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Neuerungen bei Herzog-Christian-Musikschule Zweibrücken

Zweibrücker Herzog-Christian-Musikschule bietet auch 30-minütigen Gruppenunterricht an : Musikschule wird zeitlich noch flexibler

Aufgrund der starken Nachfrage bietet die städtische Musikschule künftig auch nur 30-minütigen Gruppenunterricht an.

Der Stadtrat hat einstimmig zwei Änderungen bei der städtischen Herzog-Christian-Musikschule beschlossen. Während es für Einzelunterricht schon länger sehr flexible Regelungen gibt, gab es bislang bei Gruppenunterricht keine Wahl: eine Unterrichtsstunde dauert 45 Minuten. Bei zwei und drei Teilnehmenden sind künftig auch 30-minütige Einheiten möglich. Damit reagiere die Musikschule auf die (auch aus finanziellen Gründen) verstärkte Nachfrage nach kürzerem Unterricht, erläutert Kulturamtsleiter Thilo Huble in der Sitzungsvorlage. Nur bei vier bis sechs Köpfe starken Gruppen werden aus pädagogischen Gründen weiterhin nur 45 Minuten angeboten. Gruppenunterricht mit sieben oder mehr Teilnehmenden wird nun aus der Schulgeldordnung gestrichen, da es hierfür infolge konkurrierender Angebote in normalen Schulen keine Nachfrage mehr gibt.

Die Gebühren werden im Zuge der Umstellung nicht erhöht, so bleibt es bei Zweier-Gruppen bei 48 Euro pro Person (30 Minuten kosten 32 Euro), bei Dreier-Gruppen 36 Euro (30 Minuten 24 Euro).

Zudem beschloss der Stadtrat, dass die Gebühren künftig nur noch monatlich eingezogen werden. Bei den (halb-)jährlichen Optionen war der Verwaltungsaufwand zu groß, weil es in der Zeit bei Schüler/innen häufig Veränderungen gab.

Bei Einzelunterricht kann man weiterhin in 15-Minuten-Schritten bis 60 Minuten alles flexibel buchen.

Die Beschlüsse waren zuvor im Dezember im Kulturausschuss beraten worden. Dort fragte Ingrid Kaiser (FDP), ob die Musikschule unter den zunehmenden Ganztagsschule-Angeboten leide. „Nicht ganz“, antwortete Walther Theisohn, Leiter der Herzog-Christian-Musikschule. Man beginne bei Bedarf nun später mit dem Unterricht. „Das ist aber schon eine Herausforderung – einen Siebenjährigen kann man ja nicht für 20 Uhr bestellen.“ Man denke deshalb auch darüber nach, wie man Musikschulunterricht in das Ganztags-Angebot integrieren könne. Das „Musik-Karussell“, bei dem Kinder in der Musikschule mehrere Instrumente einige Zeit ausprobieren können, bevor sie sich für eines entscheiden, werde infolge der Grundkurs-Angebote der Musikschule aber seit zwei Jahren nichtmehr nachgefragt, antwortete Theisohn auf eine weitere Kaiser-Frage. „Das Karussell ist und bleibt aber im Angebot.“

Da der Kulturausschuss wegen der Corona-Pandemie lange nicht getagt hatte, wurde in der Dezember-Sitzung erst der Jahresbericht 2019 vorgelegt, ergänzt um Informationen zu 2020. Wegen der Pandemie finde der Unterricht derzeit meist online statt. Dies könne verschiedene Formen haben: Unterricht direkt am Bildschirm, Einsenden von Aufnahmen der Schüler per E-Mail mit kommentiertem Rückversand und/oder Abrufen von „Tutorials“ (Anleitungen). Der Lockdown habe kaum zu Veränderungen bei den An- und Abmeldungen geführt.

Geplant seien – wenn sich finanzielle Mittel organisieren lassen – eine „RockPopArea“ (Raum mit E-Gitarre, E-Bass, Drums, Verstärkeranlage und Aufnahmegeräten), ein „BläserKompetenzZentrum Südwest“in Zusammenarbeit mit der Stadtkapelle und weiterhin ein Umzug in die ehemalige Hauptschule Nord.