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Protestantisches Netzwerk Zweibrücken

Protestantisches Netzwerk : Begeisternde Musik-Vielfalt in der Kirche

Mit ihren ganz unterschiedlichen Interpretationen und Musik-Stilrichtungen begeisterten acht Chöre, Ensembles und Liedermacher der Region bei dem siebten Musik-Festival des protestantischen Netzwerks im Kirchenbezirk Zweibrücken.

„Wenn es dieses Netzwerk nicht gäbe, müsste man es erfinden: Gemeinsam etwas machen in einer Region!“, lobte die Oberkirchenrätin und stellvertretende Kirchenpräsidentin, Marianne Wagner. Es war das erste Mal, dass jemand von der Landeskirche in Speyer die Schirmherrschaft für das mittlerweile siebte Musik-Festival, zu dem das Protestantischen Netzwerk im Kirchenbezirk Zweibrücken unter dem Titel „Mit Schall, Klang und Glockenschlag“ einlud, übernahm.

Und Marianne Wagner hatte sichtlich Freude an der vielfältigen Musik der acht Chöre, Ensembles und Solisten. Genau so, wie die mehr als 150 Zuhörerinnen und Zuhörer in der sehr gut besetzten Martin-Luther-Kirche in Contwig, klatschte, schnipste und wippte sie im Takt der Musik. Mit ihrem traditionellen Einzug sorgte die Trommelgruppe Navitus unter Leitung der Deutsch-Amerikanerin Loretta Hüter sofort für beste Stimmung. Während die Frauen aus Winterberg zu den Stammgästen gehören, freute sich Initiator Jürgen Neumann, erstmals das Himmelsbergchörchen zu begrüßen. Er strahlte: „Wir haben so viele Talente in der Region!“

Die meisten Chöre hatten sich als Projektchöre gegründet und waren dann aus Spaß und Freude an der Musik zusammengeblieben, informierten die beiden Moderatoren, Hausherrin Silke Gundacker und Günter Sifft aus Zweibrücken.

Mit Titeln aus Jazz, Blues, Chorliteratur, Rock und Folk, christlichen, modern interpretierten Lieder, mitreißenden Lobhymnen, Evergreens oder besinnlichen Titel überzeugten die rund 120 Musikerinnen und Musiker mit ihrem ganz individuellen Interpretations-Stil.

Der Chor des ehemaligen Evangelischen Krankenhauses, der auch nach dessen Schließung unter Leitung von Giselheid Stein weiter singt, überraschte etwa mit dem Kirchenlied „Liebster Jesu“ auf Schwedisch. Vierstimmig, mit Liedeinwürfen und klanglichen Effekten aus den unterschiedlichen Stimmlagen, interpretierte der „Chor 100“ aus Blieskastel unter Leitung von Thomas Hero unter anderem ein ergreifendes Lied vom letzten Weltgebetstag: „Ich bleibe in Dir“.

Gänsehaut verursachte die Songwriterin Margarethe Preiss mit zwei Titeln des Berliners Klaus Hofmann. In „Mein Weg“ beschrieb sie mit ihrer sehr klaren Stimme ganz ohne Technik, dass jeder Mensch seinem ureigenen Weg folgen darf. Der Homburger Liedermacher Andreas Vogel, ein „Netzwerker der ersten Stunde“, widmete sein neuestes Lied „Narren“ von „einem autistischen Mädchen, das mehr Verantwortung für die Welt zeigt als alle Politiker“. Mit „Bunt“ lud er ein: „Bring Farbe in Dein Leben, um so heller wird die Welt.“

Sing For Fun, der Freizeit-Chor aus Wattweiler unter Leitung von Hartmut Guckel, berührte mit dem zarten, nachdenklich interpretierten Erich-Clapton-Titel „If I saw you in heaven“. Begeisterungspiffe gab es für die mitreißende, „ganz andere Version“ des Luther-Liedes „Von guten Mächten“.

Polyphon, mit prägnanter Stimmverteilung, kontrastierte Cantamus aus Ixheim unter Leitung von Bernd Jost etwa mit dem höchst anspruchsvollen „Domine Deo“. Gute Laune und spürbare Lebensfreude vermittelte der Niederauerbacher Chor Cantabile, dirigiert von Dorothee Pohl. „Just sing it“, forderten die gut 20 Sängerinnen und Sänger zum Mitsingen auf.

Mit Blues und afrikanischen Rhythmen beendete Navitus die zweieinhalb Stunden voller musikalischer Höhepunkte. Lara Mersinger fand das Konzert insgesamt „sehr schön“. Am besten in der Vielfalt gefiel der Zweibrückerin „neben dem Chor meines Mannes (Cantabile), die gefühlvolle Interpretation von Sing For Fun“.