1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Auch Gassen sollen geschützt werden: Noch in diesem Jahr Poller am Hallplatz

Auch Gassen sollen geschützt werden : Noch in diesem Jahr Poller am Hallplatz

Kontrovers wurde im Stadtrat darüber diskutiert, knapp war die Mehrheit für den Poller. Jetzt kommt er, wie Oberbürgermeister Wosnitza auf Anfrage sagt. Noch in diesem Jahr soll die Barriere den Hallplatz schützen. Auch die Sonnen- und Löwengasse würden geschützt.

Es war in den vergangenen Monaten eines der am leidenschaftlichsten diskutierten Themen im Stadtrat. Mit knapper Mehrheit (18 zu 16 Stimmen) votierte der Stadtrat im Mai für die Installierung eines Pollers am Hallplatz.

In den nächsten Wochen geht es an die Arbeiten, um die Barriere einzurichten, erklärt nun Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) auf Merkur-Anfrage. „Wenn bezüglich des Wetters nichts mehr dazwischenkommt, werden Ende November, Anfang Dezember die vorbereitenden Erdarbeiten am Hallplatz beginnen. Noch 2019 wird dann der Poller stehen.“ Nächsten Dienstag, 29. Oktober, 17 Uhr im Ratssaal, werde im Bauausschuss über den Sachstand und Zeitplan informiert.

Wosnitza geht davon aus, dass der vorgegebene Finanzrahmen eingehalten wird – im Stadtrat war die Rede von 40 000 Euro.

Im August 2017 fuhr ein Lkw vom Hallplatz auf den Herzogplatz und beschädigte dabei die Treppe. Foto: Daniel Konrad

So kontrovers, wie das Thema Poller für die Fußgängerzone im Rat diskutiert wurde, so emotional reagierten auch einige Bürger auf die Aussicht, dass bald ein Poller den Hallplatz davor schützt, dass Autofahrer von der Rosengartenstraße aus auf den Platz fahren, dort wenden und dann zurück in die enge Rosengartenstraße fahren, in der ein Wenden nur schwer möglich ist.

„Es gab bereits Beschwerden: Das könne ja wohl nicht sein, dann würde künftig die Wende-Möglichkeit wegfallen“, berichtet Wosnitza. Dieses Argument könne man nicht gelten lassen. „Der Hallplatz war nie ein Wendeplatz für die Autofahrer“, betont er. Natürlich sei die Rosengartenstraße eng. Aber deswegen könnten sich die Autofahrer nicht das Recht nehmen, einfach auf den Hallplatz zu fahren.

Tatsächlich wird der Hallplatz rege vom motorisierten Verkehr genutzt, oft ziehen die Fahrer eine großzügige Schleife über den Platz, gerne in flottem Tempo, um dann zurück in die Rosengartenstraße zu fahren.

In der wärmeren Jahreszeit, wenn der Hallplatz belebt ist, sind dann Passanten regelmäßig genötigt, anzuhalten und zu warten, bis der Fahrer sein Wendemanöver beendet hat – auf die Passanten wird oft nur wenig geachtet.

Der Punkt ist, dass solch unbefugtes Befahren nicht nur Passanten auf dem Hallplatz nervt (und stellenweise auch gefährdet), sondern dass die Fußgängerzone weitere Zufahrtsmöglichkeiten hat.

Deswegen kündigt der Oberbürgermeister an, dass nicht nur der Hallplatz geschützt werden soll. „In einem weiteren Schritt werden wir die Sonnen- und die Löwengasse schützen.“ Diese würden dann aber nicht mit Pollern versehen, wie der Hallplatz. Die beiden genannten Gassen sollen beispielsweise mit schweren Blumenkübeln geschützt werden; die Überlegungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Bei all diesen geplanten Vorkehrungen sei dennoch klar, so Wosnitza: „Der eine Poller wird nicht dazu führen, dass wir den Autoverkehr aus der Fußgängerzone bekommen.“ Auch der Schutz der beiden Gassen in einem weiteren Schritt werde dieses Problem nicht beseitigen. Aber es seien immerhin Schritte in die richtige Richtung.

Wosnitza weist darauf hin, dass der Lieferverkehr auch künftig wie gewohnt die Fußgängerzone werde befahren dürfen. „Während der Lieferzeiten ist die Fußgängerzone natürlich offen.“ Aber eben nur diesen Zeiten. Lieferanten, die zu anderen Zeiten auf den Hallplatz fahren möchten, werden dann das Nachsehen haben – der Poller wird ihnen die Zufahrt unmöglich machen.

Kein Problem wird die Zufahrt hingegen für Rettungskräfte, Feuerwehr oder Polizei sein. Diese haben ein entsprechendes Signal-Gerät (Transponder) in ihren Einsatzfahrzeugen, die dafür sorgen, dass der Poller automatisch herunterfährt.

Und wenn ein Anwohner aus der Fußgängerzone wegen eines Umzugs außerhalb der Lieferzeiten auf eine Sondererlaubnis zum Befahren der Fußgängerzone angewiesen sei, werde ihm diese natürlich gewährt, sagt der Oberbürgermeister. Die Betroffenen müssten es vorher nur beim Ordnungsamt anmelden. Gleiches gelte für Marktbeschicker, die im Vorfeld von Veranstaltungen ihre Stände aufbauen wollten.

Gibt es eigentlich Pläne, künftig neben dem einen Poller noch weitere in der Fußgängerzone aufzustellen? Wosnitza sagt, dies müsse abgewartet werden. „Diese Entscheidung obliegt dem Stadtrat.“ Sicher werde die Entscheidung auch dadurch beeinflusst, wie die Erfahrungen seien, die nun mit dem Poller am Hallplatz gemacht würden. Beantragt hatte die Poller bereits im Mai 2018 die SPD-Ratsfraktion (wir berichteten).