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Porträt kommunaler Vollzugsdienst Zweibrücken

Kommunaler Vollzugsdienst : „Wir wollen den Leuten helfen“

Der kommunale Vollzugsdienst: Vielfältige Aufgabenbereiche in und um Zweibrücken.

Wenn man Bernd Klöckner der seit knapp 30 Jahre im kommunalen Vollzugsdienst tätig ist, fragt was ihm an seinem Job am besten gefällt, kommt eine prompte Antwort: „Langweilig ist es bei uns wirklich nie“. Der kommunale Vollzugsdienst, kurz KVD hat viele Aufgaben. Die werden übrigens von den Ländern geregelt. Das bedeutet, dass die Aufgaben des KVD von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind. In Zweibrücken kümmert sich der KVD um die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, Lärmschutz, Überwachung von Veranstaltungsverläufen, Kontrollen zur Einhaltung des Jugendschutzes, Ermittlungen und Maßnahmen im Vollzug der Gewerbeordnung, des Landesfeiertagsgesetzes, des Prostituiertenschutzgesetzes, des Landesstraßen und Landeshundegesetzes, Verbringung von psychisch Kranken, Zwangsstilllegung von KFZ, Einhaltung der Gefahrenabwehrverordnung,  Amtshilfe bei Ersuchen anderer Behörden und Dienststellen sowie weitere Aufgaben welche vom Land übertragen wurden.

Acht kommunale Vollzugsbeamte kümmern sich derzeit um diese und natürlich um weitere Punkte in Zweibrücken. Dabei gilt es ganz klar, die Aufgaben des Vollzugsdienstes von den Aufgabenbereichen der Hilfspolizei zu unterscheiden. Die Hilfspolizei kümmert sich nämlich um die Überwachung des ruhenden und in einigen Bereichen auch des fließenden Verkehrs wie zum Beispiel   in der Fußgängerzone.  „Natürlich gibt’s von uns auch ein Protokoll, wenn wir zufällig sehen, dass jemand vor einer Feuerwehreinfahrt parkt, aber im Wesentlichen machen das unsere Kollegen von der Hilfspolizei“, so der Leiter des Ordnungsamtes Zweibrücken Klaus Stefaniak.

Mit dem Beginn der Corona-Krise sind die Anforderungen an die Ordnungsbehörde gestiegen. Jetzt muss auch kontrolliert werden, ob in bestimmten Situationen und an bestimmten Orten die Maskenpflicht eingehalten wird. „Am Busbahnhof herrscht Maskenpflicht. Wer hier also auf den Bus wartet: Maske auf. Gilt übrigens für alle Bushaltestellen an denen sich mehrere Menschen aufhalten“, erklärt Mitarbeiter Pascal Nunold. Also wird der ZOB mehrmals am Tag kontrolliert. Aber das ist als neuralgischer Punkt in einem Aufwasch mit einer allgemeinen Kontrolle zu erledigen. Auch auf dem kleinen Exe schaut das Ordnungsamt immer wieder nach dem Rechten. „Sowohl Alkohol als auch Glasflaschen sind hier verboten“, so Bernd Klöckner. Alkohol ohnehin und an den Scherben zerbrochener Glasflaschen könnten sich spielende Kinder verletzten. Denn mit seinen neuen Spielplätzen und als Teil der „Stadt am Wasser“ ist der kleine Exe von Familien hoch frequentiert.

Als Ansprechpartner der Zweibrücker Bürgerinnen und Bürger reagieren die Mitarbeiter auch immer auf Meldungen. So riecht es seit ein paar Wochen auf dem Galgenberg Höhe Wasserturm sehr seltsam. „Da sind wir angerufen worden, fahren alle paar Tage hin und halten die Nase in den Wind. Gerochen haben wir es schon ein paarmal, können uns aber nicht erklären woher es kommt. Es riecht auch nicht immer“, wundert sich Mitarbeiterin Nadine Lill. Auch wenn Spaziergänger im Wald Munition aus dem ersten Weltkrieg finden, wird das Ordnungsamt informiert. „Dieses Absuchen vom Boden mit Metalldetektoren ist aus gutem Grund verboten“, erklärt Bernd Klöckner. „Das Gerät piepst, es wird gegraben und dann stößt man auf eine Granate oder ähnliches. Das ist dann schon recht gefährlich. Das dürfen nur die machen, die eine Lizenz dazu haben.“ Auf jeden Fall werden solche Geschosse gesichert und der Kampfmittelräumdienst informiert, der dann versorgt mit den Koordinaten wo das Objekt genau zu finden ist, seine Arbeit tut.

Doch auch die Beamten vom Ordnungsamt, sowie die Hilfspolizisten haben wie die Kollegen von Polizei und Rettungsdiensten immer wieder mit steigender Aggression zu kämpfen. „Wir merken das auch“, so Mitarbeiter Heiko Lelle. „Viele denken halt immer, wir sind nur da um ihnen auf die Nerven zu gehen und dürften sowieso nichts.“ Weit gefehlt. Denn der KVD Zweibrücken hört da auf, wo die Polizei anfängt. „Wir können und dürfen die Identität von Personen jederzeit feststellen, dazu stehen uns Mittel zur Verfügung, die wir anwenden können. Weigert sich die Person, geht das eben auch unter Zwang“, stellt Bernd Klöckner klar. „Darauf sind wir allerdings nicht aus. Zeigt sich jemand kooperativ und einsichtig kommt er bis zum nächsten Mal mit einer Verwarnung davon. Wir sind ja nicht dazu, da die Leute zu nerven. Wir machen einfach unseren Job und den auch gerne“.

Dass die meisten Zweibrücker sich im angesichts der Corona-Bestimmungen sehr einsichtig und kooperativ verhielten, kann die Beigeordnete der Stadt, Christina Rauch bestätigen. „Da gab es kaum Probleme. Uns war es in erster Linie wichtig, die Leute aufzuklären. Darüber was jetzt in dieser Zeit nach der gültigen Corona-Bekämpfungsverordnung möglich ist und was eben nicht. Wie die Hygienekonzepte umgesetzt werden müssen. Damit haben wir rund um die Uhr Arbeit und beraten viel.“ Langweilig wird es den Mitarbeitern des Ordnungsamtes also tatsächlich nicht. Da natürlich auch die Vororte Zweibrückens betreut werden, sind alle acht Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des KVD in ihren jeweiligen Schichten beschäftigt. Manche Dinge ändern sich allerdings selten bis nie. „Unsere Klientel bleibt überwiegend gleich“, sagt Berd Klöckner und schmunzelt. Und der Müll auf dem Parkplatz des Waldfriedhofes gleicht dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Doch eins haben alle gemeinsam: „Freundlich und sachlich bleiben und den Leuten einfach helfen, wenns Probleme gibt.