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Protestantisches Dekanat Zweibrücken diskutiert mit Gläubigen Sparkurs

Basis-Beteiligung am Samstag in Zweibrücker Karlskirche : Gemeinde der Zukunft mitgestalten

Dekanat Zweibrücken lädt Protestanten zum Werkstatt-Tag in die Karlskirche ein.

„Nicht den Mangel verwalten, sondern den Blick auf die Ressourcen richten.“ Unter diesem Motto geht der evangelische Kirchenbezirk Zweibrücken seine Neuordnung bis in fünf Jahren an. 2025 werden drei der 19 Gemeindepfarrstellen im Dekanat wegfallen. Wo, dazu hat die Landekirche keine Vorgaben gemacht. Ein Blick auf die Altersstruktur der amtierenden Pfarrerinnen und Pfarrer lässt erahnen, dass fraglich ist, ob dann überhaupt noch alle 16 Stellen besetzt werden können. Rechtzeitig wird deshalb die Neustrukturierung der Gemeinden und der Kirchenarbeit geplant, und zwar gemeinsam mit der Basis (wir berichteten ausführlich).

An dem ersten Werkstatt-Tag Anfang Februar in Niederauerbach nahmen 70 Interessierte teil. Was Dekan Peter Butz besonders freut: „Es waren nicht nur Engagierte, die bereits in den Presbyterien oder anderen Gremien mitwirken, sondern viele Interessierte von der Basis.“ Genau dies ist auch gewünscht. Von allen Seiten gab es viel Lob für diese gelebte Basisdemokratie.

„Die Stimmung war konstruktiv und gut“, blickt Butz zurück. „Bei allen war der Wille zur Veränderung erkennbar.“ Allerdings verhehlt der Dekan nicht, dass auch Ängste geäußert wurden. Butz sagte, die Ehrenamtler zeigten ihre Sorge, dass die Belastungen für sie zu groß werden könnten – gerade auch im Hinblick darauf, welch weitreichende Entscheidungen von ihnen als Ehrenamtler künftig möglicherweise zu treffen seien.

Für diesen Samstag, 29. Februar, nun lädt das Dekanat Zweibrücken unter Leitung von Dekan Butz und seinem Stellvertreter („Senior“) Tilo Brach aus Winterbach zum zweiten Werkstatt-Tag ein, und zwar in die Zweibrücker Karlskirche. Das Programm ist identisch und wird ein drittes Mal am 21. März in Blieskastel (Käthe-Luther-Haus) wiederholt, ebenfalls 9 bis 13 Uhr.

Mit dem durch „Boney M.“ berühmt gewordenen Psalm „By the Rivers of Babylon“ wird das Motto dieser ersten Zusammenkunft thematisiert: Abschied von etwas Liebgewonnenem. Nach einer kurzen Andacht um 9 Uhr und gruppendynamischen Prozessen können die Teilnehmer bekunden, für wie groß sie den Änderungsbedarf im Dekanat einschätzen. Dann werden die aktuellen Zahlen der Gemeinden bekannt gegeben, um eine faktische Grundlage zu schaffen. Es folgt ein begleitetes Brainstorming in Kleingruppen, um Veränderungs- und Entwicklungsvorschläge zu sammeln. In einer Abschlusskonferenz stellen die einzelnen Gruppen gegen 12.30 Uhr jeweils den wichtigsten Aspekt ihrer Überlegungen vor. Ende ist gegen 13 Uhr.

Wer möchte, kann sich im Anschluss die Ausstellung „Steh auf und geh! – Frauen in Zimbabwe“ der Künstlerin Granete Ngirandi zum Weltgebetstag 2020 im Foyer der Karlskirche anschauen (wir berichteten). Für 14 Uhr ist eine kostenlose Führung geplant, zu der sich Frauen aus dem Internationalen Weltgebetstagskomitee angesagt haben, unter anderem aus Luxemburg und dem Elsass. Interessenten sind eingeladen, daran teilzunehmen und sich anschließend bei Kaffee und Kuchen auszutauschen.