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Pizzafahrer erhält nach Kündigungsschutzklage 2000 Euro Abfindung

Pizzafahrer erhält nach Kündigungsschutzklage 2000 Euro Abfindung

Nicht nur ums Geld ging es einem gekündigten Fahrer eines Pizzadienstes gestern vor dem Arbeitsgericht in Zweibrücken : Zusammen mit seinem Anwalt vom DGB stellte er nicht nur die Kündigung in Frage.

Er prangerte auch das Verhalten an, das der Betriebsinhaber seinen Angestellten gegenüber an den Tag gelegt habe.

So soll er seinen Arbeitnehmern nicht alle Stunden erfasst und bezahlt haben, die sie tatsächlich gearbeitet haben. Zudem wurde ihm vom Kläger vorgeworfen, nur einen Teil des üblichen Kilometergeldes, nämlich 20 Cent statt 30, erstattet zu haben. Arbeitskleidung habe er auch nicht in ausreichendem Maß für alle Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. In den Arbeitsverträgen seien, so der Kläger-Anwalt, zudem rechtswidrige Passagen.

Die Richterin ging auf die Vorwürfe seitens des Klägers nicht weiter ein. Lediglich die Informationen, wer dort wie viele Stunden im Schnitt arbeitet, wollte sie ganz genau wissen. Denn letztlich entscheidet die Anzahl der Mitarbeiter in einem Betrieb darüber, wie streng und umfangreich der Kündigungsschutz ist.

Trotz aller Differenzen, die zwischen dem Ex-Mitarbeiter und seinem Arbeitgeber deutlich wurden, konnten sie sich nach längerer Diskussion auf einen Vergleich einigen: Der Kläger erhält eine Abfindungssumme von 2000 Euro, sein Gehalt wird bis zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses bezahlt sowie sein Urlaubsanspruch finanziell abgegolten. Dazu bekommt er ein wohlwollendes Zeugnis und die restlichen Arbeitspapiere.