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Phantom der Oper gibt Rätsel auf

Phantom der Oper gibt Rätsel auf

Abgesehen davon, dass es sich nicht um Webbers Version von „Phantom der Oper“ handelte, wussten die Künstler der „Central Musical Company“ gestern Abend in der Zweibrücker Festhalle dennoch zu gefallen.

Auch wenn es nicht das berühmte Musical von Andrew Lloyd Webber war - das "Phantom der Oper " sorgt stets für knisternde Spannung. So gefiel gestern Abend auch die Version der "Central Musical Company" dem Publikum in der nahezu voll besetzten Zweibrücker Festhalle. In dieser Version mit der Musik von Arndt Weber und dem Text von Paul Wilhelm wird mehr Wert auf den Dialog gelegt als auf den Gesang. Der Autor orientiert sich dabei sehr stark an der Romanvorlage.

Der "Central Musical Company" gelang es, für ihre gut zweieinhalbstündige Aufführung die richtige Atmosphäre zu schaffen. So wurde der Heinrich-Gauf-Saal in ein kleines Musical-Theater verwandelt. Vor der Bühne war ein Orchester unter der Leitung von Lajos Taligas platziert. Das Bühnenbild wurde durch einen Beamer und eine Großbildleinwand perfekt ins Szene gesetzt. Die Umbauten auf der Bühne zwischen den Bildern gingen reibungslos und fast unbemerkt vonstatten.

Die Rollen waren mit guten Sängerinnen und Sängern besetzt. Boris Becker als Phantom und Esther Puzak als Christine sind erfahrene und ausgezeichnete Interpreten. Letztere wird beispielsweise regelmäßig für Neujahrskonzerte im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt eingeladen. Aber auch der Rest des Ensembles ging voller Spielfreude ans Werk.

Die Handlung hat der Roman von Gaston Leroux vorgegeben: In der Versenkung eines riesigen Opernhauses spielt sich Merkwürdiges ab. Der Technikmeister wird tot aufgefunden. Die Sängerinnen hören Stimmen, sehen Schatten, sind verunsichert. Selbst der Pförtner, der im wahren Leben stets weiß, wer ein- und ausgeht, steht vor einem Rätsel.

Nur die Sängerin Christine hat das Phantom, einen Mann mit verunstaltetem Antlitz, gesehen. Er will sie an der Primadonna Carlotta vorbei in die Hauptrolle der "Perlenfischer" lancieren. Viel Applaus gab es vor allem bei Christines Wiegelied "Schlafe ein, du mein Kind" sowie die anschließenden Duettsequenzen "Kann man singen, ohne zu lieben?" und "Die Nacht wird Raum".

Doch nicht wenige der Gäste in der Festhalle waren schon zur Pause etwas ratlos. Denn sie warteten auf die Hits der Webber-Vorlage, die einfach nicht kommen wollten. Dennoch waren sie von der Aufführung begeistert.