Pfälzerwald-Vereine der Region : Geld für Wegemarkierungen käme gelegen

Noch können die Pfälzerwald-Vereine der Region die Pflege der Wanderwege stemmen. Eine Finanzspritze des Landes, wie vom Hauptvereins-Vorsitzenden vorgeschlagen, würden sie aber begrüßen.

Diesen Sommer zieht es die Menschen nicht in die Ferne – viele verbringen ihren Urlaub Zuhause. Und was liegt in unserer Region näher, als die Natur wandernd zu erkunden? Ganze 5000 Kilometer lang ist das Wanderwegenetz des Pfälzerwald-Vereins, das von den Mitgliedern seit etwa 120 Jahren betreut wird. Allerdings sind die Wege, was die Beschilderung anbelangt, etwas in die Jahre gekommen. Das soll sich nach dem Willen des Pfälzerwald-Vereinsvorsitzenden Martin Brandl ändern. Er verweist in diesem Zusammenhang auf das 50 Millionen Euro starke Tourismus-Förderungspaket der Landesregierung.

„Mein Vorschlag wäre, eine Überarbeitung der Wanderwege in die Förderung aufzunehmen“, sagt er. Doch Geld alleine wird das Problem nicht lösen, ist doch die Altersstruktur beim Pfälzerwald-Verein – wie in vielen anderen Vereinen auch – einigermaßen hoch. „Immer weniger Leute können sich als Wegewart für die Pflege der Wanderwege einsetzen“, sagt Roland Schad, Vorsitzender der PWV-Ortsgruppe Blieskastel. Wegewarte kümmern sich um die Sicherheit der Wanderstrecken, sie schneiden störendes Gebüsch und sorgen dafür, dass Bäume, die den Weg blockieren, entfernt werden. Zudem kontrollieren sie die Markierungszeichen und ersetzen fehlende Schilder.

Die PWV-Ortsgruppe Blieskastel betreut zwei Fernwanderwege, die ihr Gebiet kreuzen: den Saar-Blies-Mosel-Fernwanderweg und den Saar-Rhein-Weg. Überhaupt gehe der Trend weg von den Fernwanderwegen, so Schad. Die neu angelegten Premiumwege und Traumschleifen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Das mag zum einen daran liegen, dass diese Wege von den Landkreisen oder Kommunen betreut und gepflegt werden und meistens in einem guten bis sehr guten Zustand sind. Zum anderen ist die Nachfrage nach Tagestouren und Rundwegen gestiegen. Die wenigsten Waldbesucher wandern heute auf Strecken, für die sie mehrere Tage brauchen, mit Übernachtungen und allem, was dazu gehört.

„Auch wir vom Pfälzerwald-Verein Blieskastel nehmen das Angebot der Premiumwanderwege gerne in Anspruch“, sagt der Vorsitzende. Vor kurzem waren Wanderer der Ortsgruppe auf dem Premiumweg Rötelsteinpfad bei St. Wendel unterwegs.

Eine Landesförderung für den Erhalt oder den Ausbau der Wanderwege würde Jürgen Grauwickel, Vorsitzender des Pfälzerwald-Vereins Zweibrücken, grundsätzlich begrüßen. Allerdings müsste geklärt werden, was finanziell auf den Verein zukommen könnte. Ob also weitere Kosten für Markierungsarbeiten entstehen würden, die der Verein im Moment schwer aufbringen könnte. „Wenn Schilder aufgestellt werden sollen, kostet das natürlich etwas“, sagt Grauwickel.

Auch bei der Zweibrücker Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins ist die Überalterung spürbar. Doch man könne die Pflege der Wanderwege auf Zweibrücker Gebiet noch stemmen, etwa den Siebenpfeiffer-Weg, der in Zusammenarbeit mit der Herzog-Wolfgang-Realschule Plus angelegt wurde.

Einige Wege auf der Zweibrücker Gemarkung werden auch von der Stadt oder den Naturfreunden betreut, zum Beispiel in der Fasanerie.

Die Zweibrücker PWV-Ortsgruppe leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie, die es nötig machte, die vereinseigene Hütte zu schließen. Dadurch sind dem PWV vier Monate lang die Einnahmen aus dem Hüttenbetrieb weggebrochen. Vergangenen Sonntag war die Hahnberghütte das erste Mal wieder geöffnet. „Wir haben die Hütte versuchsweise aufgemacht, nur im Außenbereich, denn innen wären die Hygieneregeln nicht einzuhalten gewesen“, sagt Jürgen Grauwickel, „doch wir brauchen jetzt mehr Leute für den Hüttendienst.“

Vor der Pandemie waren fünf bis sechs Personen im Einsatz, jetzt braucht man zehn bis zwölf ehrenamtliche Helfer, um den Hüttendienst ordnungsgemäß zu gewährleisten. Die Ortsgruppe will die Hütte alle 14 Tage öffnen, abhängig von der Witterung. Der nächste Termin ist der 16. August, sofern das Wetter mitspielt.

Auch Wanderungen sollen wieder angeboten werden, zum Beispiel eine Seniorenwanderung am kommenden Mittwoch, 12. August.