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Zweibrücker Hallenbad: Neuer Dusch-Komfort im Badeparadies

Zweibrücker Hallenbad : Neuer Dusch-Komfort im Badeparadies

Umfangreichste Arbeiten in der jährlichen Betriebspause seit 2000. Schwerpunkt Heizungsanlage. Montag Wiedereröffnung.

Gute Nachrichten für Warmduscher: Wenn das Zweibrücker Badeparadies am 2. Oktober nach seiner vierwöchigen Betriebspause öffnet, werden Besucher die Duschräume nicht wiedererkennen. Die nämlich wurden komplett erneuert, von den Fliesen über die Lampen und Lüftung bis hin zum Wichtigsten, den Duschen selbst. Aus denen kommt künftig nicht nur wärmeres Wasser als bisher, sondern auch bei Hochbetrieb zuverlässig warmes Wasser. Und erstmals kann jeder Badeparadies-Besucher die Temperatur selbst regulieren.

„Vorher war das Duschwasser maximal 39 Grad warm. Den einen war das viel zu heiß, vor allem Damen war das zu kalt“, erzählt Badeparadies-Betriebsleiter Ingo Baumann. Ab Montag kann jeder per Drehregler für seine eigene Wohlfühltemperatur sorgen, bis zu 42 Grad. Und bei Hochbetrieb stieß der Boiler früher an seine Grenzen, so Baumann: „Wenn es sonntags geregnet hat, das Bad voll war und 300 Leute abends geduscht haben, konnte es schon mal sein, dass das warme Wasser knapp wurde.“ Das passiert künftig nicht mehr, dank eines neuen 8000-Liter-Pufferspeichers und zwei weiterer neuer Speicher mit zusammen 4000 Litern Warmwasser. Auch die Legionellen-Vorsorge ist durch neue Technik so weit verbessert, „dass wir die nächsten 20 Jahre auf der sicheren Seite sind“.

In den Duschräumen wurde beim Merkur-Besuch am Dienstag noch mit Hochdruck gearbeitet. Noch nicht nutzbar sein wird am Montag nur der Duschraum für Damen, diese können in den nächsten zwei Wochen bei den Mädchen duschen. Dass es vier für Damen, Herren, Mädchen und Jungen getrennte Duschräume gebe (plus eine Behindertendusche), sei schon lange eine Besonderheit des Zweibrücker Badeparadieses, so Baumann. Noch bis November dauere die Lieferung von Glastüren, bis dahin sind provisorische Türen eingehängt.

Insgesamt investierten die Stadtwerke während der Betriebspause diesmal rund 600 000 Euro in das Badeparadies – die höchste Summe seit dem großen Umbau 2000. Baumann betont aber, dass Jahr für Jahr in der Pause etwas erneuert werde: „Wir bemühen uns, immer auf dem Stand der Technik zu bleiben, um keinen Investitionsstau zu produzieren und dann das Bad ein halbes Jahr zumachen zu müssen.“

Dickster Brocken ist diesmal (nicht nur in finanzieller Sicht) das neue Blockheizkraftwerk im Untergeschoss für fast 70 000 Euro. „Das Alte hatte schon den dritten Motor, die Effizienz war nicht mehr die beste und der Wärmetauscher war defekt“, zählt Baumann auf. Eine Reparatur mit neuem Motor wäre genauso teuer geworden wie das moderne Neugerät, das einen Turbolader hat. Das BHKW wandelt Gas in Strom und Wärme um, die unter anderem fürs Heizen des Schwimmbecken- und Duschwassers genutzt wird. Dieses Kraftwerk „deckt den Grundbedarf“ des Badeparadieses, erläutert Baumann. Bei viel Betrieb oder bei der Becken-Erwärmung nach Betriebspausen kam bisher eine Ölkesselheizung zum Einsatz, diese ist nun ersetzt durch ein neues Gas-Brennwertgerät.

