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Feuerwehr: Pirmann sagt Nein zu mehr Hauptamtlichen

Feuerwehr : Pirmann sagt Nein zu mehr Hauptamtlichen

Die freiwilligen Helfer der Feuerwehr Zweibrücken dürfen für die nächste Zeit wohl nicht mit einer Verstärkung ihrer Truppe durch mehr hauptamtliche Mitarbeiter rechnen.

Das wurde bei der jüngsten Sitzung des Stadtrats deutlich. Ratsmitglied Manfred Weber (PBZ) richtete eine Anfrage an Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD). Weber nahm Bezug auf den Artikel des Pfälzischen Merkur, in dem die Floriansjünger eine Aufstockung der Hauptamtlichen gefordert hatten.

Weber fragte Pirmann, wie es angesichts dieser Forderung der Feuerwehr um die Einsatzbereitschaft und Sicherheit in der Rosenstadt bestellt sei. Pirmann erklärte daraufhin: „Es gibt keine Feuerwehr im Land, die nicht mehr Personal will.“

Als Weber noch einmal nachbohrte, wie es um die Sicherheit bestellt sei, beharrte Pirmann: „Es gibt keinen Fall, in dem die Feuerwehr nicht ausrücken konnte, keinen Fall, in dem ein Einsatz gescheitert wäre“ aus Personalmangel. Der Oberbürgermeister merkte zu dem Begehren der Feuerwehr an: „Wünsche hätte ich auch viele“ – aber angesichts des Schuldenbergs der Stadt von 275 Millionen Euro könnten eben nicht alle Wünsche erfüllt werden. Und es sei die Frage, ob auch wirklich alle Wünsche zwingende seien. Pirmann sagte, die Zweibrücker Wehr könne bei größeren Einsätzen auf „Nachbarschaftshilfe“ setzen, zahlreiche Wehren in der Region stünden im Fall der Fälle bereit, die Zweibrücker Brandschützer zu unterstützen, sagte der Oberbürgermeister und nannte unter anderem die Feuerwehr in Homburg, die Feuerwehr auf dem Flughafen und die Betriebsfeuerwehr von Kömmerling in Pirmasens.

Mit Blick auf den designierten Chef der Zweibrücker Feuerwehr, Frank Theisinger sagte Pirmann: „Neue Besen kehren gut – aber sie kennen noch nicht alle Ecken!“

Hintergrund: Harald Schmieg, der bis vergangene Woche Feuerwehrchef war, und sein Nachfolger Frank Theisinger hatten beim Besucher unserer Redaktion erklärt, es sei schwierig, mit bis dato lediglich fünf hauptamtlichen Kräften alle Einsätze so zu stemmen, wie es sein sollte. Es sei eine Vorgabe des Landes, dass die Feuerwehr nach einer Brandmeldung binnen acht Minuten am Einsatzort sein soll. Das werde bei nur rund 50 Prozent der zeitkritischen Einsätze erreicht.

Problem sei, dass in der Zweibrücker Wehr überwiegend – wie in den allermeisten Wehren bundesweit – Ehrenamtler tätig sind. Diese sind vielfach berufstätig und können nicht einfach bei einem Alarm ausrücken, wenn sie am Arbeitsplatz sind. Und die fünf Hauptamtlichen alleine seien auch nicht in der Lage, das zu stemmen. Theisinger und Schmieg hatten gefordert, die Zahl der Hauptamtler aufzustocken. Ideal wäre es, so die beiden, wenn die Wehr statt bislang fünf künftig elf Hauptamtler hätte. Diese könnten dann die schwierig zu besetzende Zeit von sieben Uhr morgens bis 17 Uhr nachmittags abdecken, wenn viele Ehrenamtler ihrem Broterwerb nachgehen.

Doch sei man schon froh über jeden einzelnen Hauptamtler, den die Stadt Zweibrücken finanzieren würde, hatten sie angemerkt.