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Nicht auf die lange Bank schieben

Nicht auf die lange Bank schieben

Der ZOB bringt Menschen in die Innenstadt, wirkt aber auch als Barriere, welche die Zweibrücker Haupteinkaufszone baulich begrenzt: Dieses Dilemma ist seit Jahren bekannt, aber ungelöst. Jetzt endlich scheint die eierlegende Wollmilchsau gefunden, eine Lösung, die allen Aspekten gerecht wird - zwar nicht den Busbahnhof zu verkleinern, sondern nur die Überdachung

Der ZOB bringt Menschen in die Innenstadt, wirkt aber auch als Barriere, welche die Zweibrücker Haupteinkaufszone baulich begrenzt: Dieses Dilemma ist seit Jahren bekannt, aber ungelöst. Jetzt endlich scheint die eierlegende Wollmilchsau gefunden, eine Lösung, die allen Aspekten gerecht wird - zwar nicht den Busbahnhof zu verkleinern, sondern nur die Überdachung. Diese ist nämlich ohnehin eigentlich viel zu lang. Und wenn doch einmal strömender Regen und so viel wartende Passagiere zusammenkämen, dass es unter dem verkleinerten Dach eng würde, gibt es an beiden Straßenzeiten ja auch noch Vordächer von Geschäften, unter die man sich stellen kann. Neuen Schwung bekommen hat die Debatte durch das City-Outlet. Die heruntergekommene ehemalige Kaufhalle hat die Gewobau in ein architektonisches Schmuckstück verwandelt - was nur leider niemand sieht, weil der Eingang der Eingang durch das ZOB-Dach und dessen Träger verdeckt wird. Damit angesichts der aktuellen Debatte um Erfolg oder Misserfolg des City-Outlet-Konzepts aber keine Missverständnisse aufkommen: Es geht hier nicht nur darum, das City-Outlet zu beleben. Sondern um viel weitergehende städtebauliche Erfordernisse. Dass am Alexanderplatz, der ja eigentlich das traditionelle Zentrum Zweibrückens ist, optisch der Eindruck erweckt wird, hier höre die Geschäftszone auf, hat ja nichts mit der Realität zu tun. Hinter dem City-Outlet folgt nämlich noch eine Reihe weiterer Geschäfte in der Hauptstraße, ganz zu schweigen von dem anschließenden Viertel rund um die Fruchtmarkt- und Lammstraße, in dem es auch noch etliche interessante inhabergeführte Geschäfte gibt. Einen zentralen Platz wie den Alexanderplatz, der an sich freie Blicke erlaubt, zuzubauen, war eine städtebauliche Sünde. Zum Glück eine, die sich ohne großen Aufwand beheben lässt. Hiermit sollte die Stadt aber nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten. Dass der Alexanderplatz (inklusive ZOB) saniert werden soll, ist ja schon seit Jahren klar. Doch getan hat sich nichts - zuletzt, weil man erstmal die Kommunalwahl am 7. Juni abwarten will. Und danach ist erst mal Sommerpause . . .Gerade in Zeiten einer Wirtschaftskrise, die irgendwann auch auf den Einzelhandel überzugreifen droht, sollte die Stadtverwaltung ihre Planungen dringend beschleunigen. Und auch vor provisorischen Maßnahmen nicht zurückschrecken, für die es kein Gesamtkonzept braucht - sprich: Das Dach des ZOB zwischen Alexanderplatz und City-Outlet unverzüglich entfernen.