Prisma zeigt „Einblicke“

Der Schrecken des Krieges, Werke aus Holz und Metall, eindringliche Acrylbilder: Die etwa 100 Kunstfreunde bekamen bei der Soirée der Gruppe Prisma am Freitag Einiges zu sehen. Die Musik dazu kam von Thomas Girard.

Alle drei Monate ist in den Ausstellungsräumen der Künstlergruppe Prisma in der Lammstraße richtig was los: Da kommen so an die 100 Kunstfreunde zusammen und feiern eine neue Ausstellung mit einer zünftigen Soiree. "Man trifft sich", wie es so schön heißt, auch mit Menschen, die nicht zum engeren Umfeld gehören, die die Neugier in die Galerie treibt. Alle sind offen für Kunst und Künstler, lieben gute Gespräche und halten vor den Kunstwerken inne.

Sechs Stammkünstler stellen aus: Bärbel Grub-Hapke fühlt sich von den Schrecken des Krieges ergriffen und malt seine Schrecken in bloßem Schwarz-Weiß, abstrakt und doch sichtbar für die Betrachter. Die Bilder stehen für Chaos und Apokalypse.

Peter Hudlet ist der Experimentierfreudigste unter den sechs. Er bewegt sich in immer neuen Disziplinen. Jetzt formt er mit Bronze und anderen Materialien, erste Schritte sozusagen mit feurig heißen Substanzen. Bemerkenswert. Natürlich arbeitet er weiter in Holz , findet in Wurzeln und Knorren filigrane Figuren, die man drehen und wenden kann, um immer neue Aspekte zu gewinnen. Werner Gräßer schafft neben abstrakten ansprechenden Bildern kleinere Objekte, Skulpturen, immer originell umgesetzt. Artur Mann liebt Farbenspiele, Formenspiele, wer lange schaut, entdeckt die halbe Welt. Einige Bilder in musealer Größe. Klaus Wingerter gefällt heuer mehr durch Materialvielfalt, zum Beispiel das Werk "Metallo": Gesichter bleiben leicht undurchschaubar. Mit dabei auch wieder Bettina Knerr mit eindrucksvollen Arbeiten.

Als Gast stellt Iris Rickart aus. "Immer wieder mein Inneres aufs Neue entdecken und auf dem Weg ins Außen begleiten", so definiert sie ihre Werke. In der Mehrzahl Acrylbilder, auf denen der Mensch, ein leerer Kreis als Kopf, auch schon einmal Kopf steht. Ringsum ein "Chaos" oder "Schau nicht zurück" ins Bild gesetzt. So eindringlich, dass Kunstfreunde zugriffen und kauften. Edelmetalle, Marmor, Granit und andere Werkstoffe bevorzugt Jürgen Trösch. Bewegung, wellengleich, durchzieht seine Objekte, die er "Wesen" nennt, Lebewesen. Harmonie ist ein Grundelement. Und wie ändert sich das Wesen, wenn in selber Gestalt, aber aus verschiedenen Materialien geformt? Formvollendete Arbeiten, die anzufassen schmeichelt. Neuerdings taucht auch Kantiges auf. Zu allem spielte bei der Soiree der bekannte "Jazzer" Thomas Girard unwiderstehlich Saxofon, ließ Bilder und Menschen in Bewegung geraten.