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Elektro-Karts: Pirmann hofft auf weitere Investoren

Elektro-Karts : Pirmann hofft auf weitere Investoren

OB bei Spatenstich: Karthalle macht Flugplatzgelände noch attraktiver, es liefen Gespräche über einen „Schwebeturm“.

Der Fahrer des Oberbürgermeisters, Harald Witt, nahm für seinen Chef schon mal Platz in einem modernen Elektrokart. Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) wollte damit noch warten, bis das „Karthaus“ im nächsten Sommer in Betrieb geht. „Wir freuen uns, dass sie hier investieren“, sagte Pirmann beim Spatenstich bei Schneeschauer zum Investor Antonio Cipolla.

Beim Betrieb spielt dann das Wetter keine Rolle. Denn die zwischen 350 bis 400 Meter lange Rennstrecke wird in dem etwa 3000 Quadratmeter großen Karthaus angelegt.

Bei der Umwandlung des ehemaligen Militärflughafens in eine zivile Nutzung waren Freizeiteinrichtungen von Anfang an Teil des Vier-Säulen-Konzepts gewesen, erinnerte Pirmann. Mit der Kartbahn komme jetzt „ein weiterer Baustein“ hinzu. Zur World of Fun mit Eissporthalle, Bowlingbahn, Schwarzlicht-Minigolf oder Indoor-Spielplatz sowie der Kletterhalle Camp4.

„Ich hoffe, dass ihre Ansiedlung weitere Investoren in dem Bereich anlockt, sagte Pirmann. Mit einem, der einen „Schwebeturm“ errichten wolle, gebe es Gespräche. „Da müssen wir schauen, ob das wegen der Bauhöhe geht.“ Näheres verriet Pirmann noch nicht.

„Das ist besonderer Moment“ sagte Antonio Cipolla. Es sei ein „langer und steiniger Weg“ von der Idee vor drei Jahren bis zum Spatenstich gewesen. Dabei dankte er allen, die ihn bei dem Vorhaben unterstützt haben. Die Umsetzung soll nun schneller vonstatten gehen. Nach der Auskunft des Bauunternehmens wird die Halle in etwa sechs bis sieben Monaten fertig sein. „Dann können wir im Sommer eröffnen“, schätzte Cipolla. „Wenn alles gut läuft und wir im Plan bleiben, ist Zweibrücken dann um eine Attraktion reicher.“

Zumal es sich nicht um eine übliche Kartbahn handele: Die Karts werden nicht mit Benzin, sondern elektrisch angetrieben. Das sei eine Marktlücke in der Pfalz-Saar-Region, sagte Cipolla (wir berichteten). Die nächste Elektro-Kartbahn sei in Karlsruhe.

Der Investors prüft noch eine weitere umweltfreundliche Idee: den Strom mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Hallendach selbst zu produzieren. „Doch das ist noch offen“, sagte er am Rande des Spatenstichs.

Auf die Fahrgeräusche müssten die Fahrer trotz Elektromotor nicht verzichten. Mit Soundmodulen könne man auch Autorennatmosphäre schaffen.

Mit einer Maximalleistung von 31 PS erreiche das ausgesuchte Modell eine Höchstgeschwindigkeit von 65 Kilometer. Die Akku-Kapazität reiche eine Stunde. Cipolla plant mit 20 Fahrzeugen, davon seien dann acht bis zehn auf der Strecke. Im Karthaus sollen fünf Menschen einen Arbeitsplatz finden. Die Investitionssumme liegt nach Angaben des Investors im siebenstelligen Euro Bereich.

Im Freizeitbereich sieht Cipolla die Hauptzielgruppe. „Für Racing ist das Karthaus nicht geeignet.“ Im Normalbetrieb ist das Mindestalter zwölf Jahre. Doch es gebe auch „spezielle Zeiten für Kinder ab acht Jahre“, kündigte Cipolla an. Dabei würden die Elektromotoren gedrosselt. Als direkter Nachbar des Fashion Outlet hoffe er auch, dass einige der vier Millionen Besucher des Outlets im Karthaus vorbeischauen.