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Pirmann: Zweibrücken wird „Klein-Venedig“

Pirmann: Zweibrücken wird „Klein-Venedig“

Nach dem Aus für den Flughafen will Zweibrücken nun den Saarländern „das Wasser abgraben“. Diese dürften künftig in die Herzogsstadt nur noch per Boot kommen, das während des Aufenthalts von der U-Boot-Marine begleitet wird, erklärte der OB.

Alles Aufrüsten hat nichts geholfen. Auch wenn diesmal sogar Böllerschützen versuchten, das Zweibrücker Rathaus zu verteidigen, wurde es von den Narren - wohl zum letzten Mal anführt von Bodo Heintz - wieder innerhalb von nur wenigen Minuten im Sturm eingenommen. Das Feuerwerk auf dem Herzogplatz war diesmal besonders spektakulär.

Im Ratssaal musste der geschlagene Oberbürgermeister Kurt Pirmann dann den Schlüssel übergeben, damit die Narren nun bis Aschermittwoch regieren können. Auch wenn er diese "Schlacht" verloren hat, strotzte Pirmann am Samstag vor Kampfeswillen. "Wegen feindlicher Attacken des Saarlandes, werden wir diesem das Wasser abgraben", berichtete er von einem närrischen Beschluss des Stadtrates aus einer "geheimen Sitzung" vom Heiligabend, die infolge des Endes für den Flughafen einberufen worden sei. Die Vorgaben dürften in der Fastnacht aber nicht so ernst genommen werden. So werde anstelle der John-Deere-Brücke ein Damm errichtet, um die Saarländer auszutrocknen.

Die Fußgängerzone soll auf eine Tiefe von fünf Metern ausgegraben und Zweibrücken in "Klein-Venedig" umgebaut werden. Die Rats-Mitglieder würden als Gondoliere verpflichtet. Ausnahmen: Walter Rimbrecht, der als Trompeter benötigt werde, sowie Gertrud Schanne-Raab und Ingrid Kaiser, die in den Gondeln liebreizende Lieder singen sollen, damit sich die Besucher der Stadt daran erfreuen könnten.

"Das Kürzel UBZ steht künftig für U-Boot-Zentrale Zweibrücken und Werner Boßlet wird zum Kriegsminister der Flotte ernannt", verkündete Pirmann. Saarländer, die künftig Zweibrücken besuchen wollen, dürften dies nur noch per Boot tun und würden von der U-Boot-Marine begleitet. Die Vorschriften des Rates gingen aber noch viel weiter: Werner Euskirchen werde sein Pferd Moses durch zwei Seepferde ersetzen und verpflichtet, an seinen Füßen eine Schwanzflosse zu tragen. In der Zeit von elf bis 15 Uhr sei die Fußgängerzone von jeglichen Schiffen freizuhalten: "Dann landen Wasserflugzeuge, die uns mit Paris, New York, Pirmasens und Mauschbach verbinden." Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin werde aufgefordert, Zweibrücken zur Hansestadt zu erheben. Handelsbeziehungen und Botschafteraustausch erfolgten nur noch mit solchen Städten, die einen Hafen haben oder deren Menschen Schiffe besitzen.

Pirmann erhielt für diese karnevalistischen Pläne Applaus. Dann stellten sich die Zweibrücker Fastnachtsvereine vor. Mit dem KVZ (Karnevalverein Zweibrücken ), der CGH (Clubgemeinschaft Hasensteig), der FZG (Freizeitgemeinschaft Wolfsloch), dem HFZ (Humoristischer Fastnachtsverein Zweibrücken ) und den Freunden der Zweibrücker Fastnacht haben wieder alle beim Rathaussturm mitgeholfen. Sie verteilten diesmal nicht nur ihre Orden, sondern hatten für die Stadt auch eine "Geldvermehrungs-Maschine" mitgebracht. "Eric der Wikinger" sorgte im Anschluss mit Fastnachtsliedern für Stimmung.