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Nur wo ein Wille ist, ist ein Weg

Nur wo ein Wille ist, ist ein Weg

Man höre und staune! Eine ganz konkrete, praktische Zusammenarbeit über die rheinland-pfälzisch-saarländische Landesgrenze ist möglich. Das zeigt die Vereinbarung zwischen den Homburger Unikliniken und dem Evangelischen Krankenhaus in Zweibrücken.

Letzteres soll jetzt Lehrkrankenhaus für die Uniklinik werden, wie dem Merkur diese Woche bestätigt wurde. Für die Zweibrücker ist das ein Prestige-Erfolg. Zudem bringt der Vertrag eine Reihe Vorteile für das Krankenhaus, wie zusätzliche Mitarbeiter und einen noch besseren Zugang zum medizinischen Wissen der Uniklinik. Davon dürften auch die Patienten profitieren. In Homburg wiederum weiß man seine fast fertig ausgebildeten Studenten während ihres Praxisjahres in unmittelbarer Nähe in guten Händen. Das Beispiel zeigt: Wenn auf beiden Seiten der Landesgrenze wirkliches Interesse an einer Kooperation besteht, können auch bürokratische Hindernisse überwunden werden - bei Uniklinik und Evangelischem Krankenhaus etwa eine unterschiedliche Prüfungsordnung in beiden Ländern.

Vielleicht kann das, was bei den Krankenhäusern möglich war, ja bald endlich einmal auch bei den Flughäfen Zweibrücken und Ensheim funktionieren. Doch sind hier große Zweifel angebracht, ob das Interesse auf beiden Seiten ähnlich groß ist wie bei den Kliniken. Bei den Flughäfen drängen die handelnden Personen - vor allem auf saarländischer Seite - nicht gerade mit überschäumendem Eifer auf eine Kooperation. Zu sehr wird der Flughafen Ensheim als Symbol saarländischer Eigenständigkeit gesehen, als dass man Kompetenzen nach Rheinland-Pfalz abgeben möchte. Auf der Basis ist eine Übereinkunft schwierig.

Stichwort Übereinkunft: Ob die Reaktivierung der S-BahnStrecke Zweibrücken - Homburg irgendwann kommt, steht weiter in den Sternen. Immerhin hat das Mainzer Infrastrukturministerium jetzt die Vorplanung veröffentlicht. Zwischen 21,7 und 25,7 Millionen Euro müssten demnach bis zu einer Inbetriebnahme 2019 investiert werden. Ob das klamme Saarland bereit ist, seinen Beitrag zur besseren Verkehrsanbindung an die Pfalz zu leisten? Alles eine Frage des Willens.