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Pfingstbegegnung nur noch alle zwei Jahre

Pfingstbegegnung nur noch alle zwei Jahre

Zweibrücken/Boulogne. Seit Jahren sinken die Teilnehmerzahlen bei der traditionellen Pfingstbegegnung zwischen Zweibrücken und seiner französischen Partnerstadt Boulogne-sur-Mer. Nun haben die beiden Stadtspitzen die Notbremse gezogen

Zweibrücken/Boulogne. Seit Jahren sinken die Teilnehmerzahlen bei der traditionellen Pfingstbegegnung zwischen Zweibrücken und seiner französischen Partnerstadt Boulogne-sur-Mer. Nun haben die beiden Stadtspitzen die Notbremse gezogen. Bei einer Elefantenrunde, die am Rande der Feierlichkeiten zur Festhallen-Wiedereröffnung einberufen wurde, beschlossen die Vertreter der Partnerstädte, die Pfingstbegegnung künftig nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Das bestätigte der Zweibrücker Hauptamtschef Richard Körner (Foto: pm/tof) jetzt dem Pfälzischen Merkur. "Die Teilnehmerzahl fiel auf unter 150, beim letzten Mal näherte sie sich stark der Hunderter-Grenze", sagte Körner, der die Partnerschaftsarbeit für die Zweibrücker Stadtverwaltung koordiniert.

Er führt dies zum einen auf Nachwuchsprobleme in den Vereinen zurück - einer der Hauptsäulen der Partnerschaft. Außerdem fänden über Pfingsten viele Turniere statt, was es für Sportvereine nicht einfach mache, genügend Mitglieder zu den Pfingstbegegnungen zu schicken, die bislang jährlich im Wechsel in Boulogne und Zweibrücken stattfanden. Ebenfalls im Wechsel hatten die Partnerschaftstreffen entweder einen Kultur- oder einen Sportschwerpunkt. Um mehr Teilnehmer für die Pfingstbegegnungen zu gewinnen, soll es auch diese Trennung nach Worten des Partnerschafts-Koordinators künftig nicht mehr geben.

Als Ausgleich für das Weniger an Pfingstbegegnungen setzten die Partnerstädte auf mehr Einzelaktionen rund ums Jahr. Allein für 2009 sind bereits zwölf solcher Begegnungen geplant, darunter ein Videofestival im Februar, ein Film- und Videoprojekt für Jugendliche unter dem Motto Lifestyle vom 19. bis 23. Oktober und ein Jugendaustausch in den Sommerferien.

Bei der Pfingstbegegnung in Boulogne 2009, bei der die beiden Städte 50 Jahre Partnerschaft feiern, sollen laut Körner erste Kontakte für eine Kooperation der Musikschulen geknüpft werden - das Ziel: gemeinsame Konzerte der beiden Bildungsschmieden.

Bereits Anfang April 2008 hatten Boulognes Stadt-Beigeordnete Mireille Hingrez-Cereda und der Zweibrücker Oberbürgermeister Helmut Reichling vereinbart, die seit 1959 bestehende Städtepartnerschaft neu zu ordnen und die Jugendarbeit zu intensivieren. Einen schweren Schlag habe diesen Bemühungen der plötzliche Tod des Boulogner Jugendamtsleiters Daniel Rivenez Anfang Dezember versetzt, sagt Körner. Dennoch ist der Zweibrücker Partnerschafts-Koordinator zuversichtlich, dass die dadurch entstandene Lücke schnell geschlossen wird. Auch auf Zweibrücker Seite werde alles getan, die auch nach fast 50 Jahren immer noch hervorragend funktionierende Städtepartnerschaft weiter auszubauen. So schreibe das Sportamt alle Vereine der Stadt an, um für die Partnerschaft zu werben, und das Kulturamt die Kulturtreibenden. Außerdem möchte sich die Stadt um mehr Schulpartnerschaften bemühen.

Meinung

Veränderung belebt Tradition

Von Merkur-Redakteur Manuel Görtz

 Die Zweibrücker können den Boulognesern einiges bieten. Zum Beispiel einen der bedeutendsten Rosengärten Europas. Aber auch die Stadt am Ärmelkanal muss sich nicht verstecken. Dort befindet sich unter anderem der größte Fischereihafen Frankreichs. Fotos: dpa
Die Zweibrücker können den Boulognesern einiges bieten. Zum Beispiel einen der bedeutendsten Rosengärten Europas. Aber auch die Stadt am Ärmelkanal muss sich nicht verstecken. Dort befindet sich unter anderem der größte Fischereihafen Frankreichs. Fotos: dpa
 Richard Körner
Richard Körner

Eine lebendige Partnerschaft lebt von Veränderungen. Auch von solchen, die auf den ersten Blick schmerzlich erscheinen. In diesem Sinne muss man auch den Schritt verstehen, den Boulogne und Zweibrücken bei den traditionellen Pfingstbegegnungen gegangen sind. Wenn sich nicht mehr genügend Leute finden, ein solches groß angelegtes Partnerschaftstreffen jährlich durchzuführen, dann ist es allemal besser, es zunächst im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfinden zu lassen und in der Zwischenzeit die Partnerschaft durch neue Aktionen zu erneuern. Die Pläne dafür sind vielversprechend. So gibt es künftig mehr Einzeltreffen zwischen Boulognern und Zweibrückern. Vor allem aber setzen die beiden Städte dort den Schwerpunkt, wo die Zukunft der Partnerschaft liegt - bei der Jugendarbeit.