Paul Schmidt : Er liebte die Natur und die Menschen

Paul Schmidt war vielen in der Region bekannt als Umweltschützer, Künstler und Bergsteiger. Jetzt ist er im Alter von 66 Jahren gestorben.

Am 2. Juni ist Paul Schmidt gestorben. Mit 66 Jahren. Der passionierte Bergsteiger, Naturschützer und Menschenfreund wird von vielen in unserer Region schmerzlich vermisst. „Paul galt sicher als Ur-Grüner, wurde aber erst spät Mitglied unserer Partei. Und das ist kein Zufall: Sein politischer Ansatz war immer konstruktiv-kritisch und abgewogen. Er nahm sich Zeit, wenn es um grundsätzliche Entscheidungen ging. Manchmal ein Querdenker, dabei immer verlässlich, offen und herzlich,“ so beschreibt ihn der Vorsitzende der Zweibrücker Grünen, Norbert Pohlmann. Zuletzt engagierte sich Paul Schmidt bei der Initiative Pro Fahrrad, wo er dafür eintrat, Zweibrücken in eine fahrradfreundliche Stadt zu verwandeln.

Die Welt ein kleines bisschen besser zu machen war stets sein Anliegen. Als Suchtberater bei der Diakonie half er denjenigen, die in ihrem Leben ganz unten angekommen waren. Er hatte ein offenes Ohr und eine helfende Hand. Seine Klienten waren ihm immer sehr wichtig. „Ich habe im Laufe meiner Berufsjahre bestimmt 30 000 Gespräche mit Alkoholabhängigen geführt, und jedes Gespräch mit einem Menschen ist ein Gewinn,“ hat er einmal gesagt. Als Mitarbeiter des Diakonischen Werks war er auch lange Jahre Mitglied im Zweibrücker Jugendhilfeausschuss.

In seinem Leben ist Paul Schmidt nicht immer den geraden Weg gegangen. Seine Passion, das Bergsteigen, hat ihn durch die ganze Welt geführt. So begleitete er zum Beispiel von Januar bis April 1984 einen Freund bei einer mehrmonatigen Wanderung durch den neuseeländischen Busch. Seit 1980, also ganze 40 Jahre, war er Mitglied des Zweibrücker Alpenvereins. „Paul hat alle Spielarten des Bergsteigens beherrscht“, sagt dessen Vorsitzender Peter Weber. Im Vorstand war Paul Schmidt seit 2015 aktiv. Er war für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und engagierte sich im Natur- und Umweltschutz. Ihm ist es zu verdanken, dass auf dem Vereinsgelände eine Blumenwiese gepflanzt wurde. Auch im Wanderfalkenschutz war er aktiv. Viele Menschen hat er auf Touren des Alpenvereins begleitet und seine Begeisterung für die Schönheiten der Bergwelt weitergegeben. „Er war zuverlässig und hilfsbereit“, erinnert sich Peter Weber, „dabei war er immer zurückhaltend und bescheiden. Wir hatten eine gute Kameradschaft am Berg. Ich habe eine richtig schöne Zeit mit ihm verbracht und die möchte ich nicht missen.“ Als Bergführer war Paul Schmidt, obwohl er so viel Erfahrung hatte, kein Draufgänger. Vielmehr konnte er ein Risiko abschätzen und hat dann erst etwas gewagt.

Seine Begeisterung für die Natur und für die Berge kam auch in den Vorträgen zum Ausdruck, die er beim Alpenverein immer mal wieder gehalten hat. Schließlich war Paul Schmidt auch ein Künstler. Holz in seinen unendlichen natürlichen Formen hatte es ihm angetan. Er bearbeitete es wenig, versuchte immer, die Seele eines Astes oder die Schönheit einer Wurzel herauszuarbeiten. „Immer wenn er auf seinen Touren eine Wurzel gefunden hatte, die ihm gefiel, hat er sie in seinen Rucksack gepackt und nach Hause getragen“, sagt Peter Weber.

Eigentlich hätte der Alpenverein in diesem Jahr noch einmal eine Ausstellung und einen Lichtbildvortrag mit Paul Schmidt veranstalten wollen. Doch dazu ist es jetzt leider nicht mehr gekommen. „Ich durfte im Gebirge die Leichtigkeit des Seins verspüren,“ hat Paul Schmidt auf seiner Facebook-Seite geschrieben. Vielen Menschen war er damit ein Vorbild.