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Wohnprojekt in der Canada-Siedlung: Neuer Partner im „KanadaPark“

Wohnprojekt in der Canada-Siedlung : Neuer Partner im „KanadaPark“

Die Sparkasse Südwestpfalz investiert im gemeinsamen Projekt des Diakoniezentrums, der Herzog-Wolfgang-Stiftung und der Gewobau in eine neue Wohnform für Senioren.

„Das ist nicht unser Projekt. Wir sind nur der Katalysator für ein gemeinsames Vorhaben“, betonte der theologische Vorstand des Diakoniezentrums Pirmasens, Norbert Becker, bei der Vorstellung eines neuen Partners. Neben dem Diakoniezentrum, der Herzog-Wolfgang-Stiftung und der Gesellschaft für Wohnen und Bauen (Gewobau) ist jetzt auch die Sparkasse Südwestpfalz mit im Boot.

„Partnerschaftliche Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Aspekt in der Zukunft“, sagte Becker. Das gelte nicht nur für das Projekt in der Canada-Siedlung, sondern auch für das Zusammenleben in der Gesellschaft. Deshalb erwähnte Becker auch einen weiteren Partner der bei dem Pressetermin im Rathaus nicht mit am Tisch saß: die Bürger. Denn auch die Bevölkerung müsse bei der Umsetzung mitwirken. „Die Menschen müssen Verantwortung für andere Menschen übernehmen.“

Die am Tisch sitzenden Partner würden mit ihren bedarfsgerechten Wohnalternativen mit unterschiedlichem Betreuungs- und Pflegebedarf das Quartier „fit machen“, damit die Menschen lange selbstbestimmt leben könnten. Und dabei konnte die Sparklasse für das Service Wohnen gewonnen werden. „Wichtig war auch, dass die Sparkasse das Gesamtkonzept mitträgt“, erklärte der kaufmännische Vorstand des Diakoniezentrums, Carsten Steuer.

„Das Gesamtkonzept ist sinnvoll und in die Zukunft gerichtet. Deshalb waren wir sofort bereit, in das Vorhaben einzusteigen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Peter Kuntz. „Bei der Unterstützung der neuen Wohnwelt geht es der Sparkasse primär um die Unterstützung einer wegweisenden Wohnform für die Region. Das Thema Rendite spielt dabei eine untergeordnete Rolle“, beschrieb Kuntz die Intention des Geldinstituts.

Beim Service Wohnen der Sparkasse, bei dem die Gewobau die Hausverwaltung übernehmen wird, entstehen in zwei Häusern 22 barrierefreie Wohnungen, die den Bewohnern ihre Eigenständigkeit so lange als möglich erhält. Im Mittelpunkt des „Wohnparks KanadaPark“ steht die stationäre Altenpflegeeinrichtung Haus Kana mit Platz für 78 Personen in der vollstationären- und Kurzzeitpflege sowie für zwölf demente Personen in der Tagespflege. In den Park ist als dritte Wohnform das Wohnen-Plus eingebettet, dass die Möglichkeit einer intensiven, ambulante, pflegerische Versorgung in den eigen vier Wänden bietet. Neben den 20 Wohneinheiten gibt es ein Wohncafé mit einer direkten Verbindung zum Haus Kana.

Mit Blick auf die älter werdende Gesellschaft könne man die Pflege „nicht allein dem freien Markt überlassen“, begründete Becker das Engagement der Diakonie bei solchen Projekten. Der „KanadaPark“ ist nur eines von einigen des Verbandes in der Region. Oberbürgermeister Marold Wosnitza schloss sich der Anmerkung zum freien Markt Beckers an. „Wir haben unsere kommunale Wohnungsbaugesellschaft nicht verkauft. Das war vor Jahren eine kluge Entscheidung der damals politisch Verantwortlichen.“

Als „ein wichtiges Ereignis für die Stadt“, bezeichnete der Oberbürgermeister die Einbindung der Sparkasse in den „KanadaPar“k „Das bringt die Entwicklung der Canada-Siedlung voran.“ Die Stadt ist mit dem Projekt Soziale Stadt in dem Quartier ebenfalls aktiv. Die Verbindung verdeutlicht, dass das Quartiermanagement in den Park eingebunden wird.

KanadaPark Foto: Diakonie

Die Geländemodellierung ist nach Angaben des Gewobau-Geschäftssführers Rolf Holzmann abgeschlossen. Am Donnerstag ging das Gelände an die Diakonie über. Holzmann erwähnte, dass sich die Gewobau vor 30 Jahren aus dem Mietwohnungsbau verabschiedet habe. „Es gibt einen Bedarf für Menschen mit Handicaps. Den können wir im Bestand nur schwer realisieren. Deshalb beteiligt sich die Gewobau an dem Projekt der Diakonie“, sagte Holzmann. Mit dem Spatenstich am Freitag, 13. September, 13.30 Uhr, beginnen die Bauarbeiten offiziell. Wobei Steuer das mehr als Quartierfest sieht. Deshalb sind alle Anwohner eingeladen. In diesem Jahr beginnen noch die Bauarbeiten am Haus Kana, die übrigen Gebäude folgen in den kommenden Monaten. Ende 2020/Anfang 2021 soll der Wohnpark mit Altenpflegeeinrichtung, Wohnen-Plus und Service Wohnen fertig gestellt sein.