Jörg Wagner, Ortsvorsteher-Kandidat in Oberauerbach Im Ehrenamt das Bogenschießen für sich entdeckt

Oberauerbach · In einer Serie stellt der Pfälzische Merkur die sieben Kandidaten vor, die bei der Wahl am 9. Juni in den Zweibrücker Vororten für das Amt des Ortsvorstehers kandidieren. Heute Jörg Wagner (SPD), der in Oberauerbach antritt.

Zuerst war Bogenschießen nur eine neue Sparte für den FC Oberauerbach, mittlerweile hat es Jörg Wagner auch ganz persönlich als Hobby entdeckt.

Zuerst war Bogenschießen nur eine neue Sparte für den FC Oberauerbach, mittlerweile hat es Jörg Wagner auch ganz persönlich als Hobby entdeckt.

Foto: Elisabeth Heil

Jörg Wagner ist jemand, der ohne große Worte anpackt, gewissenhaft die Dinge umsetzt und sich freut, wenn es gelingt; und wenn er Menschen findet, die es ihm gleichtun. Deshalb kandidiert er auch bei der Wahl zum Ortsvorsteher seines Heimatortes, wo er zwar nicht geboren wurde, aber 2015 der Liebe wegen hinkam und geblieben ist. Der 44-Jährige verspürt, sagt er, den großen Wunsch, sich fürs große Ganze einzusetzen, sein Umfeld positiv und nachhaltig zu beeinflussen und weiterzuentwickeln und dabei immer mit gutem Beispiel voranzugehen. „Oberauerbach ist wirklich meine Heimat geworden“, sagt er. „Hier lebe ich mit meiner Frau Bettina, drei Kindern, einem Hund und zwei Schildkröten und fühle mich zu Hause. Für mich ist es ohnehin nicht wichtig, wo man herkommt, sondern wo man hingeht und welche Fußspuren man hinterlässt.“

2020 nach dem Tod des damaligen Ortsvorstehers Andreas Hüther stellte sich Jörg Wagner schon einmal zur Wahl. Aus dem Stand heraus kam er damals auf über 18 Prozent – ein Ergebnis, das den OB Marold Wosnitza dazu veranlasste, diesen Kandidaten, den er bislang nicht wirklich kannte, ins Rathaus einzuladen.

„Beim Tür-zur-Tür-Wahlkampf hatte ich die Oberauerbacherinnen und Oberauerbacher besucht und mich vorgestellt, was ich natürlich auch dieses Jahr wieder mache“, erzählt der Ortsvorsteher-Kandidat. Dabei habe er Wolfgang Höhler kennengelernt, den Vorsitzenden des FC Oberauerbach. „Er ist schon etwas älter und ich unterstützte ihn fortan bei seiner Arbeit auf dem Vereinsgelände – Rasenmähen, Instandsetzungen und Ähnliches. Die letzte Tür gehörte zum Haus von Hedi und Willi Danner-Knoke. Wir blieben in Kontakt und so kam ich 2021 zum SPD-Ortsverein, bei dem ich inzwischen der zweite Vorsitzende bin.“

Um den FCO war es damals nicht so gut bestellt. Eine eigene Fußballmannschaft spielt schon seit der Saison 2017/2018 nicht mehr, das Sportheim wurde kaum mehr genutzt. Jörg Wagner wurde Mitglied im Verein und bei den nächsten Wahlen als Schatzmeister in den Vorstand gewählt. Im Team arbeiten sie seitdem daran, den FCO wieder auf Kurs zu bringen. „Wir haben den Verein neu ausgerichtet und Ende 2023 zum Beispiel die Abteilung Bogenschießen an den Start gebracht“, berichtet der 44-Jährige. „Wir hatten uns überlegt, welche Sportarten wir noch etablieren können. Mannschaftssport ist da schon schwierig und so sind wir aufs Bogenschießen gekommen – eine Sportart, die sich auch gut als Einzeldisziplin eignet“, erklärt Jörg Wagner, der das Bogenschießen inzwischen auch für sich entdeckt hat.

„Bogenschießen ist ein wunderbarer Sport, bei dem man auch sehr gut abschalten kann“, findet er. „Für Außenstehende sieht es vielleicht einfach aus, aber es erfordert ganz viel Technik, ein gutes Körpergefühl und die richtige Haltung“, zählt er die Besonderheiten auf. Dafür trainiere er zweimal die Woche. „Als nächstes möchten wir eine Jugendabteilung aufbauen“, kündigt Wagner an, der findet, dass die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine sehr dankbare und erfüllende Aufgabe sei.

Sollte er die Wahl gewinnen, möchte er die Senioren- und Jugendarbeit intensivieren. „Wir brauchen unbedingt wieder einen Jugendraum. Ich denke, im Bürgerhaus lässt sich dafür bestimmt ein schöner Platz finden“, ist er überzeugt. Sein Hauptaugenmerk liege ohnehin auf dem Bürgerhaus, wo dringende Renovierungs-, Pflege- und Bewirtschaftungsarbeiten notwendig seien. „Die können durchaus auch in Eigenleistung erbracht werden“, meint Wager, der große Stücke aufs Ehrenamt setzt. „Eine Gesellschaft braucht den Innovationsgedanken der Jugend und die Erfahrung der Alten. Ein Bürgerhaus, wie ich es mir vorstelle, soll daher ein Ort der Begegnung für Jung und Alt sein.“

Deshalb liege ihm auch sein „Mädchen für alles“ besonders am Herzen – eine helfende Hand für die Oberauerbacher, die auf Wunsch Unterstützung leistet. Das könne der Spaziergang mit dem Hund sein, handwerkliche Hilfe oder was auch immer. Ebenfalls auf seiner Agenda stehe der Ausbau des Schwarze Bretts in analoger und digitaler Form: „Damit der Austausch von Angebot und Nachfrage im Ort noch besser und transparenter funktioniert“, betont er, denn er ist überzeugt: „Die Bürgerinnen und Bürger sollen jederzeit nachvollziehen können, was passiert. Das schafft Verständnis und Akzeptanz.“

Neben seinem Engagement beim SPD-Ortsverein Oberauerbach und dem FCO ist Jörg Wagner Mitglied bei den Landfrauen. Darüber hinaus engagiert er sich im Schulelternbeirat der Grundschule Sechsmorgen, ist Tarifbotschafter und Vertrauensperson der ver.di sowie Beisitzer des saarländischen Disziplinarsenats beim Verwaltungsgerichtshof.

Außerdem kandidiert in Oberauerbach Katja Krug-Abdessalem (CDU), sie haben wir hier vorgestellt.

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