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Oberstadt-Belebung soll erster Schritt sein

Oberstadt-Belebung soll erster Schritt sein

Welche Ziele verfolgen die Listen, die für den nächsten Zweibrücker Stadtrat kandidieren? Nach der Haushalts- und der Flughafenpolitik (wir berichteten) hat der Merkur die Spitzenkandidaten zur Innenstadt- und Einzelhandels-Politik befragt.

SPD-Spitzenkandidatin Sabine Wilhelm (48) möchte die Zweibrücker Innenstadt durch eine Belebung der Oberstadt weiterentwickeln. Hierfür sei die Ausgliederung von Teilen der Stadtverwaltung in die ehemalige Kreissparkasse ein erster Schritt. Das sorge für zusätzliche Belebung, die neue Investoren anlocken könne. Gerade in Sachen früheres City-Outlet müsse sich etwas tun. Langfristig müsse auch die Umgestaltung der Fruchtmarktstraße angegangen werden, so Wilhelm. Die SPD möchte die Innenstadt - das heißt den Bereich, in dem Einzelhandelsansiedlungen planungsrechtlich einfach möglich sind - ausdehnen. Neben dem Parkbrauerei- und dem Raiffeisen-Gelände nennt Wilhelm auch den Bereich hinter dem City-Outlet. Die CDU befürwortet in Sachen Innenstadtpolitik eine leichtere Erweiterung der Kernzone, sagt Spitzenkandidat Christoph Gensch (35). Darüber hinaus sollten nach Auffassung der Christdemokraten unter anderem das Parkbrauerei- und das ehemalige Raiffeisen-Gelände zu einer "Erweiterungszone" der Innenstadt zählen, die sich über die Fußgängerzone hinaus erstreckt. Der Leerstand City-Outlet müsse unter allen Umständen beseitigt werden, fordert Gensch. Möglich wäre seiner Ansicht nach, dort ein Ärztehaus oder Gesundheitszentrum anzusiedeln. Grünen-Spitzenkandidatin Carola Schmidt-Sternheimer will "die Attraktivität der Stadt fördern, denn dann kommen Menschen und dann kommen auch Geschäfte". Veranstaltungen wie "Feierabend!" in der City gelte es auszubauen - auch durch Förderung privater Initiativen. Zudem wollen die Grünen mehr aus den Vorteilen Zweibrückens machen: "Wir sind eine schöne Stadt mit der Grünachse und der sanierten Fußgängerzone. Und wir sind die Stadt der Rosen - das sollte man aber auch außerhalb des Rosengartens sehen!" FDP-Spitzenkandidatin Ingrid Kaiser (62) fordert zur Attraktivitätssteigerung "eine Erweiterung der Innenstadt über die Kaiserstraße hinaus bis zum Bahnhof, mit der Poststraße als Verbindung zur Fußgängerzone". Ebenso ein kleines Stück Richtung Niederauerbach in der Hofenfelsstraße - nicht aber die Parkbrauerei. Außerdem wollen die Liberalen die, "in die Jahre gekommene Zweibrücker Liste modifizieren". Diese legt fest, welche Warengruppen nicht in den Style Outlets verkauft werden dürfen, damit diese sich in der Innenstadt ansiedeln.

Nötig sei auch mehr Gastronomie in der Innenstadt: Außer Straßencafés gibt es relativ wenig, wo man zwischen dem Einkaufen essen gehen kann." FWG-Spitzenkandidat Kurt Dettweiler (59) betont, jede Stadt brauche ein Einzelhandelskonzept - das Zweibrücker müsse aber "dringend überarbeitet werden, denn insbesondere aus dem alten Raiffeisen-Gelände könnte man was machen. Die Parkbrauerei werde von der FWG dagegen nicht als Erweiterungsgelände gesehen. Gut sei der Umzug von Behörden in die Ex-Kreissparkasse: "Durch diese Belebung der Oberstadt kann man sicher Investoren für das City-Outlet finden". Obwohl man mit sanierter Fußgängerzone und Alexanderplatz auf einem "guten Weg" sei, dürfe man nicht zu große Hoffnungen wecken: "Zweibrücken wird sicher nicht die Einkaufsstadt mit tausend Geschäften". Linken-Spitzenkandidat Mathias Nunold (51) "ist stolz auf Zweibrücken mit der wunderschönen Fußgängerzone und dem Alexanderplatz". Darauf gelte es aufzubauen: "Die Entwicklung der Innenstadt muss auf jeden Fall weitergehen. Speziell am Busbahnhof und der Stadteinfahrt von der A8 über die Alte Ixheimerstraße". Beim Einzelhandel gelte es, die "flächendeckende Versorgung zu gewährleisten", zum Beispiel durch Einzelhandel auf dem Ex-Schrottplatz Rimschweiler. AfD-Spitzenkandidat Manfred Weber (60) betont: "Bei der Stadtentwicklung sollten wir uns ganz Zweibrücken anschauen und nicht nur die Fußgängerzone". Die Frage müsse sein: "Was können wir wo gebrauchen? Die AfD wolle "nicht nur die Innenstadt schützen, man muss ein klares Konzept für ganz Zweibrücken haben".