Baumann erwartet durch die Modernisierungen einen „sehr hohen Spar-Effekt“. So sei der Wirkungsgrad des neuen Blockheizkraftwerks um 4,5 Prozent verbessert und es produziere die gleiche Energiemenge, obwohl es 50 Prozent kleiner sei als das Vorgängermodell. Wie viel Energiekosten das Badeparadies künftig spart, lasse sich aber noch nicht abschätzen: „Das hängt von zu vielen anderen Faktoren ab wie der Besucherzahl und den Wetterbedingungen.“

Auf Sonnenenergie zur Wasser-Erwärmung setzt das Badeparadies weiterhin nicht. Denn das gesamte Dach ist bereits mit Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung bedeckt – und das sei finanziell derzeit fürs Badeparadies auch deutlich lukrativer als Solarthermie, erläutert Baumann.

Strom spart die Umstellung auf LED-Lampen über den Schwimmbecken. Neu sind dort auch Piktogramme mit Warnhinweisen, etwa,  dass man nicht in die Becken springen darf oder man im Schwimmerbecken nicht stehen kann. Schwarze „Eisdruckpolster“ werden draußen am Rand des Wellenbeckens angebracht, um im Winter Frostschäden zu verhindern. Ablassen könne man das Wasser nicht, weil sonst der Grundwasserdruck auf den Beckenboden zu groß wäre, erläutert Baumann.

Damit bei all der neuen Technik am Montag alles reibungslos läuft, werden die Schwimmbecken schon im Laufe dieser Woche langsam auf Betriebstemperatur gebracht. Es gebe also keine Generalprobe, erklärt Baumann: „Die Generalprobe ist im Fluss.“ Dabei hilft auch die neue Gebäudeleittechnik, auf deren Computerbildschirm nun deutlich mehr Daten als früher übersichtlich darstellbar sind. So fiel zum Beispiel schnell auf, dass eines der Becken sich zunächst nicht richtig aufheizte, weil zwei Ventil-Fühler vertauscht waren. „Das neue System kann auch früher eingreifen“, freut sich Baumann.

Wohl erst nächsten Sommer werden Badeparadies-Besucher eine weitere jetzt installierte Neuerung bemerken: Die Eingangshalle lässt sich künftig nicht nur beheizen, sondern bei Bedarf auch kühlen. Baumann: „Wegen der großen Glasfront gab es dort manchmal Temperaturen von 42 Grad. Das war auch für die Leute an der Kasse unzumutbar.“ Die im Untergeschoss installierte Heizkühlanlage könne auch unterm Dach die Räume des vor einigen Jahren geschlossenen Restaurants kühlen. Diese werden gerade für die Mitarbeiter umgebaut (Schulungs- und Sozialräume, Betriebsleiter-Büro, Duschen und Umkleiden).

Zwölf der 20 Badeparadies-Mitarbeiter wurden für die Arbeiten in der Betriebspause gebraucht, hinzu kamen täglich etwa sieben bis zehn Handwerker externer Firmen, die meisten davon von drei Zweibrücker Firmen: Theisinger (Heizung, Sanitäranlagen und Lüftung), Fischer (Fliesen) und Ringland (Elektrik). Damit trotz der Vielzahl der diesjährigen Arbeiten am Montag wie geplant geöffnet werden kann, hat der Betriebsleiter mit einigen Kollegen und Handwerkern auch am vergangenen Samstag und Sonntag durchgearbeitet – und wird dies auch dieses Wochenende tun. Für Ingo Baumann ist es übrigens die vorletzte Betriebspause. Denn der 63-Jährige geht Ende 2018 in den Ruhestand. Über vier Jahrzehnte arbeitet er schon im Badeparadies, ein Vierteljahr nach der Eröffnung Ende 1975 fing er dort an. In der Betriebspause 2018 soll voraussichtlich die Dampfsauna erneuert werden.

In der Eingangshalle hinter der großen Glasfront wurde es im Sommer bis zu über 40 Grad warm. Deshalb wurde jetzt eine Kühlanlage installiert. Foto: Lutz Fröhlich
Teuerster Neu-Einbau ist das Blockheizkraftwerk im Untergeschoss. Foto: Lutz Fröhlich
Neue Warnhinweise an der Scheibe, draußen im Wellenbecken werden gerade die schwarzen „Eisdruckpolster“ angebracht. Foto: Lutz Fröhlich
Noch einiges zu tun war am Dienstag im Herren-Duschraum. Betriebsleiter Ingo Baumann ist aber sicher: Am Montag kann man hier brausen. Foto: Lutz Fröhlich

Eintrittspreise und Öffnungszeiten bleiben unverändert. Weitere Infos auf www.badeparadies-zw.de.