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Vereine: Preisträgerin im „Pälsisch babbele“

Vereine : Preisträgerin im „Pälsisch babbele“

Barbara Franke gewinnt doppelt beim Bockenheimer Mundartwettbewerb. Ihr nächstes Projekt wird ein Roman sein.

(fro) Wie heißt es so schön: „Hochdeutsch geredet / fein und kalt / wie Stöckelschuhe / auf Asphalt. Pälsisch gebabbelt / mit Hänn un Fieß / wie barfuß / durch die reennass Wies.“ Ein anschauliches Bild für Mundart, wie sie ist und sein will. Und wer einen Mundartwettbewerb gewinnen will, gießt die Wörter noch in eine entsprechende Versform, Reimen kann man vernachlässigen, wer babbelt denn schon so, dass es sich auch noch reimt, salopp gefragt.

Mit „Am Disch weit fort“, einem gereimten Gedicht, konnte Barbara Franke die Jury des Bockenheimer Munartwettbewerbs überzeugen. „Hann schon lang nimmi gesung / meen grad mei Stimm die hat e Schprung / sieh uff meim Weesch nur noch die Schteen / es laaft sisch gaagelisch so alleen / keener halt misch an de Hand / fiel misch imme fremde Land / hann schunn lang kemm meh verzählt / dass de Paul mir arisch fehlt / heer schunn lang kee gudes Wort / guck isch ne aan is er weit fort / hockt am Disch stumm vor seim Bier / doch schunn längscht nimmi bei mir“. Einsamkeit auf Pfälzer Mundart in ganz einfachen Wörtern.

Barbara Franke ist in Zweibrücken geboren. Sie ist verheiratet und Mutter zweier erwachsener Töchter. Sie war viele Jahre im Schuldienst in Grund- und Hauptschulen, fünf Jahre arbeitete sie wissenschaftlich in der Begleitforschung zu einem Bundesmodellprojekt, sieben Jahre war sie in der Erwachsenenbildung tätig. Mit Sprache und Dichtung beschäftigt sie sich schon viele Jahre. „Mit einer Kurzgeschichte gewann ich schon 2002 einen dritten Preis beim Mannheimer Literaturwettbewerb. Mein nächstes Projekt wird ein Roman sein. Um mehr Zeit und Ruhe zu gewinnen, habe ich ein paar meiner Ehrenämter abgelegt.“

Im vorigen Jahr las sie aus ihrem neusten Buch „Dahinter“ bei Thalia Kurzgeschichten vor. Woher nimmt sie die Themen? „Der Alltag bietet eine nie enden wollende Quelle für Inspirationen.“ Oft treibe eine Geschichte in eine gar nicht vorgesehene Richtung, schreibe sich quasi selbst. „Das sind beim Schreiben die glücklichsten Momente.“ Mit obigem Gedicht gewann sie den ersten Preis. Und noch einen ersten Preis in einer Sondersparte mit „Als noch e Grenz“ oder „Zwische Hornbach unn Bitche“. Außerdem ist in der Gedichtanthologie „Freundschaft“ ein Gedicht von ihr abgedruckt. Jetzt heißt es Warten auf den angekündigten Roman.