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„Neuroprotektive Substanzen – NeurodegX“: Forschung an Hochschule Kaiserslautern in Zweibrücken

Wissenschaftsministerium finanziert Doktorarbeiten über „Neuroprotektive Substanzen – NeurodegX“ mit : Zweibrücker forschen gegen Alzheimer

Kreuzberg-Campus profitiert am meisten von neuem Forschungskolleg an der Hochschule Kaiserslautern. Förderung vom Land.

Das Land Rheinland-Pfalz weitet die Förderung von Forschungs- und Promotionsprojekten aus. Gerade auch Studierenden der geförderten Fachhochschulen wird so der Weg zum Doktortitel erleichtert. Das Wissenschaftsministerium fördert in den nächsten drei Jahren zwei weitere Forschungskollegs mit jährlich bis zu 250 000 Euro, wie eine Ministeriums-Sprecherin am Montag sagte.

Bei den Projekten arbeiten Fachhochschulen und Universitäten zusammen und unterstützen Promovierende bei ihrem Weg zum Doktortitel. Diese werden bei der Umsetzung ihrer Forschungsprojekte von jeweils zwei Professoren betreut. „In den beiden 2019 ausgewählten Kollegs werden insgesamt 14 Promovierende von dieser Förderung direkt profitieren. Weitere Promovierende werden die Möglichkeit erhalten, an den Forschungskollegs teilzunehmen“, sagte der Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD). Insgesamt könnten an den vier Projekten 27 Promovierende teilnehmen.

Zu den neu geförderten Projekten gehört zum einen das Kolleg „Neuroprotektive Substanzen – NeurodegX“ der Hochschule Kaiserslautern und der Technischen Universität Kaiserslautern sowie der Universität Mainz. Hier werden neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson erforscht. Außerdem wird das Projekt „DI-GEST“ von der Hochschule Mainz und der Universität Mainz gefördert, das unter anderem der Frage nachgeht, wie Unternehmen die Digitalisierung bestmöglich gestalten können.

Wer an einer Fachhochschule oder einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften wie der HS Kaiserslautern promovieren möchte, muss sich normalerweise zunächst eine Universität suchen, die die Dissertation gemeinsam mit der Hochschule betreut. Durch die Forschungskollegs fällt dieser Schritt weg, die Kooperationspartner stehen von vornherein fest. „Damit ist die universitäre Betreuung von Anfang an gesichert“, sagte Karl-Herbert Schäfer, Vizepräsident für Forschung und Transfer der Hochschule Kaiserslautern. Zudem werde die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Hochschultypen gefördert. „Dies könnte für die Zukunft die Einbindung der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in größere Forschungsverbünde erleichtern“, teilte Schäfer weiter mit.

Die Hochschule Kaiserslautern mit ihren Standorten in Zweibrücken und Pirmasens schreibt in einer Pressemitteilung: „Insgesamt acht Promovierende werden von der Förderung profitieren – vier von ihnen an der Hochschule Kaiserslautern und jeweils zwei weitere an der TU Kaiserslautern und an der JGU Mainz. Neben der eigentlichen wissenschaftlichen Arbeit erhalten sie im Kolleg ein individuelles Mentoring und die Gelegenheit, sich in unterschiedlichen Veranstaltungen technologisch und thematisch weiterbilden zu können.“ In regelmäßigen Abständen werden die Promovierenden die Fortschritte ihrer Arbeit innerhalb des Kollegs vorstellen und diskutieren. „Die Hochschule Kaiserslautern ist schon seit vielen Jahren sehr aktiv, was die Betreuung kooperativer Promotionen betrifft – und hier insbesondere der Forschungsschwerpunkt ,Integrierte Miniaturisierte Systeme’, dem auch die Initiatoren des Forschungskollegs angehören. So sind in diesem Schwerpunkt in den letzten Jahren mehr als zehn Kooperative Promotionen zu Themen wie Testung von Wirkstoffen, Charakterisierung von Stammzellen oder Entwicklung und Modifizierung von Mikrosystemen realisiert worden.“

Hochschul-Sprecherin Wie Elvira Grub sagte auf Merkur-Nachfrage, mit dem Geld aus Mainz würden die Promotions-Forschungen von drei Absolventen aus dem Zweibrücker Fachbereich „Informatik und Mikrosystemtechnik“ (zu dem auch die Studiengänge Medizin- und Biowissenschaften sowie Applied Life Sciencees gehören) finanziert, die vierte Promotionsstelle der Hochschule sei am Standort Pirmasens im Bereich Angewandte Pharmazie.

Ein Forschungskolleg wird von jeweils mindestens zwei Professoren, einer oder mehrerer Fachhochschulen und Universitäten getragen. Das Ministerium bezuschusst die Forschungskollegs pro Verbund mit jährlich bis zu 250 000 Euro (die HS KL wird ihren Anteil von 125 000 Euro voll ausschöpfen) und erwartet ein Engagement der Hochschulen in gleicher Höhe.