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Prozess gegen Drogendealer-Bande in Zweibrücken

Von Gras bis Kokain : Vier Mitglieder einer Drogendealer-Bande vor Gericht

Vor dem Landgericht Zweibrücken hat am Montag der Prozess gegen vier Männer begonnen, die in Zweibrücken, Kaiserslautern und im Saarpfalz-Kreis in großem Stil mit Drogen gehandelt haben sollen.

 Sie sollen Drogen im Wert von insgesamt 2,8 Millionen Euro umgeschlagen haben. Seit Montag müssen sich vier Mitglieder einer mutmaßlichen Dealerbande vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Zweibrücken verantworten. Der Prozessauftakt war begleitet von einem großen Polizeiaufgebot und diversen Sicherheitsmaßnahmen wie gründlichen Personenkontrollen unmittelbar vor dem Gerichtssaal. Staatsanwältin Karin Ephan warf den 23, 29, 30 und 34 Jahre alten Männern vor, sich Mitte 2018 zusammengeschlossen und bis November 2020 gewerbsmäßig als Mitglieder einer Bande mit Betäubungsmitteln im zweistelligen Kilogramm-Bereich gehandelt zu haben. Dabei sollen sie zunächst Rauschgifte wie Marihuana, Amphetamin, Kokain und Haschisch in größeren Mengen bei Lieferanten im Rhein-Main-Gebiet oder übers Internet erworben, in einer „Bunkerwohnung“ in Kaiserslautern zwischengelagert und in Zweibrücken, Kaiserslautern und im Saarpfalz-Kreis gewinnbringend weiterverkauft haben – teilweise auf Kommissionsbasis. Laut Anklage sollen die vier Männer, die zum Teil seit fünf Monaten in Untersuchungshaft sitzen, gemeinsam mit weiteren Komplizen „in einer hierarchischen Bandenstruktur den unerlaubten Drogenhandel organisiert und arbeitsteilig betrieben“ haben. Wobei der 30-jährige Angeklagte eine der beiden Führungsfiguren gewesen sei.

Die Anklageschrift, die über 100 Fälle auflistet, ist 154 Seiten lang. Um die vielen Ermittlungsaktenordner während der Verhandlung übersichtlich unterbringen zu können, hatte sich die Vorsitzende Richterin Susanne Thomas extra eine Regalwand in ihrer Reichweite aufstellen lassen. Insgesamt sind für den Prozess 21 Verhandlungstermine bis in den Juli hinein vorgesehen.

Weitere drei mutmaßliche Bandenmitglieder müssen sich laut einer Pressemitteilung des Landgerichts Zweibrücken ab dem 11. Mai in einem dann parallel laufenden Verfahren verantworten.

Die Verhandlungen stehen offenbar im Zusammenhang mit Durchsuchungen von Wohnungen im Saarland und in Rheinland-Pfalz, bei denen Anfang November 2020 sieben mutmaßliche Drogenhändler festgenommen wurden. Dabei waren insgesamt sieben Wohnungen in Kaiserslautern und im Saarpfalz-Kreis in Augenschein genommen worden, wie die Polizei seinerzeit mitteilte. Seinerzeit stellten die Ermittler den Angaben zufolge unter anderem etwa 20 000 Euro Bargeld, hochwertige Uhren und elektronische Geräte sicher. Demnach habe es in dem Fall zuvor längere und auch verdeckte Ermittlungen gegeben. Bereits im November waren im gleichen Zusammenhang elf Personen festgenommen worden, einige von ihnen stammen aus dem Saarpfalz-Kreis.