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„Petrus gehört dem Verein an“

„Petrus gehört dem Verein an“

„Wer sind diese Leute, die da mitten in der Fußgängerzone zu Abend essen“, mag sich manch uninformierter Passant am Samstag gefragt haben. Die Antwort lautet: die etwa 30 Teilnehmer des Dinner in Weiß.

Drei Jahre lang hatte die Zweibrücker CDU das Dinner in Weiß in der Zweibrücker Innenstadt organisiert. Im Wahljahr 2015 wurde es auf dem Herzogplatz von vielen Politikern und Parteifreunden genutzt, um sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. In diesem Jahr nun, als wunschgemäß das Stadtmarketing und der Zweibrücker Verein Gemeinsamhandel die Organisation übernommen hatten, rückte die edel geschmückte, weiße Festtafel in die Mitte der Fußgängerzone.

Die "Table d'Hôte", eine lange, gemeinsame Tafel statt mehrerer Einzeltische, zog sich fast vom Eck Mühlengasse/Hauptstraße bis zur Löwengasse hin. Die Händler vieler angrenzender Geschäfte feierten nicht nur fröhlich mit. Sie hatten auch die Auslagen in ihren Schaufenster dem Motto entsprechend in weiß gestaltet.

"Als wir mit dem Aufbau begonnen haben, hat es noch leicht geregnet, aber Petrus gehört dem Verein an", freute sich City-Managerin Petra Stricker über einen lauen, sonnigen Abend. Dennoch hatten wohl viele dem Wetter nicht getraut, und so dinierten nur rund 30 weiß Gekleidete stilvoll mit weißem Geschirr ein vorwiegend aus weißen und hellen Speisen selbst zusammengestelltes und mitgebrachtes "Menü" in mehreren Gängen.

Wer möchte Mousse? Wer möchte Birnentarte? Wer möchte einen Schnaps? Das fröhliche Miteinander an der Tafel spiegelte den neuen Sinn von Gemeinsamhandel.

Die Nähe zu den mitwirkenden Geschäften ermöglichte, zum Couscous auch frisch gegrillte Lammkotelettes und Merguez zu verspeisen oder frischen Kaffee zum Dessert anzubieten. "Es ist das erste Mal, dass wir uns rein freundschaftlich treffen, ohne Probleme zu lösen oder Veranstaltungen zu planen", genossen auch der Gemeinsamhandel-Vorsitzende, Andreas Michel und Ehefrau Ute den heiteren Abend. "Es ist ein Neustart, der erst wachsen muss", betonte Stricker. Viele Passenten blieben stehen, schauten interessiert und wechselten auch das eine oder andere Wort mit der Tafelgemeinschaft.

Gleichwohl räumt die City-Managerin ein, dass sie sich über ein bisschen mehr Resonanz aus der Bevölkerung fernab von Parteien oder Handelsorganisationen gefreut hätte.

Dafür hatten Semira Karg und Ernesto Englert aus Frankenthal den weiten Weg nach Zweibrücken auf sich genommen. Mit einem Champignon-Carpaccio, einem Salat mit Lachs, Ziegenkäse, Mandeln und Meerrettich sowie Honigmelone mit Cocos-Chips und weißen Kokos-Schokokugeln passten sie sich dem Weiß-Menü perfekt an. "Wir erfüllen die Vorderpfalz-Quote", scherzte das Paar. Die Event-Hopper hatten von dem Termin gelesen und sofort beschlossen: "Wir machen mit!" "Eine tolle Atmosphäre und eine sehr schöne Veranstaltung. Wir freuen uns, dabei zu sein", bekräftigte Semira Karg. Wenn es terminlich passe, kämen sie gerne nächstes Jahr wieder.