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Projekt Biotopia vom DRK-Kreisverband Südwestpfalz

Projekt Biotopia vom DRK-Kreisverband Südwestpfalz : Pflanzen, pflegen, ernten

Nach ihrem erfolgreichen Kräuter- und Gemüsegärtchen pflanzten die Kinder der Zweibrücker Lern- und Spielstube Webenheimstraße im Projekt DRK-Biotopia jetzt Beerensträucher. Sie hoffen, im Sommer leckere, gesunde Früchte zu ernten.

Gute Laune empfing die Eltern, die ihre Kinder vom Projekt „Lern- und Spielstube in der Webenheimstraße“ in Zweibrücken abholen kamen. Einen Moment mussten sie sich noch gedulden, bis das Pflanzwerk der kleinen Gruppe abgeschlossen war. Angeleitet von Marlen Friedo, Garten-Kompetenz von DRK-Biotopia, hatten die Kinder ihr selbst angelegtes Gärtchen im Wohnblock um drei Beerensträucher bereichert.

„Wer will noch helfen?“ Auf die Frage von Marlen Friedo schnellten alle Finger in die Höhe. „Tauscht noch mal. Wer hat noch gar nichts gemacht heute?“ Schnell vergaßen die Kinder, dass sie ja bereits an dem Pflanzloch mitgebuddelt hatten, doch zuerst wurde berücksichtigt, wer wirklich noch gar keinen Handschlag hatte tun können. Mit vereinten Kräften wurden die Pflanzlöcher vorbereitet, während andere Kinder die drei Beerensträucher behutsam aus ihren Containern befreiten. Dort waren sie schon lange, wie die fest angelegten Wurzeln zeigten.

Marlen Friedo machte die elf Kinder im fortgeschrittenen Grundschulalter darauf aufmerksam und zeigte ihnen, wie sie die Wurzeln ein bisschen „verletzen“ sollten beim Ablösen, damit sie sich wieder nach außen reckten und die Nahrungstransportwege freigelegt waren. „Das ist ja ganz schön gemein“, kritisierte die kleine Schar. „So gemein ist es gar nicht. Die Pflanze weiß bestimmt, dass wir ihr helfen wollen und das gut für sie ist“, meinte der achtjährige Lennox.

Und richtig, die Pflanzen schienen ihre Wurzeln sofort auszudehnen. Mit vereinten Kräften wurden sie in der Erde festgeklopft. „Was fehlt jetzt noch?“, fragte Marlen Friedo die jungen Gärtner. „Wasser!“ kam es einstimmig wie aus der Pistole geschossen. Im Nu waren Zuchtheidelbeere, Johannisbeere und Aronia getränkt und können nun anwachsen. Im Sommer kann das heimische Superfood mit seinen Antioxidantien, seinen Mineralien und Vitaminen dann geerntet werden. „Vielleicht noch nicht im nächsten Jahr, im übernächsten aber ganz bestimmt“, machte Marlen Friedo die Kinder auf geduldiges Warten gefasst.

Doch auch sonst hat die Gruppe ihren Ernteerfolg. Im vergangenen Jahr wurden gemeinsam mit DRK-Biotopia Hochbeete für Kräuter und Gemüse angelegt. Tomaten, Zucchini, Kohlrabi, Salat, Gurken, Spitzpaprika, Schnittlauch und sogar Kola-Pflanze zählten die Kinder begeistert auf. Im Sommer hatten sie die Früchte aus dem eigenen Garten genießen können. „Ein Opa gießt am Wochenende und erntet auch in den Ferien, damit wir alles nutzen können“, freut sich Lern- und Spielstubenleiterin Billie Jean Paulus. Gießen könnte bei einem trockenen Winter auch für die frisch gesetzten Beerensträucher wichtig sein, erinnert Marlen Friedo. Jetzt seien die Pflanzen von der Baumschule bereits gut vorgedüngt, doch im Frühjahr will sie eventuell eine Handvoll Dünger vorbeibringen, damit die Beeren ebenso gut gedeihen, wie alles dort in dem kleinen Gärtchen unter der liebevollen Pflege der engagierten Kinder.

Das Projekt Biotopia wurde vom DRK-Kreisverband Südwestpfalz in die Wege geleitet, um gemeinsam mit Bürgern die Welt nicht nur grüner zu machen, sondern auch „zu einem besseren Ort zum Leben“. Gearbeitet wird mit der „Philosophie, dass die Qualität der Umwelt unser Leben direkt beeinflusst. „Wir glauben an Nachhaltigkeit und sind bestrebt, sie umzusetzen.“

www.drk-suedwestpfalz.de