Neutrinos als Helfer

Auch in diesem Semester setzt der Naturwissenschaftliche Verein (Nawi) seine Vortragsreihe am Zweibrücker Campus fort. Den Anfang machte Dr. Monika Maintz vom Planetarium Mannheim.

"Im Herzen der Sonne" lautete der Vortrag, den Dr. Monika Maintz vom Planetarium Mannheim vor gut 80 Zuhörern hielt. Prof. Peter Pokrowsky vom Naturwissenschaftlichen Verein (Nawi) war erkrankt, so dass Dozent Hubert Zitt das Organisationskommando übernahm und erst einmal die Technik im Hörsaal auf Trab brachte.

Mit milden 6000 Grad Celsius an der Oberfläche - im Sonnenkern herrschen 15 000 000 Grad - strahlt die Sonne Leben spendend durch den eisigen Weltraum auf unsere winzige Erde, ihre Masse ist über 330 000-mal größer als die irdische. Die Sonne ist 4,57 Milliarden Jahre alt. In dieser Zeit hat sie in ihrem Kern 14 000 Erdmassen Wasserstoff durch Kernfusion in Helium verwandelt. Man kann das mit Hilfe eines Modells, das auf berechenbaren Größen und Beobachtungen basiert, verifizieren. Das zeigte die Referentin auf, so dass ein Staunen nicht ausblieb.

Also vier Wasserstoffkerne, Protonen, "verschmelzen" zu einem Helium-Kern immer wieder aufs Neue im Sonneninnern. Das kann aber kein Mensch jemals sehen. Deswegen nimmt man die Neutrinos zu Hilfe, die sind messbar, sie entstehen bei der Kernfusion nebenbei. Ein Neutrino rast in Sekunden vom Kern raus aus der Sonne, durch die Erde hindurch, sogar durch die Köpfe der Menschen und immer weiter. Sie sind richtig unheimlich, aber eben messbar. Über Neutrinos wissen die Wissenschaftler inzwischen alles. Und wer während des Vortrags gut aufgepasst hatte, weiß jetzt noch viel mehr über die Sonne. In zehn Milliarden Jahren geht's wohl zu Ende mit ihr, sie wird zu einem roten Riesen und endlich ein weißer Zwerg, dann ist ihr nuklearer Vorrat verbraucht. Doch unsere wunderbare Sonne nimmt keine herausragende Stellung im Universum ein. Vielmehr ist sie nur einer unter einigen hundert Milliarden Sternen der Milchstraße, die wiederum Teil noch größerer Strukturen des Kosmos ist. "Vielleicht ist ja der Mensch das wunderbarste Wesen auf der ganzen Welt!?", fragt sich ein Hörer.