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Noch eine Chance für den Flughafen?

Noch eine Chance für den Flughafen?

Ein Jahr ist es diese Woche her, dass der letzte Ferienflieger in Zweibrücken abhob - nach Fuerteventura. Und viele saarländische Politiker frohlockten, weil Tuifly gezwungen war, den 2007 vollzogenen Wechsel von Saarbrücken nach Zweibrücken zu revidieren.Heute ist die Stimmung auch in Saarbrücken deutlich getrübter.

Das fängt beim Stichwort Fuerteventura an: Entgegen der damaligen Ankündigung gibt es im Winterhalbjahr gar keine Kanaren-Flüge ab Saarbrücken. Was viele Urlauber und Reisebüros auch im Saarland sehr enttäuscht. Doch nicht nur die drei Strecken-Streichungen auf die Kanaren sorgen für Verärgerung: Auch beim regulären Flugbetrieb in Ensheim hakt es. Nicht nur in den vergangenen Wochen sind mehrfach Flüge wegen Nebel ausgefallen, von denen etliche aufgrund flugtechnischer Infrastruktur und Topographie sicher in Zweibrücken hätten fliegen können: Die Flughafenfreunde Zweibrücken haben seit der Schließung Zweibrückens 98 gestrichene Flüge in Ensheim gezählt, dazu 28 Umleitungen. Drei Mal kehrten demnach in Berlin bereits gestartete Flieger sogar dorthin zurück. Es steht zu befürchten, dass Airlines, die heute unter hohem Kostendruck stehen, angesichts solcher Betriebsprobleme eines Tages Ensheim den Rücken kehren und die Saar-Pfalz-Region dann ganz vom Flugverkehr abgekoppelt wird - wenn die Saar-Regierung nicht über ihren Schatten springt und doch noch Zweibrücken als "ihren" Airport übernimmt statt Ensheim. In Zweibrücken wäre ein wirtschaftlicherer Betrieb möglich - was auch deshalb ein starkes Argument ist, weil Ensheim die EU-Flughafenleitlinie erfüllen muss, bis 2024 ohne Subventionen auszukommen ...