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Oldtimer-Treffen auf dem Herzogplatz Zweibrücken

Oldtimer-Treffen auf dem Herzogplatz : Die gute, alte (Auto-)Zeit

Am Wochenende gab es in Zweibrücken knapp 90 Oldtimer zu bewundern.

Was im menschlichen Alter bei einigen nicht gerade ein Grund zur Freude ist, ist bei Fahrzeugen die magische Schwelle zu Anerkennung und Wertschätzung. Die Rede ist vom Oldtimer-Status, den ein Fahrzeug ab seinem 30. Baujahr erhält. Welcher Schatz im Alter liegt, wissen oldtimerbegeisterte Menschen zu schätzen, zu pflegen und zu zelebrieren. Und wer einen Oldtimer besitzt, fährt ihn meist nicht nur gerne, sondern zeigt ihn auch gerne. 

Diese Möglichkeit lockte am Samstagnachmittag knapp 90 Oldtimer in die Zweibrücker Innenstadt, denn die Stadt Zweibrücken und das Stadtmarketing hatten zum fünften Mal zur Oldtimer-Veranstaltung „Forever Young“ eingeladen. Vorab anmelden musste sich niemand, und so zeigte sich Organisatorin Petra Stricker begeistert, wie viele Fahrzeuge gekommen waren. Zwar waren es beim letzten Oldtimer-Treffen vor zwei Jahren mehr Fahrzeuge, allerdings bestand dieses Mal das Problem, dass die Fahrzeuge im Gegensatz zu sonst nicht als Standpräsentation geplant waren, um die Corona-Maßnahmen umsetzen zu können.

Und so kamen  all diese Oldtimerfans aus Landau, Mannheim, Karlsruhe, Kusel, Saarbrücken, Kaiserslautern, Neunkirchen, Zweibrücken, Pirmasens und vielen anderen Städten zunächst trotz dieser kurz geplanten Verweildauer in die Rosenstadt. Vor Ort dann die Überraschung sowohl für die Fahrer, als auch für die Besucher der Veranstaltung: die Ordner des MSC Schiffweiler, die die Zufahrt auf den Herzogplatz regelten, fanden eine Corona-konforme Möglichkeit, die Fahrzeuge auf dem Herzogplatz zu platzieren und den Besuchern die Möglichkeit zu geben, mit den Fahrern ins Gespräch zu kommen und die Fahrzeuge aus der Nähe zu bestaunen.

Und so wurde es doch noch ein Oldtimertreffen, wie es Oldtimerliebhaber mögen. Dabei spiegelte sich eine große Bandbreite der unterschiedlichsten Autos und Motorrädern, und so reihte sich Porsche neben Mercedes, Triumph, Ford, Volkswagen, Alfa und viele andere Marken und den unterschiedlichsten Modellen.

Um was es sich jeweils genau handelte, das wusste Klaus Lambert, der die Veranstaltung moderierte und den man ohne Übertreibung als wandelndes Oldtimerlexikon beschreiben kann. Und wie es sich für solch eine Veranstaltung gehört, hatten einige Fahrer standesgemäß ihre Klappstühle dabei, es wurden Sekt getrunken und Kuchen gegessen, Benzingespräche geführt und das endlich einmal tolle sommerliche Wetter genossen.

Unter den Teilnehmern waren auch Sonja und Dieter Pirmann aus Zweibrücken, die erst im letzten Jahr mit dem Kauf ihres Mazda MX Miata, Baujahr 1991, ausgerechnet wegen Corona zum Oldtimer fanden. „Den haben wir uns letztes Jahr zur Hochzeit gekauft, statt einer Hochzeitsreise“, erzählt Sonja Pirmann. Seitdem haben sie das Fahrzeug selbst instand gesetzt und einen recht sportlichen Oldtimer aus ihm gemacht.

Einen Käfer, Baujahr 1968, nennt Thomas Fischer sein eigen. Auch er hat in den letzten Jahren alles an seinem Fahrzeug selbst aufbereitet und ist begeistert von den alten Fahrzeugen. „Es ist einfach noch richtiges Autofahren“, findet der 34-Jährige. Das ist wohl auch das, was alle Oldtimerfahrer so an ihren Fahrzeugen lieben: das rohe Fahren, ohne elektrischen Schnickschnack, der Geruch, das Geräusch des Motors, das Spüren des Fahrwerks und des Untergrundes, das manchmal auch anstrengende Lenken ohne Servo und das Lebensgefühl, das man einfach selbst erlebt haben muss. Im Anschluss an dieses Oltimertreffen gab es einen fliegenden Wechsel an Fahrzeugen. Am späten Nachmittag machte die „Internationale 22. Saar-Lor-Lux-Classique“ einen Zwischenstopp auf dem Herzogplatz.