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Fleischuntersuchung: Preise für Fleischbeschau neu angepasst

Fleischuntersuchung : Preise für Fleischbeschau neu angepasst

Während die Kosten im Schlachthof explodieren, gibt es eine deutliche Senkung bei Hausschlachtungen.

Genau zwei Jahre ist es her, als die Gebühren für die Fleischbeschau im Kreistag für Aufregung gesorgt haben. Nach zwölf Jahren wurden sie damals erstmals wieder erhöht, wobei es teilweise um 50 Prozent nach oben ging. Nun will der Kreistag nicht mehr so lange warten und in seiner Sitzung am kommenden Montag (14.30 Uhr, Kreisverwaltung in Pirmasens) erneut die Preise anpassen – und auch in diesem Jahr gibt es enorme Verschiebungen von plus 50 und minus 54 Prozent.

Geändert werden mussten die Fleischbeschaugebühren vor zwei Jahren, weil am 1. Januar 2016 das Kreisveterinäramt die Fleischbeschau im Schlachthof Zweibrücken übernommen hat. Weil die Kreisverwaltung zu diesem Zeitpunkt Neuland betrat, weil sie wenig über die Kontrollen und den dafür notwendigen Aufwand in einem Schlachthof wusste, mussten zunächst einmal geschätzte Gebühren festgelegt werden, die nun nach den Erfahrungen der ersten knapp zwei Jahre an den tatsächlichen Aufwand angepasst werden.

Für die Fleischbeschau in einem Schlachthof sei eine vollständige personelle Ausstattung für die Fleischuntersuchungen notwendig, so Elisabeth Hüther, die Leiterin der Finanzabteilung der Kreisverwaltung, ständig müssen Fleischbeschauer und auch ein Tierarzt halbtags vor Ort sein – sie unterscheidet sich damit von der Fleischbeschau in gewöhnlichen Metzgereien.

Im November wurde dem Kreistag das von der Mittelrheinischen Treuhand kalkulierte künftige Gebührenmodell präsentiert, das auf höheren Ist-Zahlen basiert als die Prognose im Jahr 2015. Nach den Beratungen in den Fraktionen soll es nächsten Montag nun verabschiedet werden.

„Wir müssen die Kosten weitergeben, die der Kreisverwaltung für die gesetzlich vorgeschriebene Fleischbeschau anfallen“, betont Landrätin Susanne Ganster. Zwei Drittel der Kosten entfallen auf das Personal, der Verwaltungsaufwand macht nur zehn Prozent aus. Die Gebührenveränderungen ab Januar 2018 sind enorm, wobei vor allem im Schlachthof extreme Erhöhungen zu verzeichnen sind, während die Gebühren in Kleinbetrieben (handwerklichen Metzgereien), bei Hausschlachtungen und bei Jägern teilweise deutlich zurückgehen.

Pro Schlachttag kostet die Fleischbeschau im Schlachthof beim Rind künftig 19,80 Euro, was eine Erhöhung von 48 Prozent gegenüber den bisherigen 13,40 Euro bedeutet. Dagegen sinken die Gebühren im Kleinbetrieb für Schafe um elf Prozent von fünf auf 4,50 Euro, bei Hausschlachtungen für Schweine von 36 auf 21,70 Euro – ein Minus von 40 Prozent. Und Jäger müssen bei Wildschweinen künftig nur noch 5,60 Euro zahlen – 47 Prozent weniger als bislang.