Verkehrssicherheit Polizei und LBM: Alte Ampel an Dorndorfkreuzung keine Gefahr

Zweibrücken · Die Schaltung der Anlage war laut Landesbetrieb für Mobilität nicht verantwortlich für den beinahe-Zugunfall im letzten Monat – Die Behörde kündigt trotzdem an, die Ampel an der Dorndorfkreuzung Ende 2020 zu erneuern.

 Der Bahnübergang in Niederauerbach an der Pirmasenser Straße vor der Kreuzung zur L 471 .

Der Bahnübergang in Niederauerbach an der Pirmasenser Straße vor der Kreuzung zur L 471 .

Foto: Nadine Lang

Das war gerade nochmal gut gegangen. Eine 57-jährige Frau hatte vor rund einem Monat auf den Gleisen des Bahnüberganges unterhalb der Zweibrücker Fasanerie gestanden, als die Schranken sich senkten. Weil sowohl der Zugfahrer bremste als auch die Autofahrerin selbst über einen Grünstreifen auswich, knallte es nicht.

Ortskundige machten auf der Facebook-Seite des Pfälzischen Merkur die Ampel an der Dorndorfkreuzung für den Beinahe-Unfall mitverantwortlich. Die Ampel an der Kreuzung zwischen Primasenser Straße und L 471 sei neuerdings so geschaltet, dass pro Grünphase nur ganz wenige Fahrzeuge abbiegen könnten. So kam es auch an jenem 9. Juni zu einem langen Rückstau bis zum Bahnübergang.

Die Aufarbeitung der Situation ist in vollem Gange. Die Bundespolizei ermittelt gegen die Fahrzeugführerin „aufgrund eines gefährlichen Eingriffes in den Bahnverkehr“. Die Ampelschaltung sei für das Verfahren nicht erheblich, heißt es dort.

Die Polizei Zweibrücken und der Landesbetrieb für Mobilität (LBM) sehen die Verkehrssicherheit an der Kreuzung nicht gefährdet.

Der LBM widerspricht auf Merkur-Anfrage der Beobachtung, dass die Schaltzeiten sich verkürzt hätten. Zwar sei es Anfang 2020 an der Anlage zu einem „Defekt im Steuergerät“ gekommen, dieses sei aber erneuert worden. „Seit der Maßnahme läuft die Ampel wieder wie vor dem Schadensfall, mit festgelegten Schaltzeiten“, erklärt der LBM. Möglicherweise sei Corona für den Eindruck, dass die Schaltzeiten sich verkürzt hätten, verantwortlich gewesen. Im Frühling sei es aufgrund der Pandemie deutlich leerer auf den Straßen gewesen. Der nun wieder rege Verkehrsbetrieb, falle besonders bei solchen Rückstaus an Kreuzungen auf.

Für die Bewertung einer Gefahrenstelle ist die Unfallstatistik der Polizei Zweibrücken relevant. Aus dieser geht hervor, dass es seit dem Ampeldefekt keinen Unfall auf der Dorndorfkreuzung gegeben hat. Der Beinahe-Unfall aus dem letzten Monat wird in der Statistik nicht erfasst. Auch im gesamten Jahr 2019 hatte es dort keinen Unfall gegeben.

Die Ortseinwohner von Niederauerbach klagen trotzdem seit einiger Zeit schon über die veraltete Ampel. Anders als andere Anlagen wird die Dorndorf-Ampel nicht verkehrsabhängig gesteuert. Das sei eigentlich Stand der Technik, räumt der LBM ein. Doch die Kontaktschleifen im Asphalt auf der Pirmasenser Straße, seien so alt, dass dies nicht mehr funktioniere. Eine Reparatur sei ausgeschlossen. „Der LBM hat schon mitgeteilt, dass es schwierig ist an Ersatzteile zu kommen“, sagt Thorsten Gries (SPD) von der Arbeitsgemeinschaft Niederauerbacher Vereine.

Er hatte stellvertretend für die Ortseinwohner Niederauerbachs beim damaligen Zweibrücker Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD, 2012-2018) vor einigen Jahren angeregt, den Verkehr an der Dorndorfkreuzung neu zu regeln. Sein Vorschlag: ein Kreisverkehr. „Ein Kreisel zum Ortseingang wäre schöner und in unseren Augen sinnvoller gewesen. Der LBM hat das geprüft, aber war der Meinung, dass eine Ampel besser ist“. sagt Gries.

Der LBM kündigte jetzt auf Merkur-Anfrage an, dass bald eine komplett neue Ampelanlage mit einer neuen Kontaktschleife den Verkehr an der Dorndorfkreuzung regeln werde. Der Umbau solle noch Ende 2020 oder spätestens Anfang 2021 erfolgen. In diesem Zuge will der LBM auch behindertengerechte Fußgängerüberwege installieren.

Eine Lösung, die den Rückstau bis auf die Bahngleise zukünftig verhindern könnte und die Niederauerbacher zufrieden stellt. „Mit einer neuen Ampel können wir auf jeden Fall leben“, sagt Thorsten Gries.