1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Pirmann will „Krankenschwester vor Ort“

Pirmann will „Krankenschwester vor Ort“

Von der Stärkung der Wirtschaftskraft der Region durch Wasser-Projekte über Lob für Alleinerziehende bis zu den Flüchtlingstragödien im Mittelmeer – OB Pirmann spannte einen weiten Bogen beim Empfang zum 1. Mai.

Das Thema Soziale Stadt steht seit einigen Monaten vorne auf der politischen Agenda in Zweibrücken . Beim Empfang der Stadt zum Maifeiertag kündigte Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD ) einen neuen Aspekt an: "Wir möchten uns an dem Projekt Krankenschwester vor Ort beteiligen." Das Projekt soll in einer großen und einer kleinen Stadt sowie in einem Landkreis gestartet werden. "Wir sind die kleinste kreisfreie Stadt im Land. Deshalb passt das." Zudem passe es in das Projekt Soziale Stadt. Die Krankenschwestern sollen (ähnlich wie früher Diakonissinnen) Senioren und Kranke zuhause betreuen, nähere Details nannte Pirmann noch nicht.

Bei der Rede des Oberbürgermeisters beim Empfang mit Gewerkschaftern, Betriebs- und Personalräten sowie Kommunalpolitikern bei den Stadtwerken standen soziale Themen im Vordergrund. So sei die Kindergelderhöhung ein richtiger Ansatz, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Pirmann erwähnte insbesondere die 1,6 Millionen Alleinerziehenden - zumeist Frauen - in Deutschland. "Ich finde, die Alleinerziehenden sind die wahren Helden des Alltags", sagte Pirmann unter dem Beifall der Gäste.

Den Flüchtlingstragödien im Mittelmeer müsse ein Ende bereitet werden, so Pirmann. "Zweibrücken engagiert sich in hohem Maße, um Asylbewerber und Flüchtlinge zu versorgen." Wobei die Kommunen auf Unterstützung von Bund und Ländern angewiesen seien.

Mit der Stadt-Umland-Strategie sprach der OB einen weiteren Punkt an, den Zweibrücken zusammen mit den Nachbarkommunen auf die Tagesordnung setzte. Damit wolle man gemeinsam "das Kirchturmdenken" überwinden. Als erstes Projekt werde die "Stadt am Wasser oder besser Region am Wasser angegangen". Für Pirmann ist das "kein herausgeworfenes Geld". Denn neben Arbeitsplätzen spielten immer mehr Aspekte wie Familie, Gesundheit oder Freizeit eine Rolle bei der Wohnortwahl. Und da werde die Region durch die Wasser-Attraktionen attraktiver.

Dass es den Menschen in der Region besser geht, dafür sorgt laut Werner Cappel, Chef der IG Metall Homburg-Saarpfalz, die Gewerkschaft. In seiner Rede verwies er auf den jüngsten Tarifabschluss. "Insgesamt konnten wir in den letzten fünf Jahren die Einkommen unserer Mitglieder um 16 Prozent steigern." Dadurch seien 150 Millionen Euro zusätzliche Kaufkraft in die Region geflossen. Deshalb sei die IG Metall auch für viele junge Arbeitnehmer ein wichtiger Ansprechpartner. 70 Prozent der 15 000 Beschäftigten in der saarpfälzischen Metall- und Elektroindustrie seien organisiert. Und gemeinsam mit dem Betriebsrat und der Belegschaft sei es gelungen, massive Einschnitte bei Terex zu verhindern. "Dort ist es auch durch viele Aktivitäten gelungen, dass bei Terex weiter ausgebildet wird." Wie Cappel ging auch der Vorsitzende des DGB Westpfalz, Michael Detjen, auf den oft beklagten Fachkräftemangel an. "Es gibt genügend junge Leute. Geben Sie denen eine Perspektive", wandte sich Detjen an die Unternehmen. Angesichts der neuesten Arbeitslosenzahlen in der Westpfalz brauche es weiter starke Gewerkschaften. Selbst die Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent in Zweibrücken liege über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Ganz zu schweigen von Kaiserslautern (9,8 % ) oder Pirmasens (13,4 %).