 20-jährigen Beschuldigten zu den Anklagepunkten am Montag äußerte sich nun auch die Mitangeklagte indirekt zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Ihr Anwalt ließ verlauten, dass seine Mandantin die ihr zur Last gelegten Taten gemäß Anklageschrift "in vollem Umfang" einräume. Zum Verhältnis zu ihrem Komplizen schwieg sie. Der Vorsitzende der zweiten Strafkammer fuhr mit der Zeugenvernehmung fort, die jedoch keine neuen Erkenntnisse brachte. Die Zeugen, die in den meisten Fällen auch Geschädigte waren, lieferten lediglich weitere Angaben zu Einbruchsschäden, entwendeten Gegenständen und deren Wert, der zwischen geschätzten 230 Euro für ein Stangengerüst und 1800 Euro für einen entwendeten Mofa-Roller lag. Unter den vernommenen Zeugen befanden sich auch zwei bereits wegen Mittäterschaft verurteilte 15-Jährige aus einer Zweibrücker Jugendclique, zu der auch die beiden Angeklagten engen Kontakt pflegten. Von einer organisierten Bande könne man jedoch nicht sprechen, so der zuständige Staatsanwalt. Vernommen wurde auch ein Polizeibeamter, dessen Ausführungen die Nachlässigkeit der Beschuldigten unterstrichen. So waren auf der Heckklappe eines aufgebrochenen Peugeot 106 gut erkennbare Handabdrücke nachweisbar. Bereits am Montag hatte der Angeklagte ausgeführt, dass er die Verbrennung eines Fahrzeugs mit dem Handy aufgezeichnet und an eine Freundin geschickt habe, ein deutliches Indiz für die Gedankenlosigkeit der Beklagten. Zumindest dem Beschuldigten zeigte sich das Publikum zugeneigt, die Sitzung wurde durch eine Sympathiebekundung aus der überwiegend jugendlichen Zuhörerschaft unterbrochen. Eine Frau rief ihm beim Verlassen des Saales zu: "Ich bete für Dich! Vom Knast in die Kanzel!"

Bereits für den 15. September werden die Schlussplädoyers von Verteidigung und Staatsanwaltschaft erwartet. Die Urteilsverkündung ist auf den Folgetag terminiert.