Druckkunst in Zweibrücken Stadtmuseum zeigt Plakatgedichte-Ausstellung

Zweibrücken · Damit soll auch die große Druckgeschichte Zweibrückens gewürdigt werde. Vernissage ist diesen Sonntag.

Das Stadtmuseum zeigt auf seiner Homepage ein Beispiel aus der Ausstellung und schreibt dazu: Künstlerbuch: Friederike Mayröcker / Monique Frydman / Johannes Strugalla, "ziemlich Gedichtkopfkissen" / "presque oreiller-poème", Prosatext (deutsch, französisch), Aquatintaradierungen, typographische Inszenierung.

Das Stadtmuseum zeigt auf seiner Homepage ein Beispiel aus der Ausstellung und schreibt dazu: Künstlerbuch: Friederike Mayröcker / Monique Frydman / Johannes Strugalla, "ziemlich Gedichtkopfkissen" / "presque oreiller-poème", Prosatext (deutsch, französisch), Aquatintaradierungen, typographische Inszenierung.

Foto: PM-Screenshot: www.zweibruecken.de/museum

Das Stadtmuseum und der Kunstverein Zweibrücken würdigen mit einer besonderen Ausstellung ein halbes Jahrtausend Zweibrücker Druckkunst. Die Ausstellung unter dem Titel „despalles éditions (Mainz und Paris)“ wird diesen Sonntag, 5. November, um 11.15 Uhr im Stadtmuseum eröffnet.

Das Drucken mit beweglichen Lettern, von Johannes Gutenberg erst um 1450 entwickelt, ist in Zweibrücken bereits seit 1488 belegt. Die Stadt teilt sich in der Pfalz mit Speyer den Ruhm, zu den Orten mit Inkunabelndruck („Wiegendrucke“ vor 1500) zu gehören. In den folgenden Jahrhunderten waren bedeutende Druckereien hier ansässig. Sowohl auf dem Gebiet des Buch- als auch des Zeitungsdrucks wurde in Zweibrücken Geschichte geschrieben, heißt es in der Ausstellungsankündgung.

Die neue Sonderausstellung im Zweibrücker Stadtmuseum knüpfe an die bedeutende Zweibrücker Druckgeschichte an. Hinter „despalles éditions“ steht das Künstlerpaar Françoise Despalles und Johannes Strugalla. Ausgehend von einer eigenen Druckwerkstatt in Mainz, der Wiege des Buchdruckes, konnten sie sich seit den 1980er Jahren mit Plakatgedichten und Künstlerbüchern international profilieren.

Mehrfache Auslöser führten Françoise Despalles und Johannes Strugalla in Mainz und Paris zur Gründung ihrer Edition, deren erste Veröffentlichungen sie vor genau 40 Jahren auf der Frankfurter Buchmesse 1983 zeigten: Zum einen brauchten damals die Druckereien Platz für ihre neuen Fotosatzgeräte und suchten verzweifelt nach Abnehmern für ihre nicht mehr benötigten traditionellen Holz- und Bleischriften. Strugalla griff zu. Zum anderen gab es ein gesellschaftliches und politisches Klima, in dem künstlerisch-professionell gestaltete Drucksachen willkommen waren. So wurde die Idee der Plakatgedichte geboren – überwiegend deutsche Texte mit dem ausrangierten Material der Druckereien gestaltet und auf der Handpresse gedruckt. Dada, HAP Grieshaber, aber auch die visuelle Poesie standen dabei Pate.

Bei dieser Arbeit entstanden enge Kontakte zu Poeten und Autoren in Deutschland wie in Frankreich. Die Möglichkeit, ihre Texte auch in Buchform herauszugeben, lag da nicht fern.

Inzwischen bilden Künstlerbücher den Schwerpunkt der Edition. Sie schlägt darin eine Brücke zwischen zeitgenössischer Lyrik und bildender Kunst, aber auch zwischen den deutschen und französischen Sprachräumen, indem sie Autoren und Künstler im jeweils anderen Sprachgebiet vorstellt. Mehrsprachige Veröffentlichungen (zumeist französisch und deutsch), die Visualisierung poetischer Texte und Typographie als eigenständige, experimentelle und spielerische Bildsprache prägen ihr Programm.

Die Arbeiten der Edition werden regelmäßig in internationalen Veröffentlichungen gewürdigt, in Ausstellungen gezeigt und von herausragenden Sammlungen, besonders in Europa und USA, erworben.

Zur Ausstellung erscheint für acht Euro eine 24-seitige Katalog-Broschüre.

Geöffnet ist die Ausstellung im Stadtmuseum Zweibrücken, Herzogstraße 9 (Petrihaus) bis 28. Januar dienstags 10-18 Uhr sowie mittwochs bis sonntags und feiertags 14-18 Uhr. Weitere Öffnungszeiten und Führungen nach Voranmeldung. Der Eintritt kostet 5 Euro (ermäßigt mit Ausweis 2,50 €.