1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Nina Bender ist Pastoralreferentin in Zweibrücken

Die 31-jährige Nina Bender ist Pastoralreferentin in Zweibrücken : Hoffnung auf Rückkehr gelebter Gemeinschaft

Die 31-jährige Pastoralreferentin Nina Bender gestaltet unter anderem Kindergottesdienste und unterrichtet an der Albert-Schweitzer-Grundschule in Ernstweiler katholische Religion. Auch sonst geht es der gebürtigen Eppenbrunnerin in Zweibrücken gut.

„Heute Abend kommen wieder meine Kommunionkinder.“ Die Augen von Nina Bender strahlen. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt der gebürtigen Eppenbrunnerin besonders am Herzen. Seit bald vier Jahren bereitet sie in der katholischen Pfarrei Heilige Elisabeth die Erstkommunionkinder und Firmlinge auf ihre Sakramente vor. Die 31-jährige Pastoralreferentin gestaltet unter anderem die Kindergottesdienste, unterrichtet an der Albert-Schweitzer-Grundschule in Ernstweiler katholische Religion, betreut alljährlich die Sternsinger, bereitet Spezialgottesdienste wie aktuell den Palmsonntag oder den Kinder-Kreuzweg vor und feiert zu allen hohen Kirchenfesten die Eucharistie gemeinsam mit Pfarrer Wolfgang Emanuel.

Die Heilige Eucharistiefeier gehört für die junge Frau zum Herzstück ihres Glaubens. Und das Gespräch über Jesus Christus. Ganz selbstverständlich sprudelt es aus ihr heraus. Eine Authentizität, mit der Nina Bender in ihrem Freundeskreis selbst bei eher Kirchenfernen angesehen ist. Katholisch aufgewachsen, sei sie nie von ihren Eltern zum den Gottesdienstbesuch gedrängt worden. Doch bei der Vorbereitung auf die Erstkommunion erkannte sie, wie wichtig ihr die Gemeinschaft mit anderen Christen ist. Fortan gehörte der Besuch des Sonntagsgottesdienstes für die Neunjährige zu den Höhepunkten in der Woche.

Folgerichtig wurde Nina Bender Messdienerin. Mit ihrem Interesse und ihrem Verantwortungsbewusstsein und ihrem Wunsch „das möchte ich noch öfter haben“, erhielt sie von Pfarrer Walter Stephan in ihrer Heimatgemeinde Eppenbrunn zunehmend Aufgaben aufgetragen, die sie übernehmen durfte. „Er hat meinen Glauben und mein Leben maßgeblich geprägt. Bis zum heutigen Tage“, sinniert die Katholikin. Außerdem wurde sie geprägt und gefördert von den beiden Ordensschwestern Eleutheria (Freiheit) und Maria Pura.

Ein ganz besonderes Erlebnis war Nina Benders erster Weltjugendtag in Köln, der der damals 15-Jährigen zeigte: „Es gibt eine Weltkirche. Wir sind viele junge Menschen, die ihren Glauben leben und feiern.“ Auslandsaufenthalte in Australien, Rom oder Taizé verstärkten das Gefühl von Weltkirche und weltweitem Glauben. Freundschaften von dort halten bis zum heutigen Tag.

Als Nina Bender vor Abschluss der Mittleren Reife beschloss, aufs Wirtschaftsgymnasium zu wechseln, um Abitur zu machen und Theologie zu studieren, verwunderte das niemanden. Einhellige Reaktion: „Das passt zu dir!“

Grundlegende Glaubensfragen, die während der Studienzeit in Mainz und vor allem in München immer wieder einmal aufkamen, klärte sie weiterhin mit ihrem Heimatpfarrer. Es folgten zwei Jahre Priesterseminar in Speyer mit Praxisbegleitung in Dahn bei Diakon Michael Ganster. Im Sommer 2017 bestand sie die Prüfung und wurde im Dom zu Speyer von Karl-Heinz Wiesemann in ihr Amt als Pastoralassistentin ausgesendet. „Der Dom war voll und so viele Menschen aus meiner Heimatgemeinde gekommen, um mit mir gemeinsam zu feiern“, berichtet sie glücklich.

Nach ihrer Prüfung als Pastoralreferentin wechselte die Diplomtheologin 2020 für den zweiten Teil ihrer pastoralpraktischen Weiterbildung nach Zweibrücken. „Ich fühle mich sehr wohl in der Gemeinschaft und Wolfgang Emanuel lässt mir viel freie Hand. Es ist ein wunderbares Miteinander.“ So freut sie sich darauf, die nächsten drei Jahre hier zu wirken und gemeinsam zu gestalten. Gemäß ihrem ausgewählten Lieblings-Bibelspruch aus dem Buch Nehemia: „Macht euch keine Sorgen, die Freude am Herrn ist eure Kraft“.

Hoffnung hat sie, dass die geplanten Osterfeierlichkeiten in Präsenz stattfinden dürfen. „Digital ist eine Hilfe, ich betreue die Medienauftritte von Sankt Elisabeth. Doch wahrer Glaube findet in der Präsenz mit der Gemeinschaft statt.“

Dass nur die katholischen Kirche das aus Christi Leib und Blut gewandelte Abendmahl so empfindet, ist für Nina Bender der Grund, trotz gleicher Ausbildung lieber auf die Möglichkeit der evangelischen Kirche, Pfarrerin zu werden, zu verzichten und damit auf die Erlaubnis, Sakramente spenden zu dürfen. Sie betont: „Ich schaue lieber auf meine Möglichkeiten, als den Mangel zu betonen.“ So dürfe sie sogar eigenständig Beerdigungen feiern und begleite gerne Trauernde zu einem trostvollen Abschied.

Außerdem muss Nina Bender kein Zölibat leben. Eine Möglichkeit, die im übrigen auch Männer mit dem Verzicht auf die Priesterweihe und einem Leben als Pastoralreferent hätten. Deshalb mag sie sich nicht groß zu den Thesen äußern, die zum Weltfrauentag auch an die Pforte der Heilig-Kreuz-Kirche geschlagen wurden. Vieles sei ihr zu pauschalisiert. Wenngleich Nina Bender einräumt: „Es gibt ganz klar Bereiche in der katholischen Kirche, die der Reform bedürfen.“

www.pfarrei-zweibruecken.de