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„Niemand bezeichnet den Park Sanssouci als eine Puppenkiste“

„Niemand bezeichnet den Park Sanssouci als eine Puppenkiste“

Die Zweibrücker Denkmalschutz-Expertin Roswitha Chéret und der Homburger Freiraumplaner Georg Dhom weisen die Kritik von UBZ-Chef Werner Boßlet am geplanten Denkmalschutz für den Zweibrücker Rosengarten entschieden zurück.

"Der Denkmalschutz für den Rosengarten ist dringend nötig", schreibt Chéret: "Allein schon die Tatsache, dass der UBZ einen Teil des Rosengartens für einen Grillplatz im Rahmen des Projekts ,Stadt am Wasser' freigibt, schreckt auf." Auch wenn dieser Teil nicht im historischen Gebiet sein sollte: "Wer sagt uns aber, dass irgendwann nicht auch ein weiterer Teil, diesmal im historischen Areal, für andere Zwecke herausgelöst wird?" Boßlet befürchtet, dass der Rosengarten an Attraktivität verlieren, zu einer Art "Puppenkiste" würde, falls er unter Denkmalschutz stünde (wir berichteten). Chéret hält es für erwiesen, dass keine solche Gefahr besteht: "Meines Wissens empfindet niemand den Park in Sanssouci als Puppenkiste, auch der Park in Schwetzingen wird nicht als solcher bezeichnet. Beides sind historische Gärten, die Besucher gerade wegen ihrer historischen Gestaltung und Bedeutung anziehen." Die 1950er und 1960er Jahre hätten bedeutende Gärten in Deutschland hervorgebracht - und der Zweibrücker Rosengarten gehöre "exemplarisch dazu". So finde am 21. April in Koblenz eine Veranstaltung zu den Grünanlagen der 1950er und 1960er Jahre statt, dabei werde auch auf den Rosengarten als markantes Beispiel verwiesen. Ebenfalls finde der Rosengarten in einer 2014 erschienenen Publikation des BHU (Bund Heimat und Umwelt) als musterhaft für diese Zeitspanne Erwähnung. "Nur in Zweibrücken scheint man die Bedeutung nicht ermessen zu haben."

Auch Dhom (der in unserem Samstags-Artikel durch einen Schreibfehler fälschlich als Denkmalschutz-Gegner erschien) betont: "Es gibt nicht mehr viele Gärten in Deutschland, in denen so viel im Stil der 50er- und 60er-Jahre erhalten ist." Aus der Zeit des legendären Gartendirektors Oskar Scheerer gebe es im Teil des Rosengartens zwischen Saarlandstraße und Café Dornröschen noch "viele herausragende kleine Strukturen". Beispielsweise "die Rechteckbeete entlang der Saarlandstraße, den Senkgarten, die Hochbeete am Bleicherbach und natürlich das Dornröschen".