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Poller am Hallplatz in Zweibrücken nach knapp fünf Monaten Einsatz defekt

Poller am Zweibrücker Hallplatz defekt : Kaum da – schon wieder weg!

Lange ging das nicht gut: Am 18. März wurden drei hochmoderne Poller am Hallplatz eingesetzt. Jetzt gibt es bereits technische Probleme.

Wie sang Tony Marshall einst so schön? „Auf und nieder, auf und nieder – so ist unser Lebenslauf. Auf und nieder, immer wieder – runter und hinauf.“

Ob der Schlagerbarde den Text damals auf die Poller in der Stadt Zweibrücken münzte? Die gab es zugegebenermaßen noch nicht, als Tony Marshall 1984 dieses Schunkellied anstimmte.

Nein, die Poller sind wesentlich jünger. Am 18. März 2020 erst wurden sie in der Rosengartenstraße eingesetzt. Ziel war, den Hallplatz zu schützen – dieser wurde bis dahin in unschöner Regelmäßigkeit von Kunden der Post als „Wendeplatz“ zweckentfremdet.

Um dieses Gebaren zu unterbinden und die Passanten und Café-Besucher auf dem Hallplatz vor solcher Verkehrsbelästigung zu schützen, investierte die Stadtverwaltung rund 40 000 Euro für die drei Poller. Zuvor hatte sich in einer hitzigen Stadtrats-Diskussion eine denkbar knappe Mehrheit für die Installierung ausgesprochen (wir berichteten).

Doch ach: Von dem vielen „auf und nieder“ der vergangenen knapp fünf Monate sind die Poller offenbar so ermattet, dass sie bereits schlapp machen.

Also nichts mehr mit „runter und hinauf“, wie es Tony Marshall beschwor? Zumindest derzeit nicht, wie der UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) am Freitag Merkur-Informationen bestätigte. Zwei der drei Poller stehen ja noch. Aber der dritte im Bunde glänzt durch Abwesenheit. Nicht, dass er etwa im Erdboden verschwunden wäre, des ewigen auf und nieder, runter und hinauf überdrüssig.

Nein. „Der Poller hat in der Mechanik einen Fehler, sodass er immer auf Störung ging“, erklärt UBZ-Mitarbeiter Steffen Mannschatz.

Ein Augenzeuge, der am Hallplatz arbeitet, hatte dem Merkur zuvor berichtet, es sei in den vergangenen Wochen mehrfach zu beobachten gewesen, wie Mitarbeiter der Stadt an den Pollern gestanden, schließlich gar gekniet hätten – um die grauen Wächter, womöglich auch durch viel gutes Zureden, dazu zu bringen, das zu tun, wofür sie erschaffen wurden: in der Versenkung zu verschwinden, um dann, wie von wundersamer Hand gelenkt, wieder die grauen Köpfe nach oben zu recken.

Mannschatz bestätigt, dass tatsächlich Mitarbeiter des UBZ vor Ort gewesen seien: „Da haben wir den Fehlercode ausgelesen um den Poller nochmals in Betrieb zunehmen.“ Ein Mitarbeiter sei damals „maximal eine halbe Stunde“ im Einsatz gewesen.

Die Poller sind ja noch nicht einmal fünf Monate in Betrieb – da greift doch hoffentlich noch die Garantie? Mannschatz beruhigt. Ja, dem sei so. Die Stadt werde auf die Garantie zurückgreifen.

Dann könnte ja vielleicht doch noch alles ein versöhnliches Ende nehmen. Und siehe an – Tony Marshall hatte offenbar doch schon die Poller im Blick, als er das „auf und nieder“ schmetterte. Denn wie überschrieb er das Lied einst so schön? „Das werden wir alles überleben.“