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Symposium: Niedrigzinsen und Bürgerversicherung

Symposium : Niedrigzinsen und Bürgerversicherung

Finanzdienstleister diskutieren bei ihrem Symposium an der Zweibrücker Hochschule aktuelle Probleme der Branche.

Am Mittwoch hat am Campus in Zweibrücken das 19. Finanzdienstleistungs-Symposium stattgefunden. Dabei gab es Vorträge etlicher Experten aus der Branche, die derzeit vor etlichen Herausforderungen steht. Vor allem die Themen Bürgerversicherung und Niedrigzinspolitik machen den „Fidis“ das Leben derzeit schwer.

Zur Eröffnung sprach der Vorstand des Hochschulrates, Hans Otto Streuber. Als ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt, der die Hochschule mit nach Zweibrücken holte, und als späterer Präsident des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz war Streuber genau der richtige Mann zur Begrüßung. „Das ist inzwischen schon eine Traditionsveranstaltung, die mit hohem wissenschaftlichen Anspruch aktuelle Probleme aus dem Alltag der Branche behandelt.“ So könne die Tagung aktueller nicht sein. Die Agenda entspreche dem, was in der Versicherungswirtschaft und der Politik gerade diskutiert werde. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) mach es gerade den Lebensversicherern schwer, die zugesicherten Mindestverzinsungen zu erwirtschaften. „Das ist eine existenzielle Situation, mancher muss schon die Rücklagen angreifen“, sagte Streuber.

Den von seiner SPD forcierten Systemwechsel zu einer Bürgerversicherung sieht Streuber kritisch. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das bisherige zweigleisige System einfach so ändern soll“, sagte er. Außer acht blieb dabei, dass es bei einer Bürgerversicherung trotzdem möglich wäre, weitere Leistungen über eine private Zusatzversicherung abzudecken.

Der Vizepräsident der Hochschule, Professor Karl-Herbert Schäfer, zeigte auf, wie lange es dieses Symposium schon gibt. „Ich bin seit 17 Jahren hier, das Symposium gibt es seit 19 Jahren, das gibt es länger hier als mich. Das es so lange Bestand hat ist ein Qualitätsurteil, denn Qualität setzt sich durch.“ Besonderer Dank gelte Professor Gunter Kürble, der das Symposium ins Leben gerufen hat und mit organisiert. Er konnte selbst nicht vor Ort sein, da er nach einem medizinischen Eingriff auf dem Weg der Erholung ist. Per Videobotschaft versprach er aber, 2019 beim 20. Symposium wieder dabei zu sein.

Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) erinnerte sich an die Zeiten, als die FH noch nicht in Zweibrücken war. Er war damals Verbandsbürgermeister in Zweibrücken-Land und Streuber OB der Stadt. „Man hat uns damals für verrückt erklärt, heute sind wir alle sehr stolz auf diesen Hochschulstandort.“ Es sei schön, dass es dieses Symposium in Zweibrücken gibt. Halb im Scherz forderte er die Finanzexperten dazu auf, sich mal Gedanken zu machen, wie man die Stadt von ihren Schulden befreien könne. „Vielleicht fällt Ihnen ja eine Lösung ein. Rufen Sie mich ruhig an, ich steh‘ im Telefonbuch“, so Pirmann.

Nach den Grußworten gab es dann eine ganze Reihe von Vorträgen und Workshops. Aus Deutschland und Europa waren Experten vor Ort, um zu sprechen, oder sich die neuesten Erkenntnisse der Branche anzuhören. Dabei ging es zu einzelnen Themen sehr in die Tiefe der Materie. In den Pausen wurde fleißig weiter diskutiert und viele Studenten nutzten auch die Möglichkeit, mit den Profis aus der Praxis zu netzwerken. Am Ende war das Symposium ein großer Erfolg und wird gewiss auch im Jubiläumsjahr 2019 wieder das Who-is-Who der Branche nach Zweibrücken locken.