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Niederauerbacher Frauenstammtisch

Silke Gundacker beim Frauenfrühstück : Träume als Botschaften des Unterbewusstseins

Pfarrerin Silke Gundacker sprach beim Niederauerbacher Frauenstammtisch über die Bedeutung von Träumen. Anhand von Bibelgeschichten zeigte sie auf, dass Träume schon immer großen Einfluss auf die Menschen hatten.

„Was habt ihr zuletzt geträumt?“ wollte Silke Gundacker von den 13 Frauen des Niederauerbacher Frauenstammtischs wissen. „Was Schönes!“ „Von meinem verstorbenen Mann!“ „Ich hatte einen Albtraum!“ – das alles offenbarte das Kaffeekränzchen, das sich zuvor mit selbstgebackenem Kuchen und einem Gläschen Rosewein gestärkt hatte.

Die evangelische Pfarrerin aus Contwig ermunterte in ihrem Vortrag „Träume sind Schäume“: „Nehmen Sie ihre Träume ernst! Unterdrücken Sie sie nicht.“ Diese seien Ausdruck unseres Unterbewusstseins oder Über-Ichs, zitierte sie den bekannten Psychologen und Traumforscher, Sigmund Freud. Wir hätten jedoch keinen Einfluss darauf, ob unsere nächtlichen Träume schön verliefen oder wir in Schweiß gebadet aus Angstträumen erwachten und uns erst wieder zurechtfinden müssten.

Träume können auch Lösungen aufzeigen, wenn wichtige Entscheidungen anstehen. Tagträume erreichen in Form von Visionen direkt unser Bewusstsein und lassen sich von diesem sogar steuern. In der Antike und auch im alten Israel, mehrere Hundert Jahre vor Christi Geburt, gab es spezielle Traumdeuter-Schulen, um die Traum-Botschaften der Seele zu entziffern.

Auch in der Bibel spielen Träume als Botschaften Gottes und eine Art seiner Kommunikation mit uns Menschen eine bedeutende Rolle. 38 Bibelstellen beschäftigen sich daher mit Träumen: 28 im Alten Testament und je fünf in den Apokryten (religiöse jüdische und christliche Schriften aus der Zeit zwischen 200 vor und 400 nach Christus) sowie dem Neuen Testament.

Die alttestamentliche Geschichte von Josef, den seine Brüder auf Grund seines Traums in die Zisterne warfen und nach Ägypten in die Sklaverei verkauften, lebt von Traumdeutungen. So steigt dieser zum Stellvertreter des Pharaos auf, weil er dessen Träume von sieben fetten und sieben mageren Kühen als die entsprechende Qualität der Erntejahre deuten kann. Josef lässt die Kornspeicher füllen und errettet das Volk in den sieben mageren Jahren vor dem Hungertod.

Doch auch von Traum-Missdeutungen ist die Rede. Joseph träumt im Neuen Testament davon, dass er die schwangere Maria heiraten soll, da sie den Heiland zur Welt bringt. Die drei Weisen nehmen die Warnung ihres Traums ernst und kehren nicht zu Herodes zurück. „Träume erweitern unsere innere Wahrnehmung“, erklärt Silke Gundacker.

Die Frauen waren sich schließlich einig: „Es war sehr interessant.“ Sie empfehlen aus eigener Erfahrung: „Positiv denken vor dem Einschlafen bewahrt vor schlechten Träumen.“